Reisen

Es zieht dort wie Hechtsuppe!

KLEINE EILMELDUNG FÜR DIE TEILNEHMER DER FAHRT NACH OBERAMMERGAU

So beeindruckend das Passionstheater ist, wo wir am 21. Juli den Fliegenden Holländer  erleben werden, es hat einen Nachteil, mit dem vielleicht nicht jeder rechnet: Es zieht dort wie Hechtsuppe! Also vorsichtshalber die warme Skiunterwäsche mitnehmen - und für eher empfindliche Köpfe große wollene Tücher (die die Akustik wohl kaum beschädigen, denn die Solisten sind mikrofoniert) Foto: Passionsspiele Oberammergau


Fliegender Holländer & Blauer Reiter

Eine kurze, aber gehaltvolle Musik- & Kunstreise vom 21. zum 22. Juli 2017: Am Freitag um 13 Uhr starten wir in Bamberg, um abends in Oberammergau die vorletzte Aufführung der Neuinszenierung des Fliegenden Holländers (siehe

Plakatmotiv oben) von Richard Wagner im Passionsspielhaus zu erleben. Regie führt Christian Stückl in der Ausstattung seines langjährigen Mitarbeiters Stefan Hageneier. Stückl ist seit 1987 Spielleiter der Passionsspiele und seit 2002 Intendant des Münchner Volkstheaters, ein erfahrener Theatermann, der auch schon mehrfach Opern inszeniert hat, darunter Hans Pfitzners Palestrina an der Bayerischen Staatsoper, Ariadne auf Naxos von Richard Strauss in Hamburg und Verdis Nabucco in Oberammergau. Die Musikalische Leitung übernimmt, wie schon bei der ersten Operneigenproduktion im Passionsspielhaus, der lettische Dirigent Ainars Rubikis, der 2010 den Bamberger Mahler-Dirigentenwettbewerb gewonnen hat und ab der Saison 2018/19 als Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin wirken wird. Es singen und spielen Gábor Bretz (Der Holländer), Liene Kinča (Senta), Guido Jentjens (Daland), Iris van Wijnen (Mary), David Danholt (Erik), Denzil Delaere (Der Steuermann), der Chor des Passionsspielhauses Oberammergau unter der Leitung von Markus Zwink sowie die Neue Philharmonie München. Nach der Übernachtung

und dem Frühstück im Hotel Alte Post in Oberammergau fahren wir am Samstag

zu zwei markanten Blaue-Reiter-Stätten. Zuerst haben wir in Murnau eine exklusive Führung im  Gabriele Münter-Haus (Foto unten). Nach einem kleinen Stadtrundgang und dem Mittagessen auf der Kreut-Alm geht es weiter nach Kochel ins Franz-Marc-Museum. Gegen 16.30 treten wir die Rückfahrt an und sind abends zurück in Bamberg.

Freitag, 21. Juli

 

13:00 Uhr Abfahrt im Fünf-Sterne-Bus der Firma Spörlein in Bamberg, Park & Ride Würzburger Straße (vom Münchner Ring kommend auf den Babenbergerring und in der nächsten Kreuzung nach rechts; kostenloser Parkplatz hinter der ersten Bushaltestelle (siehe Abbildung)

 

gegen 17:00 Uhr Ankunft und Einchecken im Hotel Alte Post, Dorfstraße 19 in

82487 Oberammergau, Telefon 08822/910-0. Dort Gelegenheit zum Abendessen, anschließend Spaziergang zum Passionstheater (ca. fünf Minuten).

20:00 Uhr Beginn der Opern-Vorstellung, Ende gegen 22:45 Uhr. Die Mitnahme von warmer Überkleidung wird empfohlen, da das Passionsspielhaus im Zuschauerraum

überdacht, aber ein Freilichttheater ist. Je nach aktueller Wetterlage kann sogar ein Wintermantel angezeigt sein.

Samstag, 22. Juli

10:00 Uhr Fahrt nach Murnau zur Sonderführung im Gabriele-Münter-Haus (siehe Abbildung weiter oben) von 10:30 Uhr bis ca. 11:30 Uhr, anschließend Gelegenheit zu einem kurzen Stadtrundgang.

 

12:30 Uhr Abfahrt von Murnau zum Mittagessen auf der Kreut-Alm

15:00 Uhr Einstündige Führung durch das Franz-Marc-Museum in Kochel (siehe Foto unten)

gegen 16:30 Uhr Rückfahrt nach Bamberg, Ankunft um ca. 20:00 Uhr.

 

Kontakt und Reiseleitung: Dr. Jürgen Gröbel, Modleinsgasse 1, 91362 Pretzfeld, Telefon: 09194-46 45

Mobil: 0172-93 96 123

E-Mail: reisedienst-rwv-bamberg@t-online.de

dr.groebel@t-online.de


Meese vermarktet, wie zu erwarten war, den »Mondparsifal«

Jonathan Meese, Inszenator der Mondparsifal-Uraufführung, ist bekanntlich in jedem Fall ein Selbstvermarktungskünstler. Und als solcher hat er jetzt handschriftlich ein 23-seitiges Manifest (links im Bild die erste Seite) und auf 111 Seiten ein Mondparsifal-Tagebuch sowie neun Seiten Probennotate unters Volk bzw. ins Netz gebracht, darunter auf der Homepage der Wiener Festwochen und – heftig und kontrovers kommentiert – auf der Homepage der Wiener Tageszeitung Der Standard. Wer sich erstmal eingelesen hat, findet schnell heraus, nach welchem Muster Meese seine ihm eigene Kunstideologie strickt. »Kunst«, schreibt er, »ist Radikalstüberforderung«. Wir werden am 4. Juni ja sehen, ob's stimmt! Wer sich weniger für Meeses Erzgeschwafel interessiert und mehr für die Musik, dem sei nochmals mit Nachdruck die Lektüre des ParZeFool-Textes von Komponist Bernhard Lang auf der Klangforum-Homepage empfohlen.


Reiseplan Wien von 3. bis 6. Juni 2017: »Mondparsifal« & »Götterdämmerung«

Busfahrt nach Wien zu einer zeitgenössischen Parsifal-Neuschöpfung bei den Wiener Festwochen, Wagners Götterdämmerung an der Wiener Staatsoper samt Rahmenprogramm: Wir haben Karten gesichert für die Uraufführung von Mondparsifal Alpha 1-8 (Erzmutterz der Abwehrz), die neue Oper des Villa- Concordia-Stipendiaten Bernhard Lang (Komposition) nach Richard Wagners Parsifal in der Inszenierung des aus Bayreuth wieder ausgeladenen Jonathan Meese (Regie und Ausstattung), und zwar an ihrem allerersten Aufführungstag am 4. Juni sowie für eine Vorstellung der Staatsopern-Götterdämmerung am 5. Juni unter Peter Schneider mit Waltraud Meier, Petra Lang und Stefan Vinke. Geplant sind außerdem am Ankunftstag ein Heurigenabend, ein Rundgang zu Musikergräbern auf dem berühmten Zentralfriedhof und zwei geführte Ausstellungsbesuche.

Unser Hotel ViennArt am Museumsquartier; das Gasthaus am Spittelberg, in das wir nach der "Götterdämmerung" einkehren befindet sich in der Spittelberggasse 5.
Unser Hotel ViennArt am Museumsquartier; das Gasthaus am Spittelberg, in das wir nach der "Götterdämmerung" einkehren befindet sich in der Spittelberggasse 5.
Unser Hotel liegt in unmittelbarer Nähe des mumok (auf der Karte links, oberhalb vom HALLE Café Restaurant). Von dort aus ist der Weg zur Albertina auf der gepunkteten bzw. der grauen Linie beschrieben.
Unser Hotel liegt in unmittelbarer Nähe des mumok (auf der Karte links, oberhalb vom HALLE Café Restaurant). Von dort aus ist der Weg zur Albertina auf der gepunkteten bzw. der grauen Linie beschrieben.
Oben ganz rechts ist die U-Bahn-Haltestelle Stephansdom, unten links bei der U-Bahn-Haltestelle Neubaugasse ist das Mobilienmuseum mit der Maria-Theresia-Ausstellung.
Oben ganz rechts ist die U-Bahn-Haltestelle Stephansdom, unten links bei der U-Bahn-Haltestelle Neubaugasse ist das Mobilienmuseum mit der Maria-Theresia-Ausstellung.

Sonntag, 4. Juni

bis 12:00 Uhr Zeit zur freien Verfügung. Hier einige Vorschläge:

Gottesdienst im Stephansdom um 10:15 Uhr, http://www.stephanskirche.at/

Ausstellung Maria Theresia – Familie und Vermächtnis im Hofmobiliendepot http://www.mariatheresia2017.at/themen-standorte/hofmobiliendepot/

Ausstellung Maria Lassnig – Zwiegespräche in der Albertina http://www.albertina.at/maria_lassnig

 

12:00 Uhr Treffen zum Mittagessen im Restaurant Halle im Museumsquartier, anschließend gemeinsam zu Fuß zur Albertina, 14:00 Uhr Beginn der einstündigen Führung durch die Egon-Schiele-Ausstellung, anschließend gemeinsame/ individuelle Rückkehr zum Hotel

 

17:00 Uhr Abfahrt vom Hotel zum Theater an der Wien, 17:30 Uhr Einführung Mondparsifal, 18:00 Uhr Beginn der Vorstellung, gegen 22:30 Uhr Ende der Vorstellung und Rückfahrt zum Hotel, anschließend Gelegenheit zur Einkehr im Glacis Beisl neben dem Hotel

 

Montag, 5. Juni

9:30 Uhr Abfahrt zum Zentralfriedhof, 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr Führung zu den Musikergräbern, anschließend Mittagessen im nahen Concordia Schlössl

14:00 Uhr Rückfahrt zum Hotel

 

15:20 Uhr Abfahrt und Bustransfer zur Staatsoper, 16:00 Uhr Beginn der Götterdämmerung, ca. 21:30 Uhr Rückfahrt zum Hotel, Einkehr im Gasthaus am Spittelberg

 

Dienstag, 6. Juni

Nach dem Frühstück und dem Auschecken Zeit zur freien Verfügung; das Gepäck kann im Hotel deponiert werden.

 

14:00 Uhr Abfahrt vom Hotel nach Bamberg, gegen ca. 21:00 Uhr Rückkunft in

Bamberg

 

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Preis für Mitglieder/Nichtmitglieder: EZ 870 €/900 € im DZ 770 €/790 €

Im Preis inbegriffen:

Hotel mit EZ /DZ incl. Frühstück

Fahrt im *****-Bus der Fa. Spörlein

Karten für Mondparsifal und Götterdämmerung (I. bzw. II Kategorie)

Führungen in der Albertina und auf dem Zentralfriedhof

Fahrt zum Heurigen

Trinkgelder

Die Fahrt ist ausgebucht. Sie können sich aktuell nur noch als Nachrücker (bei etwaigen Absagen) für die Warteliste anmelden, am besten per E-Mail unter

reisedienst-rwv-bamberg@t-online.de

 

Kontakt

Jürgen Gröbel, Modleinsgasse, 91362 Pretzfeld

Telefon : 09194-46 45

Mobil: 0172-93 96 123

E-Mail: reisedienst-rwv-bamberg@t-online.de

dr.groebel@t-online.de

 

Jonathan Meese vor seinem »Mondparsifal«-Bühnenbild Foto: Jan Bauer/Courtesy of Jonathan Meese
Jonathan Meese vor seinem »Mondparsifal«-Bühnenbild Foto: Jan Bauer/Courtesy of Jonathan Meese

Jonathan Meese, Bernhard Lang, Simone Young:

MONDPARSIFAL ALPHA 1-8 (ERZMUTTERZ DER ABWEHRZ)

Oper von Bernhard Lang nach Richard Wagners Parsifal

Auftragswerk der Wiener Festwochen/Theater an der Wien

Uraufführung am 4. Mai 2017

 

Nach der viel diskutierten Absage seines Regie-Engagements bei den Bayreuther Festspielen wird der Künstler Jonathan Meese die Auseinandersetzung mit dem Parsifal auf eine neue Dimension befördern. Bei der Uraufführung von MONDPARSIFAL ALPHA 1-8 (ERZMUTTERZ DER ABWEHRZ) ist kein nachschöpferischer Akt zu erwarten, sondern vielmehr das Aufeinandertreffen des bildenden Künstlers Meese mit dem Komponisten Bernhard Lang. Die beiden werden mit ihrem neuen Parsifal-Projekt den Wagner-Mythos in ein weit entferntes Revolutionsjahr der Zukunft transportieren.

 

Als zeitgenössische Neuinterpretation und Würdigung der berühmt-berüchtigten letzten Wagner-Oper wird hier ein historisches Meisterwerk als künstlerische Reibefläche verstanden und in einem schöpferischen Prozess dekonstruiert, um dann in ungewohnter Form neu aufgeladen zu werden. Parsifal und Wagner als Kraftfelder, die als Opern-Raumschiffe in einem Zitaten-Gewitter Vergangenheit und Zukunft in der Gegenwart vereinen. Jonathan Meese, dessen individuelle mythologische Kunstwelt auch eng mit Wagner verknüpft ist, zeichnet für die Regie, wie auch für das Bühnen- und Kostümbild verantwortlich. Bernhard Lang hält sich eng an das Libretto und die Struktur der Oper Wagners und schafft daraus einen vollkommen neuen Klangkosmos. Kein Musiktheater für Archäolog*innen sondern vielmehr ein Fest für die Zukunftsforscher*innen unter uns!

 

»Slice me Nice! Die mythische Figurenwelt Wagners (Parsifal, Kundry oder Klingsor) trifft auf eine zukünftige Mondbasis, die wiederum von Richard Wagner, wie auch von Fancy, Marlon Brando, Zardoz, dem Wickerman und Barbarella bewohnt wird. Ein elektrisierter Eagle Transporter schwebt übers Bild, eine riesige Strohpuppe zu Erntedank, die Gemeinschaft des Grals wartet immer noch unermüdlich auf dessen Enthüllung. Doch etwas hat sich mittlerweile grundlegend geändert . . .« (Jonathan Meese)

 

Künstlerisches Team

Musikalische Leitung: Simone Young

Regie, Bühne und Kostüme: Jonathan Meese; Mitarbeit Bühne: Jörg Kiefel, Mitarbeit

Kostüme: Jorge Jara

Licht: Lothar Baumgarte

Dramaturgie: Henning Nass

Choreografie: Rosita Steinhauser

Klangregie, Sound Design: Peter Böhm, Florian Bogner

 

Besetzung

Amphortas: Tómas Tómasson

Gurnemantz: Wolfgang Bankl

Parzefool: Daniel Gloger

Clingsore: Martin Winkler

Cundry: Magdalena Anna Hofmann

1. Gralsritter: Alexander Kaimbacher

2. Gralsritter: Andreas Jankowitsch

1. Knappe: Johanna von der Deken

2. Knappe: Sven Hjörleifsson

4 Blumenmädchen: Manuela Leonhartsberger, Xiaoyi Xu, Melody Wilson, Marie-Pierre Roy

 

Klangforum Wien, Arnold Schoenberg Chor

 

Szene aus der »Götterdämmerung« an der Wiener Staatsoper Foto: Michael Pöhn
Szene aus der »Götterdämmerung« an der Wiener Staatsoper Foto: Michael Pöhn

 

Richard Wagner:

GÖTTERDÄMMERUNG

Wiener Staatsoper, Premiere am 8. Dezember 2009

Repertoirevorstellung vom 5. Mai 2017

 

Wilhelm Sinkovicz in Die Presse, aus seiner Premierenkritik vom 9. Dezember 2009 (online):

 

Am ehesten, den zwei, drei Opponenten sei das ins Stammbuch geschrieben, gelingt es einer mutigen Walküre vom Format Eva Johanssons, dem Orchestersturm Paroli zu bieten. Mag sein, die Künstlerin hat nicht ganz das Format, den gefürchteten Schlussgesang zur Primadonnen-Szene zu formen. Hiezu fehlt ihr vor allem die tragende Tiefe in Momenten wie dem weihevollen „Ruhe, du Gott". Doch die Attacke, die Johansson in höchster Lage über alle instrumentalen Anfeindungen hinweg die Oberhand behalten läßt, macht sie zur zentralen Figur im Geschehen. Wenn auch manches Signal für eine gefährliche Überbeanspruchung der Stimme schon hörbar zu werden droht, die Präsenz dieser Brünnhilde ist enorm. Vokal wie darstellerisch. In der Rächergestalt, die sie auch in Gebärde und Haltung zu zeichnen versteht,

kulminiert das Drama, das Regisseur Sven-Eric Bechtolf diesmal mit Geschick

arrangiert.

 

Die Figuren sind prägnant gezeichnet. Der Hagen, dem Eric Halfvarson auch vokal nicht nur brüllend, sondern verschlagen und leise zu gestalten weiß, ist nur nach außen hin verwegener, unangefochtener Drahtzieher des Bösen, dirigiert Gibichungen wie seine Mannen. Vor dem Geifer seines intrigierenden Vaters Alberich, den Tomasz Konieczny exquisit charakterisiert, verschlägt es dem Helden der Finsternis die Rede. Er verliert seine Haltung, zuletzt angesichts des Mords an Siegfried offenbar auch den Verstand. Fassungslos sieht der Gunther (wohltönend und genügend kräftig: Boaz Daniel) dem Treiben zu. Er selbst ist Marionette wie seine Schwester Gutrune, Caroline Wenborne, die Marianne Glittenberg in ein geradezu gemeingefährlich billiges Kostüm mit Straß-Besatz gezwängt hat. Unvorteilhafter kann man eine Sängerin nicht einkleiden.

 

Alle andern agieren im kargen - im zweiten Akt aber durchaus pittoresk von einer Stelen-Allee gebildeten Ambiente Rolf Glittenbergs unauffällig gewandet. Mihoko Fujimura kommt als traurige Walküre daher, singt ausdrucksvoll, nur in der letzten Steigerung leicht angestrengt. Siegfried, den Stephen Gould achtbar bis (im Finale) exzellent singt, stirbt in einem jener Boote, zwischen den zuvor die diesmal (wie

übrigens auch die Nornen) gut konzertierten Rheintöchter neckisch herumgeturnt

haben. Zuletzt antwortet Bechtolf, der den dramatischen Knoten im Mittelakt

perfekt geschürzt hat, mit einer wahren Orgie von Lift-Fahrten. Woten mit dem

zerborstenen Speer, die Rheintöchter und Hagen, Siegfried und Brünnhilde werden

erhoben oder versinken bis zuletzt hinter Filmzuspielungen etwelcher Feuer- und

Wasserspiele hinter dem Bild des wieder sanft fließenden Rheins ein

Menschenpärchen auftaucht. Adam und Eva nach dem Untergang. Wagners Schluß

lautet anders. Man hört ihn immerhin jetzt in Wien mit Nachdruck - und sieht während dieser Götterdämmerung mehrheitlich durchaus passende Bilder dazu. Ein Fortschritt, alles in allem.

 

Stephan Mösch in der Opernwelt, besuchte Vorstellung am 14. Dezember 2008, Heft 2/2009:

 

Von der Szene muss hier nicht lange die Rede sein. Schon die dritte Vorstellung sieht aus, als sei sie die fünfzigste. Bechtolfs respektvolle Anti-Konzept-Haltung in Ehren: So viel leeres Herumstehen entschuldigt sich dadurch nicht. Es gab schöne, intime Momente, etwa wenn Brünnhilde ihren Siegfried (im Vorspiel) ganz aktiv in die Freiheit schickt, von der er singt und die sie so schmerzt. Oder wenn Hagen

gierig und heimlich am Brudertrank teilnimmt. Es gab aber auch viel unfreiwillige Komik. Siegfried betrachtet vor seiner letzten Szene den Ring (zum Fluchmotiv) so demonstrativ, als müsse noch der letzte Anti-Wagnerianer davon überzeugt werden, dass Klang und Geste miteinander zu tun haben. Und der Moment, in dem Siegfried seinen Arm um Hagen legen muss, auf dass der Böse den Ring am Finger des Helden entdecke, könnte aus Otto Schenks besten Opernparodien stammen.

 

Aktuelle Besetzung am 5. Juni 2017:

Dirigent: Peter Schneider,

Regie: Sven-Eric Bechtolf

Bühne: Rolf Glittenberg

Kostüme: Marianne Glittenberg

 

Siegfried: Stefan Vinke

Hagen: Falk Struckmann

Alberich: Jochen Schmeckenbacher

Brünnhilde: Petra Lang

Waltraute: Waltraud Meier

Gunther: Markus Eiche

Gutrune: N.N.

Erste Norn: Monika Bohinec

Zweite Norn: Stephanie Houtzeel

Dritte Norn: Caroline Wenborne

Woglinde: Ileana Tonca

Wellgunde: Stephanie Houtzeel

Flosshilde: Zoryana Kushpler

 

Orchester und Chor der Wiener Staatsoper


Mitbringsel aus Meiningen


Unsere letzte Konzertfahrt

Mittwoch, 12. April 2017

 

16:15 Uhr: Abfahrt mit dem Bus der Firma Spörlein am P&R Würzburger Straße (nach der Kreuzung Babenbergerring; kostenloser Parkplatz hinter der ersten Bushaltestelle (siehe Abbildung)

 

17:45 Uhr (ca.): Ankunft in Meiningen, Gelegenheit zum Abendessen vor der Vorstellung im Theaterrestaurant mit reservierten Plätzen für unsere Gruppe. http://www.theater-restaurant-meiningen.de/

 

19:30 Uhr: Beginn des Konzertes, Ende gegen 21:45 Uhr, Rückkunft in Bamberg gegen 23:00 Uhr

 

Weitere Infos auf unserer Homepage weiter unten sowie mehrfach unter Aktuelles https://rwv-bamberg.jimdo.com/

Kontakt per E-Mail: reisedienst-rwv-bamberg@t-online.de

Reiseleitung: Dr. Jürgen Gröbel, Telefon: 09194/4645, Mobil: 0172 9396 123

 

Fahrtkosten und Eintrittskarte: 75 Euro für Mitglieder des RWV-Bamberg

bzw. 85 Euro für Nichtmitglieder per Überweisung auf das Konto des

Richard-Wagner-Verbands Bamberg e.V. bei der Sparkasse Bamberg

IBAN: DE85 7705 0000 0300 2814 41

BIC: BYLADEM1SKB


Unsere Projekte bis zur Sommerpause

Unsere Fahrten und Sonderaktivitäten drehen sich heuer vor allem

um zwei Werke Richard Wagners: um den Fliegenden Holländer, also die erste

der frühen Opern, die ihr Schöpfer selbst für festspieltauglich hielt, und

sein Weltabschiedswerk, das Bühnenweihfestspiel Parsifal, das er für die

Akustik des Bayreuther Festspielhauses komponierte und das auch nur dort

aufgeführt werden sollte, woran sich Gott sei Dank aber niemand gehalten hat.

Inzwischen traut man sich, wie wir sehen werden, noch viel mehr!

 

»Holländer« in Halle an der Saale

Sonntag, 12. März 2017: Busfahrt nach Halle (Abfahrt 9 Uhr) zu Einführung und

Nachmittagsvorstellung des Fliegenden Holländer von Richard Wagner in der

Inszenierung des neuen Intendanten Florian Lutz, bei der die Zuschauer die

Ouvertüre mit Augenklappen genießen dürfen und danach ausstaffiert mit gelben

Westen und Schutzhelmen mitten drin sind im Geschehen auf der spektakulär

erweiterten Bühne, wo Solisten und Choristen zum Teil direkt vor, neben und

hinter den Besuchern singen. Vorher gehen wir gemeinsam zum Mittagessen. Die

Vorstellung endet vor 17.30 Uhr, Rückkehr in Bamberg gegen 21 Uhr. Kosten für

Fahrt und Opernkarte ohne Essen: für Mitglieder 90 €, für Nicht-Mitglieder

100 €, Mindestteilnehmer 20. Die Fahrt fand ausgebucht mit dreißig Teilnehmern statt. Kurzkritik und weitere Szenenfotos unter Beers Tipps)

Blick auf die so genannte Raumbühne Heterotopia während der »Holländer«-Ouvertüre. Foto: © Theater, Oper- und Orchester GmbH Halle / Falk Wenzel
Blick auf die so genannte Raumbühne Heterotopia während der »Holländer«-Ouvertüre. Foto: © Theater, Oper- und Orchester GmbH Halle / Falk Wenzel

Karwochenkonzert in Meiningen

Mittwoch, 12. April 2017: Busfahrt nach Meiningen (Abfahrt 16.15 Uhr) ins dortige Theater zu einem Konzert mit Dirigenten-Shootingstar Teodor Currentzis und dem

Orchester MusicAeterna, die uns schon mit ihrer Interpretation von Wagners

Rheingold bei der Ruhrtriennale 2015 begeistert haben. Auf dem Programm des

Gastspielkonzerts der Staatsoper Perm aus dem Ural stehen Giovanni Battista

Pergolesis Stabat mater und Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am

Kreuze von Joseph Haydn. Die Gesangssolisten sind Nuria Rial (Sopran) und

Paula Murrily (Mezzosopran); Konzertende gegen 21.30 Uhr, Rückkehr in Bamberg

gegen 23 Uhr. Kosten für Fahrt und Konzertkarte: für Mitglieder 75 €, für

Nicht-Mitglieder 85 €, Mindestteilnehmer 20. Die Fahrt fand ausgebucht mit 34 Teilnehmern statt, das Konzert war beglückend für alle. 

 

Teodor Currentzis Foto: Anton Zavyalov
Teodor Currentzis Foto: Anton Zavyalov

»Parsifal«-Werkstatt in Bamberg und Coburg

Samstag und Sonntag, 22. und 23. April 2017: In Zusammenarbeit mit dem Landestheater Coburg bieten wir, begleitend zur dortigen neuen Produktion von Richard Wagners Parsifal (Inszenierung: Jakob Peters-Messer, Bühnenbild und Lichtkonzept:

Guido Petzold, Dirigent: Roland Kluttig), ein zweitägiges Symposium für Anfänger und Fortgeschrittene. Unsere Parsifal-Werkstatt startet am Samstag im Grünen Saal der Harmonie mit Vorträgen, die jeweils nicht länger als 30 Minuten dauern. Referenten sind Tom Artin, Thomas Goerge, Roland Kluttig, Stephan Mösch, Holger Noltze, Sabine Zurmühl, Bamberger Studenten und ihre Professorin Ingrid Bennewitz u.a. (10–12.30 Uhr, 15–17.15 Uhr); abends folgt um 20 Uhr in einer geschlossenen Vorstellung in der Harmonie exklusiv für uns der Film Perceval le Gallois von Eric Rohmer aus dem Jahr 1978. Der zweite Tag beginnt mit einem Podiumsgespräch mit dem Coburger Produktionsteam und Referenten; am Nachmittag fahren wir gemeinsam im Bus ins Landestheater zur Vorstellung, Beginn um 16 Uhr, Rückkehr gegen 22.30 Uhr.

 

Im Vorfeld und in Zusammenhang mit der Parsifal-Werkstatt bietet das Landestheater Coburg außerdem an, die Parsifal-Generalprobe am 6. April um 17 Uhr zu besuchen. Das Angebot gilt nur für unsere Mitglieder; Interessenten können sich mit dem Stichwort Generalprobe per E-Mail unter roth@rwv-bamberg.de auch zu den Fahrgemeinschaften anmelden.  Ausführliche Infos in der entsprechenden Rubrik.

»Mondparsifal« und »Götterdämmerung« in Wien

Samstag, 3. Juni, bis Dienstag, 6. Juni 2017: Busfahrt nach Wien zu einer zeitgenössischen Parsifal-Neuschöpfung bei den Wiener Festwochen, Wagners Götterdämmerung an der Wiener Staatsoper samt Rahmenprogramm. Wir haben Karten gesichert für die Uraufführung von Mondparsifal Alpha 1-8 (Erzmutterz der Abwehrz), die nachschöpferische Parsifal-Neuinterpretation durch den aus Bayreuth wieder ausgeladenen Jonathan Meese (Regie und Ausstattung) und den Villa Concordia-Stipendiaten Bernhard Lang (Komposition) an ihrem allerersten Aufführungstag am 4. Juni sowie für eine Vorstellung der Staatsopern-Götterdämmerung am 5. Juni unter Peter Schneider mit Waltraud Meier, Petra Lang und Stefan Vinke. Geplant sind außerdem am Ankunftstag ein Heurigenabend, ein Rundgang zu Musikergräbern auf dem berühmten Zentralfriedhof und geführte Ausstellungsbesuche, Rückfahrt am 6. Juni. Voraussichtliche Kosten pro Person für Fahrt, Opern- und Eintrittskarten inkl. Führungen sowie drei Hotelübernachtungen: Mitglieder/Nicht-Mitglieder im Einzelzimmer 870€/900 €, im Doppelzimmer 770€/790 €. Mindestteilnehmerzahl 20. Die Fahrt ist ausgebucht. Sie können sich aktuell nur noch als Nachrücker (bei etwaigen Absagen) für die Warteliste anmelden, am besten per E-Mail unter reisedienst-rwv-bamberg@t-online.de

 

Links Jonathan Meese (Foto: Jan Bauer.net, Courtesy Jonathan Meese), rechts der Komponist Bernhard Lang (Foto: Guy Fleming)

Szene aus der Wiener Götterdämmerung Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn
Szene aus der Wiener Götterdämmerung Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

»Holländer« in Oberammergau

Freitag und Samstag, 21. und 22. Juli 2017: Busfahrt nach Oberammergau (Abfahrt 13.30 Uhr) zur Holländer-Produktion im Passionsspielhaus und zu Besuchen von

Blaue-Reiter-Stätten im Murnauer Land. Nach der Ankunft essen wir im Hotel zu

Abend, um 20 Uhr steht die Wagner-Neuinszenierung von Christian Stückl auf dem

Programm. Dirigent ist Ainars Rubikis, Gewinner des Gustav-Mahler-Wettbewerbs

der Bamberger Symphoniker 2010. Nach der Übernachtung in Oberammergau besuchen wir am Rückreisetag das Gabriele-Münter-Haus und das Franz-Marc-Museum in Kochel mit Mittags- und Kaffeepause vor der Heimfahrt; Rückkehr gegen 21 Uhr. Voraussichtliche Kosten pro Person für Fahrt, Opern- und Eintrittskarten inkl. Führungen sowie eine Hotelübernachtung mit Abendessen: Mitglieder/Nicht-Mitglieder im Einzelzimmer 260 €/290 €, im Doppelzimmer 250 €/280 €. Mindestteilnehmer 20. 

 

Ainars Rubikis Foto: Passionstheater Oberammergau
Ainars Rubikis Foto: Passionstheater Oberammergau

Anmeldungen für Mitglieder und Nicht-Mitglieder

 

Verbindliche Anmeldungen zu unseren Fahrten mit dem jeweiligen Zielort als Betreff bitte direkt reisedienst-rwv-bamberg@t-online.de und für alle Termine der Parsifal-Werkstatt an roth@rwvbamberg.de

 

Sobald die jeweilige Mindestteilnehmerzahl erreicht ist, erhalten Sie eine Bestätigung der Buchung und bekommen die endgültigen Zahlungskonditionen mitgeteilt.

 

Die Karten- und Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs von verbindlicher Anmeldung und Überweisung der jeweiligen endgültigen Kosten auf das Konto des Richard-Wagner-Verbands Bamberg e.V. bei der Sparkasse Bamberg, IBAN: DE85 7705 0000 0300 2814 41, SWIFT-BIC: BYLADEM1SKB.

 

Wir empfehlen den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung, da von Seiten unseres Verbands eine Rückzahlung bei Nicht-Antritt der verbindlich gebuchten Reise nicht möglich ist.

 

Aktuelle Infos zu unseren Reisen finden Sie auf unserer Homepage, telefonische Rückfragen sind unter 0951/133426 (Monika Beer) und 09194/4645 (Dr. Jürgen Gröbel) möglich. Änderungen der Abläufe, Preise und Termine sind vorbehalten.


Nike Wagner: ». . . allons enfants . . .«

Festvortrag zur Eröffnung des Beethovenfestes 2016

 

Verehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren – ich heiße Sie herzlich willkommen zur Eröffnungsmatinee des Beethovenfestes 2016.

 

Eingeleitet wurde sie von Beethovens 15 Variationen mit einer Fuge für Klavier in Es-Dur, den sog. »Eroica«-Variationen. Ausklingen wird diese Matinee mit Beethovens »Eroica« in der Fassung für Klavier Solo von Franz Liszt – von Franz Liszt, der im übrigen nicht nur alle Beethovensinfonien auf sein Instrument übertrug, sondern auch der Begründer der Beethovenfeste in dieser Stadt war.

 

Monomanisch also die »Eroica« – jawohl, wir werden sie auch im Lauf des Festivals öfter hören, in symphonischer Originalgestalt, in ihrer Vorform als Ballettmusik und

in spielerischen musikalisch-literarischen Paraphrasen.

 

Was signalisiert uns dieses Werk, das – neben der 5. Beethovens – zu den berühmtesten und meistgespielten seiner neun Sinfonien zählt? Warum die »Heroische« so prominent platzieren« in Zeiten, wo uns die – eher unheroischen – Ideale der Demokratie wieder stärker beschäftigen müssen? Eine Sinfonie, im übrigen, die zwar ein erstes »Ideenkunstwerk« war, in der Folge, der Rezeptionsgeschichte aber auch ein »Steilvorlage« darstellte für alle möglichen heldischen Ideologien, deutschnationale wie nationalsozialistische, und bis heute nie ganz befreit erscheint von diesen heldischen »Schlinggewächsen« (Martin Geck).

 

Wir kommen der Sache näher – und auch den tiefen Wünschen des Beethovenfestes 2016 mit seinem »Revolutionen«-Motto –, wenn wir in die Entstehungszeit zurückgehen. Was bewegte Beethoven damals, was bedeutet die »Eroica« in zeit- und musikgeschichtlicher Hinsicht? Genügen »revolutionäre Sympathien« – wie sie Beethoven bekanntermaßen hegte –, um »revolutionäre« Musik zu schreiben? Und was/wie wäre diese?

 

1803. Beethoven ist 33 Jahre alt, als er die »Eroica« in Wien schreibt und beendet,

etwa gleichaltrig mit Napoleon Bonaparte, der ein paar Jahre zuvor, 1799, mit

einem Staatsstreich das Ende der Revolution besiegelt und sich zum Ersten

Konsul und damit zum Alleinherrscher Frankreichs gemacht hatte. Selbstverständlich trug Beethoven damals keine gepuderte Perücke mehr wie noch zu Bonner Hofmusikus-Jugendzeiten, sondern frisierte sein dunkles Haar nach römischer Mode – à la Titus – nach dem Vorbild Napoleons, mit weichen, romantischen Fransen in der Stirn, gleichsam wehend in Freiheit. Und selbstverständlich gehörte Beethoven – nicht anders als die deutschen Dichter und Denker, als Goethe, Schiller, Hölderlin, Hegel und so viele Intellektuelle – zu den Bewunderern Napoleons, dem die Hoffnungen, daß er die Ideale der Aufklärung – in deren Namen die französische Revolution ja stattfand und konkret bis in die

linksrheinischen Gebiete herüberwehte – aus Blut und Terreur retten und in einem neuen, republikanischen Code civile verankern würde. Es war eine Zeit der Aufbrüche und konkreten Utopien, mit einer permanent siegenden Lichtgestalt

an der Spitze der »aufgeklärtesten« Nation Europas, einem starken Mann, der

nicht durch ererbte Privilegien an die Macht gekommen war, sondern allein durch

sein – auch militärisches – Genie. Er würde Europa neu ordnen, nach republikanischen Prinzipien. Das mußte die Stürmer und Dränger der damaligen Zeit tief berühren und motivieren. Das politische Genie und das künstlerische Genie waren Brüder im Geiste. Napoleon war zu Lebzeiten schon ein Mythos geworden und die Bewunderung Beethovens für Napoleon ist ihm sein Leben lang geblieben, jenseits aller aktuellen Enttäuschungen – zuerst Napoleons Konkordat mit dem Papst und dann seine Selbstkrönung zum Kaiser.

 

Wir halten aber noch im Sommer 1803. Die »Eroica« lag im Juli fertig vor und das Schicksal ihrer Deutungen und Bedeutungen nimmt bald seinen Lauf. Es beginnt das der Musikwissenschaft wohlbekannte Durcheinander mit den Widmungen der »Eroica«, wobei hier, bei Beethoven, taktische Fragen mit ideellen Inhalten und

persönlichen Nöten verwirrend ineinander geschachtelt sind. Beugen wir uns für

einen Moment über diese Zusammenhänge, denn sie werfen ein Licht auf das

größere Thema »Musik und Politik«. Über den Schüler Ferdinand Ries wissen wir

von Beethovens Umzugsplänen nach Frankreich etwa für 1804/05. Er war verärgert, daß er in Wien keine feste Stelle bekam, Paris schien die neue Hauptstadt für Musik in Europa, auch was das Verlagswesen und die Preisgestaltung betraf; er

war in Paris nicht nur gut bekannt, sondern plante auch schon, sich dort ein

ordentliches Entrée zu verschaffen. Ries berichtet im Oktober 1803, daß

Beethoven nun bald das »Sujet zu seiner Opera« erhalten werde – nämlich das

alte Revolutions-Libretto zu »Léonore« von Nicolas Bouilly, übersetzt von

Joseph Sonnleitner – also das zukünftige »Fidelio«-Libretto. Um dieses Entrée

in Paris glanzvoll zu vervollständigen, hätte er auch schon ein Werk in der

Königsgattung der Instrumentalmusik, der Sinfonie gehabt: eben die »Eroica«,

und nicht nur die. Er arbeitete bis Jahresende 1803 bereits an der nächsten –

der späteren 5. Sinfonie – und daß auch diese geeignet gewesen wäre für Paris,

bezeugen die vielen Elemente aus der französischen Revolutionsmusik, die hier

zu finden sind, mitsamt mit ihrer Kampf- und Siegesthematik. Bonn war damals

französisch, Napoleon wurde hoch verehrt – und es hätte vielleicht nicht viel

gefehlt und gebürtige Bonner wäre wirklich nach Paris umgezogen. Ein Werk,

gewidmet dem Sologeiger in Napoleons Privatkapelle, Rodolphe Kreutzer, war ja

ebenfalls schon da (1802).

 

Aber da gab es einige Stolpersteine: Ohne seine Werke vorher in Wien aufgeführt zu haben, auch die neue Oper, würde er nicht nach Paris gehen. Vor allem die neuen

Klanglichkeiten und Dimensionen seiner »Eroica« erforderten dies. Und für

Proben, halböffentliche und öffentliche Aufführungen hatte er in Wien alle

Verbindungen, die er brauchte – es ist sein Gönner Fürst Lobkowitz, der dieses

Werk für 700 Gulden kauft und sein Hausorchester für die Uraufführung

bereitstellt und später noch 80 Golddukaten drauflegt für die Widmung des

Werkes bei dessen Veröffentlichung 1806.

 

»Geschrieben« ist die »Eroica« jedoch zweifellos »auf Bonaparte«, wie Beethoven es eigenhändig mit Bleistift auf der Partiturabschrift von 1804 vermerkt, neben

dem später ausgekratzten Eintrag »intitolata Bonaparte« – was bis heute als ein

Loch im Papier zu sehen ist und als Anekdote die Runde machen konnte, die

Beethoven im Wutanfall zeigt. Denn aus Paris war im Dezember 1804 die Nachricht

gekommen, daß der bewunderte Napoleon sich selber zum Kaiser gekrönt und der

Volkstribun also sein wahres Gesicht gezeigt hatte: »Ist der auch nichts anders,

wie ein gewöhnlicher Mensch! Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füßen

treten, nur seinem Ehrgeiz fröhnen« – mit diesen Worten, so berichtete Ferdinand

Ries, soll Beethoven das Titelblatt seiner – inzwischen verschollenen –

Originalpartitur mit entsprechender Widmung zerrissen haben. Das klingt sehr

wohl nach Beethovenschem Temperament, muß aber Legende bleiben, obwohl eine

nützliche: Der Käufer einer Partitur – hier Graf Lobkowitz – ist normalerweise

auch der Widmungsträger. Da verbot sich jeder öffentliche Hinweis auf den

ersten und eigentlichen Widmungsträger von 1804 – auf Napoleon. Lobkowitz war

glühender Patriot, man war im Krieg, und Österreich stand vor der Entscheidung,

wiederum in die antifranzösische Koalition einzutreten. Ein Rätsel gab der

Forschung dann aber Beethovens letzter »Coup« auf: »Komponiert zur Erinnerung

an einen großen Mann« steht auf italienisch auf dem Titelblatt der Originalausgabe

von 1806. Wer war nun dieser »grand'uomo«, der unbekannte Held? Vielleicht eben doch Napoleon? Eine der schönsten Antworten auf diese Jahrhundertfrage gab ein großer Dirigent – Arturo Toscanini. Er sagte: »Für einige ist es Napoleon, für

andere ist es Alexander der Große; wieder andere sagen, es sei ein philosophischer Diskurs. Für mich ist es einfach nur: Allegro con brio« . . . Das ist »typisch Musiker«, die Hintergründe aber sind andere, sind politische. Der Musikwissenschaftler Peter Schleunig hat herausgefunden, daß es sich dabei um eine Person handeln mußte, die zu nennen politisch unmöglich war, deren Identität aber von den Eingeweihten erschlossen werden konnte. Die Zeiten hatten sich ja geändert – etwa mit 1805, nach der Schlacht von Austerlitz, wurde auch die deutsche Geisteselite antifranzösisch. Nun war Bonaparte ein Usurpator, und es galt, sich für den Befreiungskampf des deutschen Volkes zu engagieren. Und weil Preußen die Österreicher und Russen bei Austerlitz im Stich gelassen hatte, waren sie nun dran, die Preußen: besonders der Prinz Louis Ferdinand von Preußen wurde hier patriotisch aktiv. Beethoven hatte

diesen ausgezeichneten Pianisten und Komponisten während seines

Berlin-Aufenthaltes 1776 kennengelernt, ihm ist das 3. Klavierkonzert gewidmet,

und 1804 ließ sich der Prinz die »Eroica« auf dem Sommersitz des Fürsten

Lobkowitz gleich dreimal vorspielen. Louis Ferdinand galt als Symbolfigur des

preußischen und deutschen Widerstands gegen die Franzosen; er fiel noch vor der

Schlacht von Jena und Auerstädt, am 10. Oktober 1806. Am 29. Oktober wird das

kompositorische Werk von Louis Ferdinand in einer Anzeige über Neuerscheinungen in der Wiener Zeitung aufgeführt – zusammen mit Beethovens Neubenennung seiner »heroischen« Sinfonie. Da die Sinfonie aber schon Lobkowitz gewidmet war, konnte er den neuerlichen Widmungsträger nicht beim Namen nennen – außerdem, der Verkauf seiner Sinfonie »im zukünftigen französischen Zentraleuropa« (Peter Schleunig) wäre mit dem Namen eines deutschen Widerständlers auf dem Titelblatt sicher verboten worden.

 

Die »Eroica« ist also von Politik umgeben, im emphatischen Sinn, von des Patrioten

Beethoven Hoffnung auf eine deutsche Republik – erst mit der Unterstützung durch Bonaparte, dann im Widerstand gegen Bonaparte. Damit ist Beethoven jedoch keinesfalls ein Wendehals, denn trotz all seiner Faszination für den »großen Mann« ging es ihm nur um Freiheit, um Befreiung von Herrschaft. Damit bleibt es richtig, die »Eroica« ideenmäßig als »revolutionär« einzustufen, auch wenn die Situation selber, um 1804/05, keineswegs »revolutionär« war oder vom »Revolutionsfieber« gepackt wie in jenen Tagen der ersten »Revolutionskriege«

von 1793/94.

 

Auch der klassischen Definition von »Revolution«, wie die Philosophin Hannah Arendt sie erstellt hat, fügt sich die »Eroica« umstandslos ein. Im Unterschied zu

Kriegen, so Arendt, die so alt sind wie die Menschheit, seien Revolutionen eine

Erfindung der Neuzeit, die mit der Säkularisierung zusammenhing – denken Sie an

die gewaltige Säkularisierungswelle, die mit der »Franzosenzeit« auch im

Rheinland begonnen hatte. Anders als Kriege, Umstürze oder Rebellionen stelle

die Revolution aber einen Anfang dar, einen Neubeginn – den Handelnden gehe es

ausschließlich um die Sache der Freiheit und nicht, »negativ« bestimmt, um die

Befreiung von etwas, von Not, Elend und Furcht, sondern, positiv: Der »revolutionäre Geist« habe das Verlangen, »der Freiheit selbst eine neue Stätte zu gründen«. Daher kommt es wohl, daß dem Wort »Revolution« – trotz besseren Wissens – etwas grundsätzlich Unwiderstehliches anhaftet, etwas Auratisches, gewinnend Stürmisches. Wie lautete doch eines der berühmtesten Beethoven-Worte? »Freyheit / Weitergehn! « sei der Zweck – nicht nur der »Kunstwelt«, sondern in der »ganzen großen Schöpfung . . . « Um das Jahr 1803 hatte Beethoven expressis verbis beschlossen, für sein Komponieren einen »neuen Weg« einzuschlagen und die »Eroica« stellte den ersten großen prominenten Anlauf dazu dar.

 

Das Kunstwerk »Eroica« ist aber derart vielschichtig, daß wir noch von weiteren

Dimensionen dieses Werkes sprechen müssen. Es ist eingebettet in einen

Werkzusammenhang, der wiederum zu Bonaparte zurückführt, aber auch in einen

Lebenszusammenhang, der uns den Komponisten in einer tiefen Krise zeigt: aus

der ihn die »Eroica« mit ihrem per aspera ad astra-Modell, einem »Überlebensmodell«, dann herausholte (Peter Schleunig). »Weitergehn«, Befreiung und Rettung hängen miteinander zusammen.

 

Beethoven liebte es offenbar, das schwungvolle Thema, das wir aus dem »Eroica«- Finale kennen. Es erscheint zuerst, um 1800, als Tanzthema, als Kontretanz, dann wird es aufgenommen ins Finale seiner Ballettmusik »Die Geschöpfe des Prometheus«, Uraufführung im März 1801 – mit großem Erfolg. Die stoffliche Vorlage zu diesem Ballett, einer heroischen Allegorie, basierte auf dem Freiheitsgedicht »Il Prometeo« des italienischen Dichters Vincenzo Monti von1797, es war Napoleon gewidmet und der »moderne« Starchoreograph des damaligen Hofburgtheaters, Salvatore Viganó, brachte Montis Werk – zum Libretto verarbeitet – Beethoven nahe. Das Sujet traf den Zeitgeist. Das Thema des genialen Einzelnen – des mythischen Titanen, der den Menschen, gegen die Autorität der Götter, das Feuer

bringt, als Wärme des Überlebens und Licht der Erkenntnis, der also auch

Erzieher und Kulturstifter ist – dieses Thema wurde damals sehr genau verstanden. »Mit Prometheus begann die Geschichte der Revolutionen im Namen der

Menschheit« (Habakuk Traber). Und der »Prometheus der Epoche« war Napoleon – zeitgenössische Verkörperung einer uralten Rettungsphantasie.

 

Experten haben nachweisen können, daß Viganòs »Prometheus«-Handlung bis tief in die einzelnen Episoden der Sinfonie zu verfolgen ist. Und das bedeutet

unmißverständlich: die mythologische Retter-Figur des Prometheus und die

zeitgeschichtliche Figur des Ersten Konsuls verschwimmen ineinander, sind im

Empfinden Beethovens miteinander identisch. Selbstverständlich ist große Kunst

immer mehrfach codiert, aber allein dieser geistesgeschichtliche Zusammenhang

legitimiert ein Verständnis der »Eroica« als ein Werk genuin »revolutionären

Geistes« – als Aufruf zur Befreiung: Befreiung der europäischen Länder aus

ihren feudalistischen Systemen durch den Titanen Bonaparte. Wenn das ehemalige

Kontretanz-Thema nun – prometheisch aufgeladen – zum letzten Mal im »Erocia«

Finale erscheint, ist es auf großer Bühne, wird angereichert, variiert, fugiert, kommt ausführlich und vehement daher, wird zuletzt »in Vergrößerung wie auf ein Podest gestellt. Das ist gleichsam die emphatische Wiederauferstehung des Helden, nachdem dieser im 2. Satz, einer mit Motiven französischer Revolutionsmusiken gespickten Marcia funebre schon einmal zu Grabe getragen war.« ( Martin Geck).

 

Auch Beethoven fühlte sich einmal wie schon »zu Grabe getragen«. Das bringt er in

seinem »Heiligenstädter Testament« zum Ausdruck – zur gleichen Zeit, als er, ebenfalls in Heiligenstadt die »Eroica« komponiert. Dieses Testament ist Zeugnis seiner tiefen Verzweiflung über die nicht mehr zu leugnende Ertaubung und damit seiner gesellschaftlichen Isolation. »Es fehlte wenig, und ich endigte selbst mein

Leben – nur sie, die Kunst, sie hielt mich zurück«, heißt es da. Er muß sich am eigenen Schopf, mit der Hilfe seiner stupenden Kreativität aus einem Elend ziehen, aus dem ihm keine ärztliche Kunst wird helfen können, das war ihm klar. Beethoven ist ein maskuliner Charakter, eine Willensnatur – manche bringen den spezifischen teleologischen Furor seiner Musik, sein Zug auf ein Finale hin damit in Verbindung – jedenfalls sind nun die Weichen gestellt für das, was ihm selber »Heroisches« abverlangt. Nun beginnt das, was man pathetisch als das »Ringen mit dem Schicksal« bei Beethoven bezeichnet hat, verbunden mit dem Appell an das Höhere der Kunst und das Bessere im Menschen. Im Kontext der persönlichen Not hat er aus dem, was ein politisches Rettungskonzept war – mitsamt Prometheus und Napoleon – und mit dem »Fidelio« nicht minder – auch ein persönliches Rettungsmuster gefunden. Am Ende der »Eroica« holt sich der Komponist auch selber aus allen Gräbern der Verzweiflung. Der empirische Beethoven erobert sich den idealistischen. Sie bleiben miteinander verzahnt. Ganz großes ICH, autonome Subjektivität, ist Beethoven zugleich und definitiv Weltbürger. Ab jetzt wendet er sich an die »Menschheit«.

 

Aber ist eine Musik im Umfeld der Revolution deshalb schon »revolutionäre« Musik? Impliziert der gesellschaftliche Aufbruch notwendig auch formale Aufbrüche und Innovationen der Musik selbst? Wenn es richtig ist, daß Beethoven im akustischen Raum, im Echoraum der französischen Revolution heranwuchs und arbeitete, wie schlug sich das auf der Binnenseite seiner Musik nieder? Die agitatorischen Ziele einer »Musik der Revolution« können ja nicht identisch sein mit den Zielen einer Kunstmusik, die bekanntlich auf »Komplexität« aus ist, Kenner

anspricht, und das Wort »Revolution« ganz anders interpretieren muß. Und

dennoch: der »Geist« ist ein »Wühler« hat Jacob Burckhardt gesagt – warum

sollte er also nicht durch tausend unterirdische Gänge von Frankreich nach Wien

durchdringen? Die richtige Frage wäre: Was hat Beethoven daraus gemacht?

 

»Bisher diente die Musik dem Fanatismus der Kirche und der Tyrannei der Aristokraten, dank der Revolution – dient sie der Freiheit.« Der diese Worte schrieb, war nicht Beethoven, sondern einer der bedeutendsten Revolutionskomponisten jener Zeit, Etienne-Nicolas Méhul. Méhul war – wie auch François-Joseph Gossec oder Luigi Cherubini – einer der prominenten Mit-Schöpfer neuer musikalischer Gattungen und Genres, und es mußte im Dienst der Sache wirklich »erfunden« werden. Einerseits drängte die Revolution auf schnelle Verständlichkeit und auf die »Straße« – mit Rhythmik, leicht zu merkenden Refrains und dem Chanson. Das berühmteste Chanson damals – »Le chant du départ« von Méhul – war ab 1804 die

Nationalhymne, bis die Marseillaise ab 1830 wieder in ihre Recht eingesetzt wurde. Vier Jahre vor der »Eroica«, in Beethovens erster Sinfonie, taucht dieses von Napoleon besonders geliebte Revolutions-Chanson am Ende der Durchführung

auf, als Zitat. Wie Eleonore Büning richtig vermutet, ändert sich dies dann – dringt

die »Gestik der Revolutionsmusik« so tief in Beethovens musikalisches Vokabular

ein, daß er keine Zitatfragmente mehr verwenden muß. Das tut er in der »Eroica«

ja schon nicht mehr.

 

Eine Revolution brauchte aber nicht nur »die Straße«, sondern auch die pathetischen Selbstfeiern vor den Augen und Ohren aller, also drängte die Musik hinaus aus den Salons in die Öffentlichkeit, auf die großen Plätze. Es entstanden Hymnen und große Chöre, pathetisch-patriotische Formen, getragen vom »élan triomphale«. Dazu zählte auch Méhuls gewaltige »Messe solennelle« für die Krönung Napoleons, die Sie beim Beethovenfest 2016 hören werden – auf Originalinstrumenten und von den französischen Musikern des Ensembles Les Siècles. Ihr Dirigent François Xavier Roth kombiniert sie sinnigerweise mit Beethovens Fünfter: hier das kaiserliche Huldigungswerk – dort die tief in die Poren der Musik eingedrungene »andere« Verarbeitung der Revolution. Wir finden sie überall beim »mittleren«, dem »heroischen« und auch noch beim späten Beethoven der Neunten. Vor allem aber entstanden in Paris gewaltige Trauermärsche für die Opfer und Helden der Revolution – düster in der Klanglichkeit, mit Trommelwirbeln und Bläsern und feierlich-langsamem Marschrhythmus. Am eindrucksvollsten schlug sich dieser Satz-Modus – wie schon erwähnt – im berühmten 2. Satz der »Eroica« nieder, und es ist François-Joseph Gossecs berühmter »Marche lugubre« von 1790 für den toten Grafen Mirabeau, der hier das Vorbild ist: 400 000 Menschen folgten damals in Paris dem Sarg . . .

 

In und mit der Revolution in Paris wurde auch eine Gattung populär, die erste

Konzessionen an den Massengeschmack machte: die sog. Befreiungs- oder Schreckens- oder Rettungsoper. Schaurige, möglichst wahre Anekdoten bildeten die Stoffe, Rettung immer in letzter Sekunde, das Publikum im Banne eines »élan terrible« – die Revolution wollte auch Schichten ergreifen, die bisher von der Kultur ausgeschlossen waren (Karl H. Wörner). Eine der erfolgreichsten Rettungsopern war Cherubinis »Wasserträger« – einfacher Mann aus dem Volk rettet Grafen und Gemahlin vor den Jakobinern – wir führen sie deshalb im Rahmen unseres Festes auf, schließlich war Beethoven begeistert davon, und es lagen Cherubinis Noten während seiner Arbeit am »Fidelio« bei ihm auf dem Schreibtisch. Worin Beethoven dann über die Cherubini hinausgeht – mit dem er doch das große Sujet des Sieges der »einfachen Humanität« teilt – wissen Sie aus eigener »Fidelio«-Erfahrung: Es ist das von Ivan Nagel so genannte »wunderbare Windesbrausen«, der transzendentale Atem, die Extase der Freiheit, mit der Beethoven abstrakte Begriffe wie »Hoffnung« oder »Liebe« gleichsam von innen her aufbläht. Sukzessive, bis 2020, werden wir Ihnen beim Beethovenfest auch die

verschiedenen »Leonoren«-Opern jener revolutionären Epoche vorführen. Und ich

bin mir sicher, daß das Bonn der Gegenwart sich ganz anders verhalten wird wie

das Bonn der Franzosenzeit, als hier zwar die erfolgreichen französischen Opern

zur Aufführung gelangten - nicht aber die innovativen Revolutionsopern, sondern

das Repertoire aus dem Ancien Régime . . .

 

Niemand kann sich den Zeithintergrund für sein Leben aussuchen, aber es bleibt

aufregend zu sehen, wie ein Musiker, dessen Feld die abstrakte Musik ist, von

den politisch turbulenten Umständen seiner Zeit geprägt und auch in Bedrängnis

gebracht wird – die Geschichte der Widmungen der »Eroica« erzählt davon. »Musik und Politik« ist ein nicht auszuschöpfendes Thema, jede Zeit offeriert wieder neue Möglichkeiten des expliziten Engagements oder der unauffälligen

Elfenbeintürme. Solange »Text« dabei ist, ist es einfach und dann verschlägt es

auch nichts, daß die Komplexität einen so hohen Grad erreicht, daß wir den Text

nicht mehr als »Botschaft« verstehen – Beispiel Luigi Nono, der immer »politische

Musik« schreibt, nicht nur mit der »Fabbrica illuminata«, oder Frederic Rzewski, der mit einem Titel wie »People United Will Never Be Defeated« die Absicht seiner Klaviervariationen ganz klar macht – ähnlich wie Franz Liszt, der dem Aufstand der Lyoner Seidenweber – erster Arbeiterrevolte des Industriezeitalters – ein Klavierstück mit dem Titel »Lyon« widmete – oder wenn Darius Milhaud in seinen »Petersburger Soireen«, zwei Jahre nach der russischen Revolution, kleine souverän-ironische Lieder schreibt, die sowohl Menschen aus dem Ancien Régime porträtieren wie aus der Zeit danach: Eine Ballerina am Théâtre Châtelet in Paris beispielsweise, die nicht küssen mag, wird daran erinnert, daß sie damals in Moskau ein Küchenmädchen war, das sich die Küsse der letzten, nach Benzin stinkenden Autofahrern sehr wohl gefallen lassen mußte . . . oder wir haben – auch beim Beethovenfest 2016 zu hören – ein ausgesprochen »programmatisches« politisches Werk wie die gewaltige Orchesterkantate zum 20. Jahrestag der Oktoberrevolution, 1937 von Prokofiew für Stalin geschrieben, nachdem er einst, 1918, vor den sowjetischen Zuständen ins amerikanische Exil ausgewichen war – dorthin, wo ein anderer Exilant ein paar Jahre später auch sitzen wird, Arnold Schönberg – und sich, 1944, noch einmal die Maske »Napoleon« ausleiht und die »Ode auf Napoleon« komponiert, die Lord Byron einst voller Verachtung auf den abdankenden Kaiser geschrieben hatte. Schönbergs »Ode« nun geht gegen den Europa verwüstenden Adolf Hitler, sagt dessen Sturz voraus. Die Beispiele direkt und indirekt »politischer« Musik sind zahllos und wir haben Ihnen für unser Festival viele eindrucksvolle herausgesucht – wohl wissend, worin das Problem besteht: nicht immer ist die »richtige« politische Gesinnung auch Garantie für die Qualität der Musik. Und manchmal versteckt sich das Problem ganz und gar und man muß es herausholen: auf die »Weltrevolution« kann man nämlich auch mit einer »Revolution der Nuance« antworten wie Claude Debussy es getan hat mit seinen »Vorspiel zum Nachmittag eines Fauns«.

 

Aber hatte Beethoven es etwa »politisch« leichter als seine Nachfahren? Bei solch

spektakulären Ereignissen, die seine Biographie begleiten? Als Beethoven im Juli 1789 vorzeitig aus Wien nach Bonn zurückeilt ans Sterbebett seiner Mutter, bricht der Sturm auf die Bastille los; als er 1793 erneut und definitiv nach Wien zieht, sterben Marie Antoinette und Louis XVI unter der Guillotine; als er seine erste Sinfonie komponiert – mit dem Méhul-Motiv! – übernimmt Bonaparte die Macht; und 1804, das Jahr der Kaiserkrönung – war das Jahr der »Appassionata« und der »Waldstein«-Sonate. Als er den Liederzyklus an die »ferne Geliebte« vertont, sitzt Napoleon fern auf St. Helena und die Bourbonen waren wieder an der Macht . . . (s. Michael Stegemann) – und als er tanzte, der Wiener Kongreß, und Metternich die Völker wieder einschloß, waren mit »Wellingtons Sieg« und dem »Glorreichen Augenblick« und einigen anderen Werken die »affirmativen«, die am wenigsten interessanten Kompositionen Beethovens entstanden. Dann war schöpferische Pause . . . bis Beethovens Musik neue »revolutionäre« Sprünge machte, machen konnte – dank der Gnade des Wiener – und nicht des Pariser Standortes.

 

Die politischen Entwicklungen in den beiden europäischen Ländern hatten sich

natürlich auch auf ihre musikalischen Entwicklungen ausgewirkt. Während sich

Beethoven die neuen inhaltlichen und auch formalen Errungenschaften der

Revolution aneignete und anverwandelte – mehr sogar, als man lange Zeit aus

Unkenntnis der französischen Seite wahrhaben wollte – erlebten die Franzosen,

mit dem Untergang der Monarchie, auch den Untergang aller traditionellen

musikalischen Formen des 18. Jahrhunderts. Sie setzen neu an – »allons enfants«

–, und danach blockierten die endlosen Napoleonischen Kriege die Entwicklung

der französischen Musik, bis sich, im Second Empire, die Oper wieder einen Platz

eroberte und „der Virtuose« die Szene betrat, neben Paganini vor allem Franz Liszt.

 

In Deutschland/Österreich hingegen, besonders in Wien, konnte sich in aller Ruhe,

Feinheit und Verinnerlichung, die Wiener Klassik mit Beethoven weiter ausformen, gültige Maßstäbe für die Instrumentalmusik etablieren und mit dem späten Beethoven eine Revolution im Innern, in den Binnenstrukturen der Musik anzetteln . . . »Tagträume« nannte Ernst Bloch Beethovens späte Werke, »konkrete

Utopien«.

 

Doch noch ein letztes Mal zurück zur »Eroica«. Wir sind ja unendlich weit entfernt

von der Zeit – und vom Komponieren - Beethovens. Haben unsere Zeitgenossen,

haben unsere Komponisten mit ihren ganz anderen Sensibilitäten und Erfahrungen

denn noch einen Bezug zu diesem alten Werk?

 

Das Beethovenfest hat mit dem letzten Jahr eine Serie von Uraufführungskompositionen initiiert, Auftragswerke an bekannte europäische Komponisten, sich ihren »Lieblingsbeethoven« herauszusuchen und sich dazu musikalisch zu verhalten. Zu meiner Überraschung hat sich der französische Komponist Hugues Dufourt die »Eroica« als Referenzwerk für seine Beethoven-Hommage ausgesucht. Sie erklingt am 23. September, vom WDR-Orchester unter Marek Janowski gleich zweimal. Dufourt, ein besonders klangfeiner, klanganalytischer Komponist – man zählt ihn unter die »Spektralisten« –, hatte also den Mut, sich auf diese Sinfonie zu beziehen. Was konnte ihn reizen? Natürlich kennt er die Einflüsse der französischen Revolution auf dieses Werk – zu hören, wie er sagt, im verstärkten Bläsersatz, zu spüren in der ausladenden Breite des ersten Satzes und der schier unglaublichen´Dynamisierung der Formen und Techniken. Dufourt spricht aber auch von einer »neuartigen Technik der übersteigerten Zerlegung der Tonsprache«, die Beethoven hier erreicht habe – und da setzt sein Interesse an. Indem die »Eroica« den Rahmen sprengt, in dem sich die klassische Sinfonie bisher bewegte, führe sie in eine neue »Epoche der geistigen Welt«. Seither habe die sinfonische Tonsprache das Bewußtsein ihrer Historizität entwickelt, seither werde die Musik »vom Nachdenken über sich selbst nicht mehr lassen können«. Denn: mit der »Eroica« ist zum ersten Mal »Geschichte« in die Musik eingedrungen, die kollektive Erfahrung von Krieg und Tod, die »entfesselte Gewalt«. Die »Öffentlichkeit«, die die Musik in der Revolution anstrebte, ist mit der »Eroica« erstmals zur ästhetischen Kategorie geworden. Dufourt spielt auf solche Zeitenwenden an, wenn er meint, daß für ihn die »Revolution, die der Computer bedeutete« – auch eine »Revolution des Denkens« zum Inhalt habe. Der Computer machte es möglich, die Musik in ihre Bestandteile zu zerlegen – er ermöglichte die spektrale Analyse von Musik und damit jene »Spektralmusik«, musique spectrale, die sich seit den 1970er Jahren in Paris herausgebildet hat und vom Interesse für die »Obertöne« der Klänge bestimmt ist, für die feinsten Klangfarben-Veränderungen.

 

»Revolutionen« heißt unser Festival-Motto – die Pluralform öffnet den Blick von der französischen Vergangenheit der Beethovenzeit, symbolisiert in der barbusigen

Bild-Ikone der »Liberté« von Eugène Delacroix, bis zur Gegenwart. Unterwegs,

unübersehbar, liegt da aber ein zweiter Revolutions-Komplex, ein dicker Brocken, der Europa – besonders Mitteleuropa – umgepflügt und geformt hat: Nach der bürgerlichen in Frankreich kam die proletarische Revolution in Russland, in den Schüben von 1905 und 1917. Wie sah es da aus? Schließlich war auch hier die

französische Revolution »stilprägend« geworden, nicht anders als für die

Revolutionen von 1830, 1848 oder 1871 – und nicht zufällig verstanden sich Lenin

und seine Genossen als die »Jakobiner« ihrer Revolution. Jedenfalls erhielten die Ideale der Aufklärung – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – in der von Karl Marx niedergelegten Weltanschauung eine Variante. Wenn wir wiederum bei der Revolutionstheoretikerin Hannah Arendt nachschauen, so erfahren wir, daß

sich der Freiheitsbegriff, der mit dem Begriff der Revolution immer verbunden

ist, nun änderte: Die Massenarmut abzuschaffen war zum politischen Ziel

geworden, die »Produktion von Gütern zum obersten revolutionären Ziel erklärt –

und nicht mehr die Freiheit«.

 

Aber wieder gab es Musik dazu. Früher die »Marseillaise« – nun: »Völker hört die

Signale! « Der Text der »Internationalen« geht – vielleicht nicht zufällig – auf einen französischen Dichter zurück, der aktiv an der Pariser Kommune von 1871 beteiligt war. Daß aber aus den »Trümmern der alten Gesellschaft die sozialistische Weltrepublik«, ein Paradies auf Erden, entstanden wäre, wird niemand behaupten. Es gab aber – bevor Stalin die Künstler mit seinen kulturpolitischen Repressionen und seinen massentauglichen ästhetischen Doktrinen knebelte – Prokofiews Jubel-Kantate zum 20. Jahrestag der Revolution wurde wegen Verdachts auf Mehrdeutigkeit und Ironie dann doch nicht aufgeführt –, da gab es, in den

Frühzeiten des Bolschewismus, eine phantastisch kreative Engführung zwischen

politischem und künstlerischem Aufbruch. Der etwas ältere Skrjabin schrieb 1911

seine Vision von der neuen Menschheit, seine »Eroica« – und prompt kehrt die

Figur des Prometheus wieder in seinem »Feuergedicht«, mit dem experimentellem »Farbenklavier« – einer ersten »Lightshow« der Töne. Dann kamen die jüngeren »Avantgardisten« und die technischen Euphorien der Zeit erhielten musikalischen Ausdruck: »Stahl« heißt die Ballettmusik des ziemlich verrückten Alexander Mossolow. Überhaupt die Ballettmusik: interessanterweise bahnten sich über dieses Genre sehr häufig die »Revolutionen« an: Von Schostakowitsch hören wir das »Goldene Zeitalter« – eine ironische Überdrehung des Klassenkampfs ins Groteske. Oder wir denken an die Ballettmusiken, die von Paris aus die Welt verändert haben: Neben Debussy war das vor allem der rhythmisch-archaisch stampfende »Sacre du Printemps« des Russen Igor Strawinsky . . .

 

Kann man mit Bewegung – mit Tanz – die Welt verändern? Zumindest kann der Tanz eben so viel wie die Musik: Er kann ein Bewußtsein von Freiheit schaffen. Hier fügen sich ganz wunderschön die Tanz-Veranstaltungen des Beethovenfestes ein – wir erinnern an den American Postmodern Dance der 1960er Jahre, als »Freiheit« in den modern-neoklassischen Tanz, Freiheit im Sinne einer Nobilitierung der

Alltagsbewegung und Freiheit von jeder Erzähl-Haltung sich durchsetzte,

Freiheit auch vom Horchen und Reagieren auf die Musik, eine Freiheit, die neue

– demokratische – Bezüge zur Welt und zu den anderen Künsten stiftete.

 

Die beiden großen Revolutionen, die französische wie die russische, sind

Geschichte. Wie immer in Blut ertrunken und gescheitert beziehungsweise in

Restaurationen oder Diktaturen mündend – sie haben tiefe Spuren hinterlassen,

und unsere Welt war danach eine andere. Eine andere und auch nicht: derzeit

waten die arabischen Länder im Blut ihrer jüngst gescheiterten Revolutionen –

und deren Folgen bedrohen inzwischen auch unser auf den »Beethovenschen«

Idealen basierendes und schwer erkämpftes Europa. Es ist EINE Welt geworden.

 

Und in dieser EINEN Welt bekommt sogar die grelle, erst einmal kunstfeindliche

Forderung eines deutschen Komponisten aus den Tagen der 68er Revolution –

begonnen hatte sie wieder mal in Paris – eine eigentümliche Wahrheit: »Notwendig«, schrieb Hans Werner Henze damals, »notwendig sind nicht Museen, Opernhäuser und Uraufführungen. Notwendig ist die Schaffung des größten Kunstwerkes der Menschheit: die Weltrevolution.«

 

Das Beethovenfest der kommenden Jahre wird daran arbeiten und würde Sie bitten, das Ihre dazu zu leisten . . . allons enfants!

 

Mit einem überaus herzlichen Dank an alle »meine« Enfants, all die hervorragenden, ja »heroischen« Mitarbeiter des Beethovenfestes, wünsche ich uns allen ein ebenso reiches wie tiefes, ebenso stürmisches wie nachdenkliches – einfach ein schönes Beethovenfest 2016! Und nun zurück zur »Eroica«!

 

© Nike Wagner

***

 

 

Erster Reisebericht aus Bonn & Marl

von unserem neuen Mitglied Ursula Lauterbach

Ein Angebot des Richard-Wagner-Verbands Bamberg machte es mir möglich, Anfang September 2016 das Beethoven-Fest in Bonn, die Ruhr- Triennale in Marl und die Pückler'sche Gartenkunst in der Bundeskunsthalle zu besuchen. Mein Motto als Frischling war: »Notizen eines unbedarften Laien«. Das Motto des Busfahrers Hermann war: »Never stop at Tank-und-Rast!«

 

Der Besuch des Geburtshauses von Ludwig van Beethoven läßt schon die besondere Persönlichkeit dieses Komponisten erkennen, dessen protestantische Familie im liberalen Bonn vom Kurfürsten eine Förderung erfuhr, die im erzkatholischen Köln nicht möglich gewesen wäre. Sehr eindrucksvoll auch die museale Darstellung seiner langsamen Ertaubung: gigantische Hörrohre in der Museumsvitrine sollten besseres Hören ermöglichen, stempelten Beethoven aber zum Außenseiter. Die genetisch bedingte Taubheit (Fehlen der Flimmerhärchen im Ohr, so weiß man heute) war eine schier unglaubliche Belastung für Beethoven: einerseits Taubheit für Musik und Sprache und andererseits extreme Geräuschbelastung durch Lärm wie Kutschengeratter oder Pferdegetrappel.

 

Der Eröffnungsvortrag der Intendantin Nike Wagner in der Aula der Universität zum diesjährigen Thema des Beethoven-Festes »Revolutionen« zeigt uns in großartiger Weise (»allegro con brio«) weitere Facetten von Beethovens Werk, nämlich die Intention der Eroica, auf. Begeistert von einem neuen Befreier, einem Titan, einem Retter, der Europa die Freiheit bringen würde, wie Prometheus der Menschheit das Feuer, wollte Beethoven die Symphonie eigentlich Napoleon widmen. Das neue Revolutionspathos in Beethovens Komposition, weg von den Salonmusiken des Ancien Regime hin zu einer wiedererkennbaren Musik auf den großen Plätzen schwingt in der Eroica mächtig mit. Das ist die Nobilitierung des Alltags! Auch die Attitüde Beethovens drückt nun Revolution aus: keine gepuderte Perücke mehr, stattdessen lange Hosen, wehendes Haar im römischen Stil eines Titus, wie der junge Napoleon auf dem berühmt gewordenen Porträt mit Pferd... Bewegung, Freiheit, Aufbruch! Activité, vitesse, vitesse! 1803 geschrieben, wird die Symphonie No.3 ein persönliches Rettungsmuster für Beethoven, dessen immer größer werdende Depression durch die Taubheit in der Wucht und im teleologischen Furor am Ende der Symphonie ihre Erlösung findet. Die Eroica

sollte Beethovens Entrée in Paris sein, doch auch finanziell muß man überleben und so widmete Beethoven die Symphonie dem Fürsten Lobkowitz, seinem Gönner, der für die Widmung viel Geld bezahlte. Eine Widmung ist die damalige GEMA gewesen, man bezahlte für die Rechte an einer Musik, die dann von anderen nicht mehr genutzt werden konnte, so lange die Rechte galten. Eine Umwidmung der Symphonie war so also rechtlich eigentlich nicht mehr möglich, und Beethoven war nach der Kaiserkrönung Napoleons sowieso dermaßen enttäuscht vom einst so hoch verehrten Usurpator, daß er den Platz für die Widmung leer ließ, bzw. ausradierte. Schließlich wurde die Eroica einfach »einem großen Mann gewidmet« . . . eine salomonische Lösung.

Nike Wagner und ihr Mann Jürg Stenzl auf dem Weg zur Aula der Universität Foto: Lauterbach
Nike Wagner und ihr Mann Jürg Stenzl auf dem Weg zur Aula der Universität Foto: Lauterbach

Im Unterschied zu Kriegen, so Hannah Arendt, sind Revolutionen eine Erfindung der Neuzeit, der Säkularisation, nämlich eine wilde Bewegung mit einer Idee, einer Vision hin zur Freiheit, der »Freiheit eine neue Stätte zu gründen«. Der neue Zeitgeist deutet sich bereits bei Cherubini an in der Oper »Der Wasserträger« und verdichtet sich bei Beethoven durch den Furor und die Kraft des verstärkten Bläsersatzes in der »Eroica«. Die Ideen der französischen Revolution waren stilbildend für spätere Revolutionen, nicht von ungefähr bezeichnet sich Lenin später als einen »Jakobiner der Revolution«, und die »Eroica« ist die erste Komposition überhaupt, die Geschichte ausdrückt! Was für ein Meilenstein! Konstantin Scherbakow führt uns bis zur Erschöpfung dann in einer wahren interpretatorischen Meisterleistung diese revolutionäre Kraft am Klavier vor: die Symphonie Nr. 3 in Es-Dur op. 55, Fassung für Klavier solo von Franz Liszt.

 

Beethoven, Napoleon und natürlich am Abend zuvor das Konzert in der Beethovenhalle mit der bezaubernden, im Ausdruck warmherzigen Hilary Hahn und der tschechischen Philharmonie unter Jiri Belohlavek mit einem besonderen Lichtpunkt: der Ouvertüre für Orchester »Don Quixotte tanzt Fandango« von Victor Ullmann, der das Werk 1942 in Theresienstadt geschrieben hatte und 1944 in Auschwitz ermordet wurde. (»Ich habe in Theresienstadt ziemlich viel neue Musik geschrieben. Zu betonen ist … dass wir keineswegs bloß klagend an Babylons Flüssen saßen, und dass unser Kulturwille unserem Lebenswillen adäquat war« schrieb Ullmann noch im Sommer 1944 in einem Essay über »Goethe und Ghetto«).

 

Boris, unübersehbar in der Mitte, und einige Mitglieder seiner Familie im gastronomisch fast allem gewachsenen Lipper Hof in Marl Foto: Lauterbach
Boris, unübersehbar in der Mitte, und einige Mitglieder seiner Familie im gastronomisch fast allem gewachsenen Lipper Hof in Marl Foto: Lauterbach

Und ja, es gibt ein Leben auch jenseits der Konzertsäle, nämlich im »Pott«! Die Ruhrtriennale zeigt uns kulturelles Leben in einem postindustriellen Ambiente, und auch die Menschen dort zeigen uns ihre Art von Kultur, nämlich die Kultur der Gastfreundschaft, wie z.B. Boris’ Familie im »Lipper Hof« aus Serbien und Mazedonien stammend, die uns mit ihren internationalen Spezialitäten von indisch bis jugoslawisch und wienerschnitzlerisch bewirtete. So gelungen kann Integration sein und so ruhrpottisch sympathisch spricht die jüngste Generation, die schon in Deutschland geboren ist.

 

In der Zeche Auguste-Victoria, erst 2015 stillgelegt, glitzert dann die Kohle in einem überwältigenden Bild von Millionen Diamanten, als sich die Kohlenmischmaschine langsam nach rückwärts bewegt und eine Szene erschafft wie im Film »Independence Day«: der Mensch im »Fall Meursault« von Kamel Daoud und seine »Geworfenheit in das existentialistische Sein«. Die Inszenierung von Johan Simons beeindruckt durch die Location, durch die Lichttechnik und durch die Schauspielkunst der Darsteller. Das Stück selbst schien mir fast ein wenig langatmig, aber das existentialistische Drama des Kampfes im Fremdsein an sich bewegt. Der andere ist fremd und wir sind uns selbst auch manchmal fremd. Es ist nicht leicht, die »Verwüstungen in uns selbst« (Jasenka Roth) kennenlernen zu wollen.

 

Die Porte-Ananas – der Glaspokal für das Statussymbol auf  Fürst Pücklers Tafel.  Foto: Lauterbach
Die Porte-Ananas – der Glaspokal für das Statussymbol auf Fürst Pücklers Tafel. Foto: Lauterbach

Schließlich noch die Bundeskunsthalle mit der »Pücklerschen Gartenkunst«. Ein Pleasure Ground mit einer damaligen grandiosen Geschäftsidee: Ananas-Verleih für nicht so vermögende Adlige. Die Ananas als Statussymbol auf jeder fürstlichen Tafel war Pflicht – wohl gemerkt: zum Anschauen, nicht zum Essen! Und wer sie sich nicht leisten konnte, lieh sie sich für einen Abend aus! Denn, wie Pückler sagte, nachdem er die Gärten der Fürsten mit der Idee einer Baumverpflanzungsmaschine und dem Verschleudern von Familienvermögen in Bad Muskau, Branitz und Babelsberg nach englischem Vorbild revolutioniert hatte: »Knickern aber darf man nicht, denn umsonst ist nur der Tod!« 

 

Bei der Heimfahrt schließlich fasst unser Busfahrer Hermann die Richard-Wagner-Gesellschaft so zusammen: »Am Anfang erschienen Sie mir alle ein bisschen . . . hmmm . . . dezent . . . , aber dann haben sich doch alle prächtig unterhalten!«

 

Ursula Lauterbach (links, leider nur von hinten) und Monika Beer vor der Bundeskunsthalle mit einem Fürst Pücklerschen Baumtransportwagen Foto: Karlheinz Beer
Ursula Lauterbach (links, leider nur von hinten) und Monika Beer vor der Bundeskunsthalle mit einem Fürst Pücklerschen Baumtransportwagen Foto: Karlheinz Beer

Detaillierter Zeitplan für Bonn & Marl

Freitag, 9. September 2016

8:00 Uhr Abfahrt Bamberg, Parkplatz Würzburger Straße: Der Parkplatz liegt im rechten Viertel unterhalb der Kreuzung Babenbergerring und Würzburger Straße (im Plan unten links, wo sich auf beiden Straßenseiten blau markierte Bushaltestellen befinden), nach der ersten Bushaltestelle nach rechts einbiegen, dort sind Parkplätze ausreichend vorhanden.

 

Fahrzeit Bamberg/Bonn ca. 5 Stunden (ca. 400 km mit Pausen)

13:00 Uhr Ankunft in Bonn, Hotel Europa, Thomas-Mann-Str. 7, Check-In um 13 Uhr nur teilweise möglich -> Gepäckaufbewahrung, Lade-Zone vor der Tür

Mittagessen individuell -> Einkehrmöglichkeiten sind im Lageplan unten aufgeführt

 

15:30–16:30 Uhr Führung durch das Beethoven-Haus

17:00–ca. 17:45 Uhr Gelegenheit für einen kurzen, kostenlosen Konzertbesuch im Beethoven-Haus mit Klaviermusik von Beethoven, Chopin und Schumann auf dem historischen Graf-Flügel von 1824; keine Reservierung möglich, Anzahl der Plätze ist begrenzt!

Individuelles Abendessen/Snack auf dem Fußweg zurück ins Hotel

19:00 Uhr Abfahrt vom Hotel zum Konzert in der Beethoven-Halle

ca. 22:00 Uhr nach dem Konzert, Empfang und Abendessen im Restaurant Dacapo (Zugang über die Beethovenhalle, auf der linken Seite nach hinten und dann nach rechts), Dauer ganz nach Belieben, individuelle Rückkehr ins Hotel, zu Fuß ca. 1 km oder mit Taxis (stehen vor dem Eingang).

Link zum Thema: http://www.beethovenfest.de/programm/

 

Samstag 10. September 2016

10:00 Uhr Abfahrt zur Eröffnungsmatinee des Beethovenfestes mit einem Festvortag Nike Wagners und einem Klavierkonzert in der Aula der Universität Bonn

Das Hotel Europa liegt oben links im Ecke bei der U-Bahnstation Bonn Stadthaus, die Uni-Aula im oberen Teil des Hofgartens am Regina-Pacis-Weg 3

13:00 Uhr Ende der Veranstaltung und individuelle Rückkehr ins Hotel, zu Fuß ca. 800 m

15:30 Uhr Abfahrt vom Hotel nach Marl, Entfernung 140 km, Fahrtzeit ca. 2 Std.

->>bitte in wetterfester und warmer Kleidung!

17:30 Uhr Ankunft in Marl, Abendessen à la carte im Restaurant Lipper Hof

http://www.lipper-hof.de/speisekarte.html

18:45 Uhr Abfahrt zur Zeche Auguste Viktoria, Entfernung 2 km

Links zum Thema:

https://www.ruhrtriennale.de/de/produktionen/die-fremden

https://www.ruhrtriennale.de/de/programmlandkarte-zeitung-und-newsletter

Literatur: Albert Camus Der Fremde, Rowohlt-Verlag, Kamel Daoud Der Fall Meursault, Kiepenheuer &Witsch

 

19:15 Uhr Einführung der Ruhrtriennale zu Die Fremden

20:00 Uhr Dernierenvorstellung von Die Fremden

22:00 Uhr Rückfahrt nach Bonn, Ankunft ca. 24:00 Uhr

 

Sonntag, 11. September 2016

10:00 Uhr Abfahrt zur Bundeskunsthalle, vorher Check-Out, Gepäck zum Bus.

10:45–11:45 Uhr Führung durch die Ausstellung Parkomanie. Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler

Links zum Thema:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pueckler-ausstellung-unbaendige-gartenfreude-14334593.html

http://www.nzz.ch/feuilleton/kunst_architektur/landschaftsarchitekt-hermann-von-pueckler-muskau-die-ganze-welt-in-einem-garten-ld.107705

http://www.welt.de/print/wams/nrw/article155558875/700-Baeume-und-ein-Melancholiker.html

http://www.dw.com/de/die-wundersamen-g%C3%A4rten-des-f%C3%BCrst-p%C3%BCckler/a-19273553

http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/kultur-und-medien/bonn/F%C3%BCrst-P%C3%BCckler-Im-Garten-der-L%C3%BCste-article3254809.html

http://www.welt.de/geschichte/article150198098/Die-Kinder-Maetresse-des-fuerstlichen-Playboys.html

Die Eintrittskarte ist für alle Ausstellungen gültig!

12:00 Uhr gemeinsames Mittagessen im Restaurant Speisesaal der Bundeskunsthalle

-> Speisekarte

Das Reh ist nicht die Frau vom Hirsch.

Besucher-Gruppenkarte

Vorbestellungen bitte morgens ab 10:00 vor Ihrer Ankunft telefonisch an 0228-9171420 oder vor Beginn der Führung. Das Essen ist dann bereits vorbereitet und Sie müssen nicht warten. Vielen Dank.

Mit Fleisch Tafelspitz in Tomaten-Oliven-Ragout auf Bandnudeln

Salat der Saison mit Hähnchenbruststreifen & gebratenen Champignons

Fisch Gebratene Meerbarbe auf Gemüse der Saison mit Honig-Senf-Sauce & Kräuterkartoffeln

Vegetarisch Gemüsebratlinge mit Joghurt-Minz-Sauce & Blattsalat

Preis inklusive 0,3 l Apfelschorle oder Mineralwasser pro Person 15,50 €

Zahlungsweise: Die Abrechnung unserer Gruppenangebote erfolgt ausschließlich auf eine Gesamtrechnung. Keine Einzelabrechnung möglich. Wir wünschen Ihnen Gute Fahrt und einen Schönen Aufenthalt in Bonn.

 

14:30 Uhr Abfahrt nach Bamberg, Ankunft um ca. 20:00 Uhr

 

Wichtige Telefonnummern:

Hotel Europa, Thomas-Mann-Str.7, 53111 Bonn, Tel.: 0228-60880

Jürgen Gröbel (Reiseleitung RWV): 0172-93 96 123

 

 

***

 

Musik- & Kunstreise (Vorschautext)

Die exklusive Musik- & Kunstreise führt uns von 9. bis 11. September 2016 zum Beethovenfest in Bonn und zur Ruhrtriennale nach Marl.

 

Nach dem Besuch von Nike Wagner bei uns in Bamberg möchten wir die Eröffnung des diesjährigen Beethovenfests in Bonn und die Dernière einer Musiktheater-Uraufführung des Ruhrtriennale-Intendanten Johan Simons in Marl miterleben! Wir laden unsere Mitglieder und Freunde zu einem einzigartigen Kunst- und Musikerlebnis herzlich ein:

 

FREITAG, 9. SEPTEMBER 2016

 

Abfahrt nach Bonn um 8 Uhr am Parkplatz Würzburger Straße in Bamberg; Mittagessen und Zimmerbezug im Hotel Europa, wo wir zwei Nächte logieren und frühstücken.

 

Am Nachmittag Besichtigung des Beethovenhauses und ein kleines Abendessen, abends um 20 Uhr Eröffnungskonzert des Beethovenfests Bonn mit der weltbekannten Geigerin Hilary Hahn in der Beethovenhalle. Es spielt die Tschechische Philharmonie unter Jiří Bělohlávek, dem Mentor von unserem neuen Chefdirigenten Jakub Hrůša. Aufgeführt werden das »Concert Românesc« für Orchester von György Ligeti, Mozarts Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219, Viktor Ullmanns Ouvertüre für Orchester »Don Quixote tanzt Fandango« sowie von Antonín Dvořák die Konzertouvertüren für Orchester op. 91/1–3 »Natur, Leben, Liebe«.

 

Exklusiv für uns ist die Teilnahme an der anschließenden internen

Eröffnungsfeier: Wir dürfen im Restaurant der Beethovenhalle unter Künstlern und Ehrengästen, Mitwirkenden und Mitarbeitern bei Häppchen und mit diversen Getränken auf den erlebten Kunstgenuss anstoßen.

 

SAMSTAG, 10. SEPTEMBER 2016

 

Bei der Eröffnungsmatinee um 11 Uhr in der Aula der Universität Bonn hält Beethovenfestintendantin Nike Wagner unter dem Titel »Geschrieben auf Bonaparte« einen Vortrag zum Festival-Programm und dessen Motto »Revolutionen«. Der Pianist Konstantin Scherbakov spielt Ludwig van Beethovens 15 Variationen mit einer Fuge für Klavier Es-Dur op. 35 (»Eroica-Variationen«) und Beethovens Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 (»Sinfonia eroica«) in der Klavierfassung von Franz Liszt.

 

Nach dem Mittagessen fahren wir gegen 15.30 Uhr nach Marl, wo wir vor dem nächsten Kulturereignis zu Abend essen. In der Kohlenmischhalle der Zeche Auguste Victoria, die heuer erstmals als Spielort der Ruhrtriennale genutzt und für die wetterfeste und warme Kleidung empfohlen wird, findet um 19.15 Uhr eine Einführung und um 20 Uhr die Dernière der Musiktheater-Uraufführung »Die Fremden« nach Kamel Daoud und mit Musik von György Ligeti und Mauricio Kagel statt.

 

Das Werk bezieht sich auf den gleichnamigen Roman von Albert Camus und vor allem auf die aktuelle und preisgekrönte Gegendarstellung »Der Fall Mersault« von Kamel Daoud: Ein Europäer tötet einen Araber. Jahrzehnte später verlangt dessen Bruder Gerechtigkeit und enthüllt eine Welt ohne Gott. Regisseur Johan Simons kreiert nach dem großen Erfolg von »Accattone« und dem von uns besuchten »Rheingold« 2015 erneut eine besondere Form des Musiktheaters, diesmal ausgehend von der Frage: Wie schwierig ist es, die Perspektive des Anderen einzunehmen? »Die Fremden« ist politisches Musiktheater aus dem Herz und vom Rand Europas.

 

Musikalisch spürt man in Mauricio Kagels »Stücken der Windrose« die Orientierungslosigkeit zwischen Norden, Süden, Osten und Westen, in den Werken von György Ligeti spiegelt sich das Weltbild von Albert Camus in maschinenartigen Mechanismen und befremdenden Klangwolken, zu denen sich im Spätwerk synthetische Folklore und Volksmusik aus erfundenen Ländern gesellen. In diesem Klangkosmos realisiert der Künstler Aernout Mik, bekannt für seine politischen Filminstallationen an der Grenze von Realität und Fiktion, speziell für die Inszenierung eine neue Arbeit. Es singen und spielen fünf Solisten sowie das Ensemble Asko/Schönberg unter der musikalischen Leitung von Reinbert de Leeuw. Nach der Aufführung fahren wir zurück nach Bonn ins Hotel Europa.

 

SONNTAG, 11. SEPTEMBER 2016

 

Nach dem Frühstück geht es im Bus zur Bundeskunsthalle. In der Ausstellung »Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler« (1785–1871) entdecken wir einen genialen Gartenkünstler und eine der schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit, Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Seine nach englischem Vorbild angelegten Landschaftsparks in Babelsberg, Bad Muskau/Leknica (UNESCO Weltkulturerbe) und Branitz zählen zu den Höhepunkten europäischer Landschaftsgestaltung im 19. Jahrhundert. Einmalig ist auch, dass seine Gartenanlagen und Gestaltungsprinzipien auf dem Dach der Bundeskunsthalle für die Besucher nachvollziehbar umgesetzt werden!

 

Nach dem Mittagessen Heimfahrt. Wir werden gegen 20 Uhr in Bamberg eintreffen.

 

Aufgrund starker Kartennachfrage verbindliche Anmeldung bis 30. Juni 2016 per Mail an info@rwv-bamberg.de, Telefon 0951/3918499 (Dietlinde

Schunk-Assenmacher).

Die Kosten betragen 450 € pro Person im DZ und 500 € im EZ; für Nichtmitglieder erhöht sich der Preis um jeweils 30 €. Da wir alles ehrenamtlich organisieren, können wir diesen äußerst günstigen Preis anbieten. Die Reise findet nur statt, wenn mindestens 25 Personen teilnehmen. Die Reservierung erfolgt strikt nach Eingang der verbindlichen Bestellung und Bezahlung.

 

Im Preis enthalten sind

  • An-und Abreise mit Transfers im modernen Reisebus,
  • zwei Übernachtungen im Hotel Europa inklusive Frühstück,
  • in Bonn Eintrittskarten für Konzert und Matinee, die Eröffnungsfeier (inklusive Bewirtung) sowie für Beethovenhaus und Bundeskunsthalle (inklusive Führungen),
  • in Marl Eintrittskarten für das Musiktheater »Die Fremden«
  • sowie diverse Musik- und Kunsteinführungen während der Anreise.

Wir empfehlen den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung, da von Seiten des Richard-Wagner-Verbands eine Rückerstattung bei Ihrer eventuellen Absage nicht möglich ist.

 

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