Achtung: Die Homepage ist hier erst im Aufbau!

Rückblick

Nicht nur Trekkies oder Space-Night-Junkies sind angesprochen, wenn audida, der Chor der Kreismusikschule unter der Leitung von Harald Schneider, am Samstag, 27. Mai um 18 Uhr im Gundelsheimer Musikerheim ins Weltall startet, um "Sonne, Mond und Sterne" zu besingen. Quer durch die Jahrhunderte wurden die Gestirne verkomponiert, und außer Major Tom, dem Mann im Mond und Pink Floyd machen sich auch zwei hoch qualifizierte Bläserensembles der KMS mit auf den weiten Weg in den Weltraum: Die gnadenlos begabten

Saxophone von OhioSax4tett und das verboten gute JVA Ensemble begleiten den Chor ohne Sauerstoffmaske ins Zentrum der Galaxie. Die überirdisch schöne Pavane von Fauré, das träumerisch verklärte Clair de lune von Debussy oder Lauridsens Shining Night werden die Zuhörer noch vor Rio Reisers Junimond in

Schwerelosigkeit versetzen. Freuen Sie sich also – völlig losgelöst von der Erde – auf Töne, die nie ein Mensch zuvor gehört hat. Der Eintritt ist frei, Klingonen zahlen die Hälfte, Ferengis müssen leider draußen bleiben. Beam me up to Gundelsheim!

 

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Dr. Bettina Wagner, die neue Leiterin der Staatsbibliothek Bamberg, stellt sich im Mai mit einem Vortrag im Großen VHS-Saal und einer gemeinsam mit der Volkshochschule Bamberg Stadt veranstalteten Führung in der Staatsbibliothek dem Bamberger Publikum vor. Der Eintritt zu ihrem Vortrag »Vom Medienwandel und Buchhandel. Die Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert und ihre Folgen am 9. Mai 2017 um 19 Uhr im Großen VHS-Saal (Altes E-Werk, Tränkgasse 4) ist frei, für die Führung zum Thema »Deutschsprachige Bibeln bis Luther. Einblick in die Schätze der Staatsbibliothek Bamberg« (Staatsbibliothek, Domplatz 8) am 17. Mai 2017 um 18 Uhr muss man sich bei der VHS anmelden und drei Euro berappen.

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Die Produktion von Wagners Tristan und Isolde, für die der Bamberger Maler, Bühnen- und Kostümbildner Karlheinz Beer das Bühnenbild schuf und deren zweite Aufführung wir am 10. April 2016 mit einen großen Gruppe in Landshut besucht haben, wird in der laufenden Saison wieder aufgenommen und am 14., 21. und 25. Mai 2017 nochmals im Landshuter Theaterzelt gezeigt. Weitere Informationen auf der Homepage des Landestheaters Niederbayern. Das Musical Jesus Christ Superstar ist eine weitere Produktion des Landestheaters, für die Beer das Bühnenbild geschaffen hat (Premiere im November 2016); sie steht auch noch im April in Landshut und Passau auf dem Spielplan. Opernfreunde dürfen sich schon jetzt auf Dezember 2017, wenn dort Der Rosenkavalier von Richard Strauss  in seinem Bühnenbild Premiere feiern wird. 


Demnächst: Von Zukunftsmusikern

Richard Wagner (1813–1883) und Karlheinz Stockhausen (1928–2007) waren beide auf ihre Art revolutionäre Persönlichkeiten und Künstler, auch wenn letzterer Vergleiche mit Wagner vehement ablehnte. Wer mehr darüber wissen will, sollte sich Dienstag, den 16. Mai 2017 vormerken: Auf Einladung des Richard-Wagner-Verbands Bamberg wird der junge Musikwissenschaftler Leopoldo Siano aus Köln/Kürten unter dem Titel »Zukunftsmusik: Stockhausen als

Reinkarnation Wagners im 20. Jahrhundert?« um 19.30 Uhr im Hotel Bamberger Hof über die geheimen Affinitäten zwischen diesen beiden Komponisten sprechen. Der Eintritt ist frei, wie immer sind Nicht-Mitglieder willkommen.


Zwei Radio-Tipps: Am Mittwoch, 26. April 2017, sendet BR-Klassik ab 20.03 Uhr die Aufzeichnung eines Konzertabend mit den Bamberger Symphonikern unter der Leitung von David Zinman. Auf dem Programm steht Edward Elgars Oratorium The Dream of Gerontius. Die Solisten sind Alice Coote (Sopran) und Paul Appleby (Tenor), es singt außerdem der Chor der Bamberger Symphoniker. Am Samstag, 29. April 2017, sendet BR-Klassik in einer Live-Übertragung aus der New Yorker Met ab 18.59 Uhr Richard Wagners Oper Der fliegende Holländer mit Franz-Josef Selig (Daland), Amber Wagner (Senta), Jay Hunter Morris (Erik), Dolora Zajick (Mary), Ben Bliss (Der Steuermann) und Michael Volle (Der Holländer). Yannick Nezet-Seguin leitet Chor und Orchester der Metropolitan Opera New York.

 

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Opernfahrt am 12. März nach Halle

Ahoi, liebe Holländer-Mannschaft,

 

bald blähn sich die Segel von unserem Bus nach Halle. Bevor es am Sonntag

um 9 Uhr losgeht, noch ein paar wichtige Infos:

1.) Das Essen in der Alchimistenklause muss im Bus vorbestellt werden. Wir

lassen die kleine Auswahlkarte gleich nach der Abfahrt herumgehen, damit später

trotz des knappen Zeitfensters alles klar Schiff geht.

2.) Es empfehlen sich legere Kleidung und solides Schuhwerk, denn die Ouvertüre

dürfen wir im Stehen genießen. Abzuraten ist vom etwaigen vorherigen Gang zum Friseur, denn wir haben unsere nicht nummerierten Sitzplätze direkt auf der Bühne, was beinhaltet, dass jeder die bereitliegende Schutzkleidung (gelbe Schutzweste plus Schutzhelm) tragen soll. Opernkleidung wäre fehl am Platz, denn wir sind alle Matrosen!

3.) Für alle Notfälle gibt es mit 0171/3261640 eine Handynummer, unter der sich Raimund Roth meldet. Kapitän im Bus ist Jasenka Roth.

 

 

9:00 Uhr Abfahrt im Bus der Firma Spörlein beim P&R-Parkplatz Würzburger Straße. Der Parkplatz liegt im abgebildeten Plan unten links, und zwar nach der Kreuzung Babenbergerring und Würzburger Straße, dort wo sich auf beiden Straßenseiten die blau markierten Bushaltestellen befinden; nach der ersten Haltestelle bitte nach rechts auf den kostenlosen Parkplatz einbiegen.

 

ca. 12:30 Uhr Ankunft in Halle und Mittagessen in der Alchimisten Klause, Reilstraße 47, 06114 Halle (Saale).

http://www.alchimistenklause.de/

ca. 14:15 Uhr Transfer zum Opernhaus

 

15:00 Uhr Beginn der Vorstellung mit Richard Wagners Der fliegende Holländer in der Inszenierung von Florian Lutz

ca. 17:30 Uhr Ende der Vorstellung und Rückfahrt, Rückkunft in  Bamberg gegen 21:30 Uhr am P&R Würzburger Straße

 

Kontakt: www.reisedienst-rwv-Bamberg@t-online.de

Telefon 09194/4645, mobil 0172 9396123 (Dr. Jürgen Gröbel, Reise-Organisation)

Reiseleitung im Bus: Dr. Jasenka Roth

 

Konto des Richard-Wagner-Verband Bamberg e.V. bei der Sparkasse Bamberg

IBAN: DE85 7705 0000 0300 2814 41, BIC: BYLADEM1SKB

 

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Reise-Flyer und »Parsifal«-Projekt

Termine, Termine

17. Januar 2017, 19 Uhr, Großer Saal der VHS, Tränkgasse 4, Einlass um 18.30 Uhr: Wie schreibt man die Geschichte der Bayreuther Festspiele? Keiner weiß es besser als Dr. Oswald Georg Bauer aus München, langjähriger Mitarbeiter des Festivals und Wolfgang Wagners, von 1986 bis 2004 Generalsekretär der Akademie der schönen Künste München, Autor einiger Wagnerbücher und des zweibändigen, in jeder Hinsicht gewichtigen neuen Standardwerks aus dem Deutschen Kunstverlag (in Kooperation mit der VHS Bamberg Stadt).

 

 

Pures Opernglück mit der Zugabe

Frank Piontek aus Bayreuth, der schon mehrfach als Referent zu Gast bei uns war, hat seinen Weihnachtswunsch mit einem Link begleitet, der niemandem vorenthalten werden darf. Die begeisternde Zugabe beim Schlussapplaus der Rameau-Oper Les Indes galantes (bitte auf den Link klicken!) unter William Christie an der Pariser Garnier-Oper ist ein wunderbares Heilmittel gegen jeglichen Kulturpessimismus! 


Schräger Wagner zum Jahresausklang

Mitgliederversammlungen können mitunter labil, lächerlich, lähmend, lagerbildend, langatmig, langweilig, lästig, lastenschwer, lau, launisch, laut, leer, leidenschaftslos, leidvoll, lethargisch, liederlich, lügenhaft und sogar luziferisch sein. Dass im RWV Bamberg hingegen alles rund läuft, zeigte beispielhaft der Jahresabschluss im Keesmannsaal am 2. Dezember 2016. Sämtliche Vereinsregularien waren binnen vierzig Minuten erledigt. Positive Bilanzen zogen 1. Vorsitzende Jasenka Roth und Schatzmeisterin Friederike Ehrenforth – Dankesworte an all jene inklusive, die sich auf unterschiedliche Weise aktiv oder durch Spenden zusätzlich engagiert haben. Anträge gab es keine. Was nur heißen kann, dass unsere Mitglieder mit der Arbeit des Vorstands zufrieden sind. Letzteren wiederum entlasteten als Kassenprüfer Martin Köhl und Elmar Wendenburg.

 

Als neues Vorstandsmitglied wurde Jürgen Gröbel vorgestellt, der sich in erster Linie um die deutlich angewachsene Reise-Organisation kümmert – eine der zahlreichen Aufgaben, die seit der Wiedergründung des Verbands von Dietlinde Schunk-Assenmacher betreut wurde, die auf eigenen Wunsch ihre Vorstandsarbeit niedergelegt hat. Jasenka Roth verabschiedete die langjährige Schriftführerin mit einer ausführlichen und sehr persönlichen Würdigung. »Frau Schunk-Assenmacher«, sagte sie, »war von Anfang an ganze dreizehn Jahre im Vorstand des Verbandes. Sie hat ihn entscheidend geprägt. Ohne sie wäre der Verband nicht das, was er heute ist. Sie hat durch viele persönliche Kontakte Vorträge organisiert und für unsere Präsenz bei den Mitgliedern, Freunden und in der Presse gesorgt. Und sie hilft uns auch weiter.« Als Dankeschön gab es DVDs vom Mannheimer Ring in der Inszenierung von Achim Freyer, eine stark in den bildenden Künsten fußende Interpretation der Tetralogie, also aus jenem Bereich, mit dem sich die Kunsthistorikerin und Galeristin Schunk-Assenmacher auch beim Wagnerverband besonders einbrachte.

 

Zum öffentlichen Teil des Jahresabschlussfests hatten sich über siebzig Mitglieder und Freunde angemeldet sowie, eigens aus Weimar kommend, unsere diesjährige Stipendiatin Yuka Beppu und deren Freund. Auf die Keesmannschen Kochkünste folgte Musikdramatisches der schrägen Art. Martin Neubauer (Rezitator) und Heiko Triebener (Tuba) von den Bamberger Symphonikern ließen den Saal mit unerhörten Wagnerklängen, Stab- und sonstigen Reimen und vielem mehr erzittern. Kurz: ein Abend, der kein einmaliges Experiment bleiben soll.

 

Zu den weiteren künftigen Projekten gehören Opern- und Konzertreisen nach

Halle an der Saale, Meiningen, Wien und Oberammergau sowie das zweitägige

Parsifal-Symposium in Zusammenarbeit mit dem Landestheater Coburg, wo wir

neben der Generalprobe auch eine Vorstellung der Neuinszenierung von Jakob

Peters-Messer besuchen. Daneben kommen wieder namhafte Referenten nach Bamberg – und mit Daphne Wagner erneut eine Wagner-Urenkelin. »Kommen Sie«, appellierte Jasenka Roth an Mitglieder und Gäste, »zu unseren Veranstaltungen. Man bekommt viele neue Impulse, ob inhaltlich oder im freundschaftlichen Austausch mit anderen. Und als Kollateralnutzen bleibt man lebendig, lern- und

entwicklungsfähig – und erfährt nebenbei auch etwas über Richard Wagner.«

 

Unsere Schnappschüsse zeigen oben und unten einen Blick in den Saal, in der Mitte links Jasenka Roth und Dietlinde Schunk-Assenmacher, mittig Martin Neubauer in Aktion und rechts Heiko Triebener. Fotos: privat

Termine

2. Dezember 2016, 18 Uhr, Keesmann-Saal: Mitgliederversammlung, anschließend ab ca. 19 Uhr unser auch für Nicht-Mitglieder offenes Jahresabschlussfest mit Speis & Trank (auf eigene Kosten und nach Voranmeldung) und ab ca. 20.30 Uhr eintrittsfrei mit einem schrägen Wagner-Programm von und mit Rezitator Martin Neubauer und Heiko Triebener an der Tuba.

 

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Stimmenglanz im Spiegelsaal

Auch wenn diesmal leider keine Besucherrekorde gebrochen wurden: Es war

am Donnerstag ein tolles Stipendiatenkonzert, bei dem nicht nur unsere drei Stipendiaten Yuka Beppu (in schwarzer Robe), Florentine Schumacher (in teerosengelber und blütenbesteckter Robe) und Bartosz Szulc (in schwarzem Abendanzug mit Fliege) glänzten, sondern ebenso vier Schülerinnen und Schüler des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums Bamberg, die in das Programm einführten.

Unsere Fotos zeigen die Akteure beim Schlussapplaus, solo die Pianistin (Foto:

Jens Runge) sowie mit Musiklehrer Johannes Klehr und Jasenka Roth, der Vorsitzenden des Richard-Wagner-Verbands Bamberg (Fotos: Christina Reinecke).

 

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Vor einem halben Jahrhundert, am 17. Oktober 1966, starb Wieland Wagner. Unter Beers Tipps wird an ihn erinnert.

Wieland Wagner mit seiner Frau Gertrud und Tochter Nike bei den Festspielen 1963 (Foto: Rago T. Ebeling)
Wieland Wagner mit seiner Frau Gertrud und Tochter Nike bei den Festspielen 1963 (Foto: Rago T. Ebeling)

Weitreichende Kreise im Brief-Meer

Was passiert, wenn man in das Meer von Richard Wagners über 10 000 Briefen ein paar flache Steine wirft? Natürlich zieht das Kreise – sogar erstaunlich viele und weit reichende, wenn jemand wie Martin Dürrer sie

geworfen hat. Das durften alle erleben, die am 11. Oktober 2016 zum Vortragsabend des Editionsleiters der Richard-Wagner-Briefausgabe ins Hotel Bamberger Hof gekommen waren. Denn der in Würzburg wirkende Musikwissenschaftler kennt Wagners Leben, Werk und das ganze Drumherum so umfassend und detailliert, dass er souverän anhand einer einzigen Brief- oder Telegrammsituation vom Hundertsten ins Tausendste kommen kann und trotzdem nicht den Überblick verliert. Was leicht passieren könnte, denn die bisher erschienenen Bände der Briefgesamtausgabe bringen es im Bücherregal inzwischen auf einen guten Meter.  

 

Für Bamberg hatte Dürrer neben der notwendigen Einführung in das vor fast fünfzig Jahren begonnenen und aktuell im Jahr 1872 gelandeten Editionsprojekt

signifikante Beispiele aus dem Briefwechsel: erstens für einen nicht abgeschickten Brief (Stichwort: Wagner als Schriftsteller), zweitens für einen Praxis-Brief

(Wagner als Dirigent und Beethoveninterpret), drittens für einen fingierten

Brief (Wagner als Gelegenheitsdichter) und viertens für einen konspirativen

Brief (Wagners berühmtestes Geburtstagsgeschenk). Wenigstens auf das Praxis-Beispiel soll hier kurz eingegangen werden, denn es beleuchtet nicht nur die für die Forschung zuweilen kuriose Auffindungssituation, sondern ein Musikstück, mit dem sich die Teilnehmer unserer letzten großen Reise in mehrfacher Weise auseinandersetzen konnten: Beethovens Eroica.

 

Genauer gesagt geht es um die berühmte Dissonanzstelle im 1. Satz, wo laut Dürrer kurz vor Eintritt der eigentlichen Reprise das Thema vom Horn im pianissimo, begleitet von 1. und 2. Violine im pianissimo possibile vorweggenommen wird. Auf Französisch schrieb Wagner an den Komponisten, Musikschriftsteller und Verleger Andrès Vidal y Llimona in Barcelona vom 4. Juli 1870 (siehe Abbildung, im Folgenden auf Deutsch): »Die Passage [Notenbeispiel] findet sich sehr wohl in der Partitur von Beethoven; sie wird als Antizipation‹ der Tonika angesehen, die an einigen Stellen vom Meister verwendet worden ist. Was mich persönlich angeht, ich finde, man könnte das As in der Begleitung als Schreibfehler ansehen, ohne dem Effekt der Antizipation des Themas zu schaden, das heißt, ich messe dieser Sache keine große Bedeutung bei.«

 

Martin Dürrer kommentierte das natürlich in aller Ausführlichkeit:

In dem vorliegenden Brief zeigt Wagner sich bei der Interpretation der Stelle etwas zurückhaltender als in seiner eigenen Dirigierpraxis. Anlässlich des Wagner-Konzert in Wien am 12. Mai 1872 berichtet der Musikreferent der Wiener Abendpost

August Wilhelm Ambros: »Drittens war das berühmte As der zweiten Geige in

zarter Rücksicht auf das damit zusammentreffende G des Waldhorns in G verbessert oder verschlimmbessert.« Ein weiterer Beleg zu der Stelle findet sich in den Tagebüchern Cosima Wagners, Eintrag vom 5. Februar 1871: »Das Gespräch beim  ›Bier‹ führt uns auf die Eroica und die berühmte Dissonanz, die R. perhorresziert, weil er jede Exzentrizität als solche nicht ausstehen kann; hier erhöht sie nicht den Ausdruck des Gedankens, sondern schadet ihm, leitet davon ab.« (CWT, Bd. 1, S. 352). – Auch von Hans von Bülow gibt es Zeugnisse, dass er diese Stelle harmonisch »entschärft« hat, wie Hans-Joachim Hinrichsen in seiner Arbeit über die Musikalische Interpretation Bülows nachgewiesen hat. In der Wagner-Schule war man sich in dieser Frage offenbar einig.

 

Bleibt noch der Exkurs über die Auffindung dieses Schreibens. Der Nachweis konnte noch kurz vor Redaktionsschluss ins Wagner-Briefverzeichnis aufgenommen worden. Auf die Publikation, in der der Brief als Faksimile abgebildet ist, wurde Martin Dürrer zufällig aufmerksam, als ihm in der Bibliothek des Erlanger Instituts für Musikwissenschaft in der Signaturgruppe »X« (etwa für Varia, Incerta et Kuriosa) ein Sammelband mit der Aufschrift »Wagneriana« auffiel. Darin waren

verschiedene Zeitschriftenhefte zusammengebunden, die Leo Fremgen, ein

aufmüpfiger Pfarrer, Wagner-Autor und früherer Bibliotheksbenutzer dem Institut

offenbar in den 1970er Jahren gespendet hatte. Darin fand sich unter anderem

die spanische Wagnerzeitung Monsalvat, in der der Brief in Erstveröffentlichung und mit Quellenangabe abgebildet war.

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Bühne frei für drei Nachwuchskünstler

Beim Festspielbesuch Mitte August von links: Florentine Schumacher, Bartosz Szulc und Yuka Beppu, unsere drei Stipendiaten 2016, die am 17. November um 20 Uhr im Spiegelssaal der Harmonie konzertieren. Foto: Jürgen Gröbel
Beim Festspielbesuch Mitte August von links: Florentine Schumacher, Bartosz Szulc und Yuka Beppu, unsere drei Stipendiaten 2016, die am 17. November um 20 Uhr im Spiegelssaal der Harmonie konzertieren. Foto: Jürgen Gröbel

Wie positiv sich unser Verband entwickelt, lässt sich unter anderem am wachsenden Publikumsinteresse ablesen – und an der Anzahl unserer Stipendiaten,

die kostenlos drei Festspielaufführungen in Bayreuth erleben dürfen. Heuer

waren es erstmals drei Nachwuchskünstler, die das begehrte Stipendium bekamen.

Am 17. November um 20 Uhr revanchieren sich Yuka Beppu, Florentine Schumacher und Bartosz Sculz mit einem exklusiven Auftritt im Spiegelsaal der Harmonie.

 

Das alljährliche Stipendiatenkonzert ist ein Höhepunkt im Vereinskalender. Denn es gibt jungen Musikern und Sängern, die noch in der Ausbildung oder am Anfang ihrer Karriere stehen, die Chance, sich in diesem Rahmen zu präsentieren. In lebhafter Erinnerung dürfte noch der Bamberger Felix Uttenreuther sein, der vor gut einem Jahr mit seinen Percussion-Instrumenten begeisterte und inzwischen als Akademist bei den Nürnberger Philharmonikern wirkt. Für das diesjährige Stipendium konnten sich wieder Mitwirkende der Sommer Oper Bamberg

bewerben.

 

Das Rennen machten die 1994 in Güstrow geborene Sopranistin Florentine Schumacher, die aus Japan stammende Pianistin und Liedbegleiterin Yuka Beppu

(Jahrgang 1988) und der um ein Jahr ältere polnische Bassist Bartosz Szulc aus Łódź. Alle drei sind den hiesigen Opernfreunden aus der Zauberflöte-Produktion der Sommer Oper 2015 in bester Erinnerung: Schumacher überraschte als spielfreudige Papagena, Bartosz war als Sarastro überzeugend – und Beppu wirkte hinter den Kulissen als einfühlsame und kundige Korrepetitorin und setzte auf der Bühne mit dem Glockenspiel zusätzliche Glanzlichter.

 

Bei ihrem Bamberger Konzert präsentieren sich die drei Stipendiaten teils solo, teils gemeinsam mit Werken von Isaac Albéniz, Johann Sebastian Bach, Gaetano Donizetti, Jan Gall, Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart, Modest Mussorgsky, Johann Strauß und Carl Maria von Weber. Die Moderation des Abends übernehmen Schülerinnen und Schüler des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums Bamberg unter der Leitung von Johannes Klehr. Der Eintritt zu dem Konzert, das unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Andreas Starke steht, ist wie immer frei.

 

Kurzbiografien der drei Stipendiaten

Yuka Beppu wurde 1988 in Japan geboren. Nach dem Klavierstudium bei Prof. Yu Kakuno an der Universität Tokio absolvierte sie den Studiengang Künstlerische Liedgestaltung bei Prof. Karl-Peter Kammerlander an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar, wo sie seit Oktober 2016 als Dozentin arbeitet. Sie gewann 2013 den Schubert International Klavierduo-Wettbewerb und 2015 den Sonderpreis für die beste Klavierbegleitung beim Lortzing-Wettbewerb in Leipzig. Ihr beruflicher Traum ist es, das Fach Liedgestaltung auch in Japan zu etablieren, da bis jetzt dafür keine Möglichkeit besteht. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich gern mit »Puzzels«, weil dabei, wie sie sagt, Schritt für Schritt aus kleinen Stücken ein schönes Bild entsteht und man dafür, ähnlich wie in der Musik, Imagination und Kreativität braucht.

 

Florentine Schumacher (Jahrgang 1994) stammt aus Güstrow und studiert seit Herbst 2013 klassischen Gesang bei Prof. Ursula Targler-Sell an der Hochschule für Musik in Frankfurt am Main, wo sie auch als Regieassistentin die Durchführung der szenischen Abende unterstützt. Im Jahr 2011 gewann sie den ersten Preis beim

Bundeswettbewerb Jugend musiziert im Fach Musical. In der Spielzeit 2013/14 war sie in der Rolle der Blonde in Mozarts Entführung aus dem Serail bei den

Burgfestspielen Bad Vilbel zu erleben, 2014 sang sie in Mozarts Così fan tutte am Stadttheater Koblenz. Beim Internationalen Louis-Spohr-Wettbewerb 2015 in Kassel gewann sie den Nachwuchspreis. Ihre Traumrollen sind Mozarts Königin der Nacht in der Zauberflöte und Violetta Valéry in La traviata von Giuseppe Verdi.

 

Bartosz Szulc (Jahrgang 1987) stammt aus dem polnischen Łódź. Er begann sein Gesangsstudium an der Musikakademie seiner Heimatstadt und studierte anschließend an der Fryderyk Chopin Musik-Universität in Warschau. Im

Jahr 2007 gewann er den Sonderpreis im Kunstliedwettbewerb in Kutno, 2009 den

zweiten Preis des Nationalen Gesangswettbewerbs Ludomir Rozycki in Gliwice und

2012 den dritten Preis sowie den Sonderpreis für die beste Stimme beim

Internationalen Giulio Perotti Gesangswettbewerb in Ueckermünde. Im kommenden

Jahr wird er im Opernhaus Łódź im Oratorium Semele von Georg Friedrich Händel

die Rolle des Cadmus/Somnus singen. In der Musik liebt er besonders den

Rhythmus – »je komplizierter, umso besser«. Seine Traumpartien sind Leporello

in Mozarts Don Giovanni und Kaspar in Carl Maria von Webers Freischütz.

 

Infos zur Stipendienstiftung

Die noch auf Wunsch Richard Wagners 1882 ins Leben gerufene Stipendienstiftung

vermittelt alljährlich rund 250 jungen Sängern, Musikern und sonstigen Bühnenschaffenden aus dem In- und Ausland den kostenlosen Besuch von

mehreren Aufführungen der Bayreuther Festspiele und verschafft ihnen damit

wertvolle Impulse für den weiteren künstlerischen Werdegang. Zahlreiche ehemalige Stipendiaten waren oder sind Mitwirkende der Bayreuther Festspiele und führender Opernhäuser weltweit. Die Stipendiaten unternehmen auf Kosten von zahlreichen lokalen Wagnerverbänden im In- und Ausland eine fünftägige Reise in die Welt Richard Wagners und der Bayreuther Festspiele. Neben den Opernaufführungen – heuer konnten die Stipendiaten Mitte August den Fliegenden Holländer, Parsifal und Götterdämmerung im Festspielhaus erleben – stehen Einführungsvorträge, eine Kranzniederlegung am Wagnergrab, diverse Führungen, Empfänge und Museumsbesuche und ein großes Konzert mit ausgewählten Stipendiaten in der Bayreuther Stadthalle auf dem Programm.

 

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Unsere nächste Veranstaltung

Dr. Martin Dürrer, Editionsleiter der Richard-Wagner-Briefausgabe sprich am 11. Oktober um 19.30 Uhr im Hotel Bamberger Hof über Wagners Briefe. Unser Bild zeigt ihn, umgeben von Wagner-Büchern, an seinem Arbeitsplatz in Würzburg. (Foto: Isabel Kraft)
Dr. Martin Dürrer, Editionsleiter der Richard-Wagner-Briefausgabe sprich am 11. Oktober um 19.30 Uhr im Hotel Bamberger Hof über Wagners Briefe. Unser Bild zeigt ihn, umgeben von Wagner-Büchern, an seinem Arbeitsplatz in Würzburg. (Foto: Isabel Kraft)

»Wenn ich nur nicht so entsetzlich viel Briefe zu schreiben hätte! Ich komme rein zu gar nichts.« So lautet eine der vielen Klagen Richard Wagners über die Nötigung zum Briefeschreiben, hier in einem Brief vom 9. Oktober 1859 an den Sänger Joseph Tichatschek. Tatsächlich hat Wagner neben seinem künstlerischen Oeuvre und seinen Schriften ungefähr 10 000 Briefe hinterlassen. Diese sind unentbehrliche Quellen für die Kenntnis von Wagners Biographie und für das Verständnis seiner Werke und darüber hinaus zentrale Dokumente der Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts.

 

Die im Jahr 1967 begonnene Ausgabe Richard Wagner: Sämtliche Briefe liefert erstmals eine wissenschaftlich-kritische Edition sämtlicher erreichbarer Briefe des Komponisten. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der umfassenden Kommentierung, die nicht nur den einzelnen Briefen, sondern auch größeren thematischen Zusammenhängen gewidmet ist. Bis heute sind von dieser Briefgesamtausgabe bereits 23 Bände erschienen, die – mit einer Lücke durch Band 20, der aber in absehbarer Zeit herauskommen wird – im Jahr 1830 starten und inzwischen bis Ende 1872 reichen.

 

Das Jahr 1872 war im Leben Richard Wagners von entscheidenden Ereignissen geprägt, aus denen der Umzug mit der Familie an den neuen Wirkungsort Bayreuth und die effektvoll inszenierte Grundsteinlegung des Festspielhauses herausstechen. Neben der Konsolidierung des jungen Festspielunternehmens arbeitete Wagner weiter am dritten Akt der Götterdämmerung, verfasste mehrere musiktheoretische

Schriften und trieb die Veröffentlichung seiner Autobiografie Mein Leben voran. Und er schrieb täglich mindestens einen Brief.

 

In der Summe sind es tatsächlich 401 überlieferte Briefe und Telegramme allein aus diesem Jahr, die Martin Dürrer, seit 2015 Editionsleiter der Richard-Wagner-Briefausgabe am Institut für Musikforschung der Universität Würzburg, in dem neu erschienenen Band 24 ausführlich dokumentiert. Dürrer ist seit der

wissenschaftlichen Neukonzeption 1999 der Edition kontinuierlicher Mitarbeiter und Herausgeber und kommt am Dienstag, 11. Oktober um 19.30 Uhr zu einem Vortrag ins Hotel Bamberger Hof. Er wird zunächst die Geschichte der

editorischen Bemühungen um Wagners Korrespondenz kurz skizzieren, um dann in

lockerer Folge ausgewählte Briefe aus den bisher erschienenen Editionsbänden im

jeweiligen Lebens- und Schaffenskontext zu präsentieren.

 

Zur Person: Martin Dürrer wurde 1962 in Dortmund geboren. Nach dem Studium der Fächer Musikwissenschaft und Romanische Philologie an der Ruhr-Universität Bochum folgte 1991 der Abschluss als Magister Artium, 1993 die Promotion bei Werner Breig. Von 1993 bis 1997 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Musikwissenschaftlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum im Projekt »Richard-Wagner-Briefeverzeichnis« und zugleich Lehrbeauftragter. 1998

bis 2008 folgte die Mitarbeit in der Arbeitsstelle »Richard-Wagner-Briefausgabe«

am Institut für Musikwissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit 2009

ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Musikforschung der

Universität Würzburg im DFG-Langzeitprojekt »Richard-Wagner-Briefausgabe«.

Martin Dürrer ist Herausgeber der Briefbände 11 (1859), 12 (1860), 13 (1861),

16 (1864), 17 (1865), 22 (1870), 24 (1872) und legte weitere Publikationen zu

Leben und Schaffen Wagners vor. Von 2007 bis 2015 war er Mitglied des

Herausgeberkollegiums, seit 2015 ist er Editionsleiter der Wagner-Briefausgabe. Die Briefbände erscheinen bei Breitkopf & Härtel.

 

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11. Oktober 2016, 19.30 Uhr, Hotel Bamberger Hof: Bisher sind von der Richard-Wagner-Briefausgabe 23 Bände erschienen. Was schon drin steht und was alles noch fehlt, darüber berichtet unter dem Titel Wagners Briefe Dr. Martin Dürrer vom dafür zuständigen Institut für Musikforschung an der Universität Würzburg.

 

 

 

Nike Wagners Bonner Festvortrag

Ein Höhepunkt unserer großen Musik- & Kunstreise 2016 war zweifellos die Rede von Intendantin Prof. Dr. Nike Wagner bei der Eröffnungsmatinee des Beethovenfests Bonn am 10. September in der Aula der Universität. Unsere Reisegruppe war begeistert, nicht wenige versicherten, dass sich schon deswegen die Reise gelohnt hat.  Mit freundlicher Genehmigung der Autorin geben wir den mit ». . . allons enfants . . .«

betitelten Vortrag unter unserer Rubrik Reisen wieder. Die Überschrift greift das diesjährige Motto des Beethovenfests Revolutionen auf, der Bezug auf Beethovens Eroica erklärt sich aus dem ebenfalls begeisternden musikalischen Programm der Matinee: Der Pianist Konstantin Scherbakov spielte zunächst die 15 Eroica-Variationen und nach dem Vortrag die Klavierfassung der Eroica von Franz Liszt, dem Ururgroßvater Nike Wagners.

Foto: Beethovenfest Bonn/© Cornelius Gollhardt

 

 

Musiktheater in Mondlandschaft

Unvergesslich: modernes Musiktheater in der Mondlandschaft der Kohlenmischhalle der erst im Dezember 2015 stillgelegten Zeche Auguste Victoria in Marl mit der gigantischen und imposant beweglichen Kohlenmischmaschine. In der Rubrik  Reisen finden Sie von unserem neuen Mitglied Ursula Lauterbach einen ersten Bericht über unsere Bonn/Marl-Reise. Unser Bild zeigt eine Szene aus der Uraufführung Die Fremden mit dem Orchester Asko/Schönberg unter Reinbert de Leeuw, der Sopranistin Katrien Baerts (hinten) sowie den Schauspielern Pierre Bokma, Elsie de Brauw, Benny Claessens, Sandra Hüller und Risto Kübar.  

Foto: JU/Ruhrtriennale

 

 

Neue Bücher von unseren Referenten

Gleich von mehreren Referenten unserer Vortragsreihe gibt es neue Buchveröffentlichungen. Eva Rieger, die uns im April gemeinsam mit Wagner-Urenkelin Dagny Beidler Hablützel mit Malwida von Meysenbug, eine wichtige Freundin der Wagner-Familie, vorstellte, hat sich in ihrer neuesten Biografie ausführlich Frida Leider (1888–1975) gewidmet. Das Buchcover von Frida Leider. Sängerin im Zwiespalt ihrer Zeit zeigt die hochdramatische Sopranistin nicht umsonst als Brünnhilde: Frida Leider wurde zwar auch als Verdi- und Mozartinterpretin gefeiert, vor allem aber als die Wagner-Heroine – ob in Berlin, London, Chicago, New York, Mailand, Paris oder Bayreuth. Die erste Leider-Biografie stützt sich auf umfangreiche Archivrecherchen und geht auf die herausragenden gesanglichen Fähigkeiten Leiders ebenso ein wie auf die Problematik der Kunstausübung im totalitären NS-Regime. Als »jüdisch Versippte« ließ Bayreuth die Künstlerin schließlich fallen, woran letztlich ihre Karriere zerbrach. (269 S., mit zahlreichen Abb., Olms Verlag, 22 Euro)

 

 

Markus Kiesel, der uns im vergangenen November die wenig bekannten Entwürfe und Pläne für Richard Wagners Festtheater in München vorstellte, hat dem leider schon vergriffenen Standardwerk über das Bayreuther Festspielhaus jetzt einen weiteren, wiederum deutsch- und englischsprachigen Text-/Bildband folgen lassen. Wahnfried. Das Haus von Richard Wagner heißt der gemeinsam mit Joachim Mildner herausgegebene Band, der einen architektonischen Schwerpunkt hat, aber aufzeigt, dass und warum Wahnfried weitaus mehr als bloß eine Beispiel gebende Künstlervilla war. Mit historischem und aktuellem Bildmaterial reich illustriert, zeichnet das Buch die faszinierende Geschichte des Hauses bis hin zur 2015 fertiggestellten Grundsanierung und Errichtung von Erweiterungsbauten nach. Neben dem zentralen Beitrag zur Baugeschichte von Verena Naegele , die auch die erste Sonderausstellung im neu gestalteten Wagnermuseum verantwortete, melden sich weitere renommierte Fachleute zu Wort, darunter der Architekt Volker Staab, die Europa- und Kunstrechtsexpertin Gerte Reichelt und mit Nike Wagner eine Vertreterin jener Urenkel, die zuletzt in Wahnfried wohnten. (176 Seiten, Hardcover, über 200 farbige Abbildungen,  darunter ein Sterbesofa-Gemälde unseres Mitglieds Karlheinz Beer, ConBrio Verlag, 48 Euro)

 

Bleibt noch Holger Noltze, der nach seinem hochgelobten Buch Liebestod. Wagner, Verdi und wir bei uns im März von Matthias Hain ausführlich befragt wurde. Der Musikjournalist und Professor für Musik und Medien an der TU Dortmund hat die Musikerlegende Menahem Pressler interviewt, der 53 Jahre lang als Pianist beim Beaux Arts Trio wirkte und nach der Auflösung des Trios eine faszinierende Spätkarriere anschloss. Dieses Verlangen nach Schönheit heißt der Gesprächsband, der das erste Werk über und mit Menahem Pressler in deutscher Sprache ist: eine kluge und beherzte Annäherung an die Frage, warum wir auf Musik in unserem Leben nicht verzichten dürfen. Für Hiesige ist das Buch ein Muss, denn der 1923 in Magdeburg geborene und 1939 mit seiner Familie nach Palästina geflohene Pressler wird bekanntlich am 13. und 14. Oktober 2016 sein spätes Debüt bei den Bamberger Symphonikern geben. Gut möglich, dass Holger Noltze dann auch in der Konzerthalle sein wird . . . (200 Seiten, 15 SW-Abb., Edition Körber-Stiftung, 18 Euro)
Apropos: Holger Noltze wurde im Kontext der Parsifal-Neuinszenierung in Bayreuth vom Deutschlandfunk darüber befragt, was es auf sich hat mit Religion auf der Bühne und wie das von Wagner so benannte Bühnenweihfestspiel auf das  Publikum wirkt. Ist lesenswert!
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Aktivitäten unserer Mitglieder

Der Maler, Bühnen- und Kostümbildner Karlheinz Beer wird in der Saison 2015/16 erstmals Opern von Richard Wagner und Giuseppe Verdi ausstatten. Für das Landestheater Niederbayern schafft er Bühnenbilder für Wagners Tristan und Isolde in der Inszenierung von Intendant Stefan Tilch (Premiere im Theaterzelt in Landshut am 8. April 2016, in der Dreiländerhalle Passau am 14. April und in Straubing am 26. April) sowie für Verdis Aida (Premiere in Passau am 14. Mai 2016, in Landshut am 3. Juni und in Straubing am 7. Juni). Weitere Informationen auf der Homepage des Landestheaters Niederbayern. Beer ist in dieser Saison außerdem für zwei Produktionen des Landestheaters Coburg künstlerisch tätig. Für die szenische Aufführung von Franz Schuberts Winterreise (in der Orchesterfassung von Hans Zender) erarbeitet er Bühnenbild und Kostüme (Musikalische Leitung: Roland Kluttig, Inszenierung: Bodo Busse); Premiere im Großen Haus des Landestheaters ist am 16. Januar 2016, weitere Vorstellungen nur noch am 24. Januar und 20. Februar 2016. Außerdem zeichnet Beer verantwortlich für die Ausstattung der Schauspiel-Produktion Die Grönholm-Methode von Jordi Galceran in der Inszenierung von Alice Asper. Premiere ist am 28. Mai 2016, weitere Aufführungen am 3., 5., 10. und 23. Juni.  Weitere Informationen auf auf der Homepage des Coburger Theaters.

 

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Neuere Einträge finden Sie auch unter Termine, Reisen und Beers Tipps! Und hier noch ein lesenswerter Artikel: 

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/musikfestivals-2016-als-der-sommer-weiblich-klang-ld.111538

sowie ein aktuelles Interview mit Katharina Wagner:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=61103

Nicht zu vergessen: Am 11. September gibt es auf arte um 23.05 Uhr die Dokumentation »Der Klassikrebell« über Teodor Currentzis und seine Don Giovanni-Einspielung in Perm. Am 12. April 2017 gastiert Currentzis mit dem MusicAeterna-Orchester in Meiningen. Wir fahren hin! (siehe Termine und Reisen)

http://www.arte.tv/guide/de/061697-000-A/currentzis-der-klassikrebell

 

 

 

»Così fan tutte« aus Aix online

Die verstörend politisch aufgeladene »Così fan tutte« aus Aix en Provence sowie andere Opern kann man kostenlos online bei Arte sowie auf einer englischen Opernplattform erleben.

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Musik- & Kunstreise (Vorschautext)

Die exklusive Musik- & Kunstreise führt uns von 9. bis 11. September 2016 zum Beethovenfest in Bonn und zur Ruhrtriennale nach Marl.

 

Nach dem Besuch von Nike Wagner bei uns in Bamberg möchten wir die Eröffnung des diesjährigen Beethovenfests in Bonn und die Dernière einer Musiktheater-Uraufführung des Ruhrtriennale-Intendanten Johan Simons in Marl miterleben! Wir laden unsere Mitglieder und Freunde zu einem einzigartigen Kunst- und Musikerlebnis herzlich ein:

 

FREITAG, 9. SEPTEMBER 2016

 

Abfahrt nach Bonn um 8 Uhr am Parkplatz Würzburger Straße in Bamberg; Mittagessen und Zimmerbezug im Hotel Europa, wo wir zwei Nächte logieren und frühstücken.

 

Am Nachmittag Besichtigung des Beethovenhauses und ein kleines Abendessen, abends um 20 Uhr Eröffnungskonzert des Beethovenfests Bonn mit der weltbekannten Geigerin Hilary Hahn in der Beethovenhalle. Es spielt die Tschechische Philharmonie unter Jiří Bělohlávek, dem Mentor von unserem neuen Chefdirigenten Jakub Hrůša. Aufgeführt werden das »Concert Românesc« für Orchester von György Ligeti, Mozarts Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219, Viktor Ullmanns Ouvertüre für Orchester »Don Quixote tanzt Fandango« sowie von Antonín Dvořák die Konzertouvertüren für Orchester op. 91/1–3 »Natur, Leben, Liebe«.

 

Exklusiv für uns ist die Teilnahme an der anschließenden internen

Eröffnungsfeier: Wir dürfen im Restaurant der Beethovenhalle unter Künstlern und Ehrengästen, Mitwirkenden und Mitarbeitern bei Häppchen und mit diversen Getränken auf den erlebten Kunstgenuss anstoßen.

 

SAMSTAG, 10. SEPTEMBER 2016

 

Bei der Eröffnungsmatinee um 11 Uhr in der Aula der Universität Bonn hält Beethovenfestintendantin Nike Wagner unter dem Titel »Geschrieben auf Bonaparte« einen Vortrag zum Festival-Programm und dessen Motto »Revolutionen«. Der Pianist Konstantin Scherbakov spielt Ludwig van Beethovens 15 Variationen mit einer Fuge für Klavier Es-Dur op. 35 (»Eroica-Variationen«) und Beethovens Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 (»Sinfonia eroica«) in der Klavierfassung von Franz Liszt.

 

Nach dem Mittagessen fahren wir gegen 15.30 Uhr nach Marl, wo wir vor dem nächsten Kulturereignis zu Abend essen. In der Kohlenmischhalle der Zeche Auguste Victoria, die heuer erstmals als Spielort der Ruhrtriennale genutzt und für die wetterfeste und warme Kleidung empfohlen wird, findet um 19.15 Uhr eine Einführung und um 20 Uhr die Dernière der Musiktheater-Uraufführung »Die Fremden« nach Kamel Daoud und mit Musik von György Ligeti und Mauricio Kagel statt.

 

Das Werk bezieht sich auf den gleichnamigen Roman von Albert Camus und vor allem auf die aktuelle und preisgekrönte Gegendarstellung »Der Fall Mersault« von Kamel Daoud: Ein Europäer tötet einen Araber. Jahrzehnte später verlangt dessen Bruder Gerechtigkeit und enthüllt eine Welt ohne Gott. Regisseur Johan Simons kreiert nach dem großen Erfolg von »Accattone« und dem von uns besuchten »Rheingold« 2015 erneut eine besondere Form des Musiktheaters, diesmal ausgehend von der Frage: Wie schwierig ist es, die Perspektive des Anderen einzunehmen? »Die Fremden« ist politisches Musiktheater aus dem Herz und vom Rand Europas.

 

Musikalisch spürt man in Mauricio Kagels »Stücken der Windrose« die Orientierungslosigkeit zwischen Norden, Süden, Osten und Westen, in den Werken von György Ligeti spiegelt sich das Weltbild von Albert Camus in maschinenartigen Mechanismen und befremdenden Klangwolken, zu denen sich im Spätwerk synthetische Folklore und Volksmusik aus erfundenen Ländern gesellen. In diesem Klangkosmos realisiert der Künstler Aernout Mik, bekannt für seine politischen Filminstallationen an der Grenze von Realität und Fiktion, speziell für die Inszenierung eine neue Arbeit. Es singen und spielen fünf Solisten sowie das Ensemble Asko/Schönberg unter der musikalischen Leitung von Reinbert de Leeuw. Nach der Aufführung fahren wir zurück nach Bonn ins Hotel Europa.

 

SONNTAG, 11. SEPTEMBER 2016

 

Nach dem Frühstück geht es im Bus zur Bundeskunsthalle. In der Ausstellung »Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler« (1785–1871) entdecken wir einen genialen Gartenkünstler und eine der schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit, Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Seine nach englischem Vorbild angelegten Landschaftsparks in Babelsberg, Bad Muskau/Leknica (UNESCO Weltkulturerbe) und Branitz zählen zu den Höhepunkten europäischer Landschaftsgestaltung im 19. Jahrhundert. Einmalig ist auch, dass seine Gartenanlagen und Gestaltungsprinzipien auf dem Dach der Bundeskunsthalle für die Besucher nachvollziehbar umgesetzt werden!

 

Nach dem Mittagessen Heimfahrt. Wir werden gegen 20 Uhr in Bamberg eintreffen.

 

Aufgrund starker Kartennachfrage verbindliche Anmeldung bis 30. Juni 2016 per Mail an info@rwv-bamberg.de, Telefon 0951/3918499 (Dietlinde

Schunk-Assenmacher).

Die Kosten betragen 450 € pro Person im DZ und 500 € im EZ; für Nichtmitglieder erhöht sich der Preis um jeweils 30 €. Da wir alles ehrenamtlich organisieren, können wir diesen äußerst günstigen Preis anbieten. Die Reise findet nur statt, wenn mindestens 25 Personen teilnehmen. Die Reservierung erfolgt strikt nach Eingang der verbindlichen Bestellung und Bezahlung.

 

Im Preis enthalten sind

  • An-und Abreise mit Transfers im modernen Reisebus,
  • zwei Übernachtungen im Hotel Europa inklusive Frühstück,
  • in Bonn Eintrittskarten für Konzert und Matinee, die Eröffnungsfeier (inklusive Bewirtung) sowie für Beethovenhaus und Bundeskunsthalle (inklusive Führungen),
  • in Marl Eintrittskarten für das Musiktheater »Die Fremden«
  • sowie diverse Musik- und Kunsteinführungen während der Anreise.

Wir empfehlen den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung, da von Seiten des Richard-Wagner-Verbands eine Rückerstattung bei Ihrer eventuellen Absage nicht möglich ist.

 

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Neuigkeiten aus Bayreuth

Bayreuth auf BR Klassik

Heute gibt's Wagner satt: BR Klassik setzt am 30. Juli um 17.57 Uhr die Reihe der Festspielübertragungen fort mit dem Fliegenden Holländer, im Fernsehen folgt um 20.15 Uhr auf 3SAT die Parsifal-Neuinszenierung - ein verzwickter Fall, denn entweder verpasst man vom Holländer die letzte Viertelstunde oder vom Parsifal den Beginn . . . Weitere Bayreuth-Produktionen im Radio auf BR Klassik sind jeweils um 18.05 Uhr am 7. August Die Walküre, am 13. August Siegfried, am 14. August Götterdämmerung und am 27. August Tristan und Isolde.

 

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Ein paar Links zu »Parsifal«-Kritiken

»Parsifal« im Livestream und auf 3SAT

Wem das Geld für die etwas zeitversetzte Kino-Übertragung der Bayreuther Festspielpremiere zu schade ist – im Bamberger Cinestar werden die Aufzeichnungen ohnehin nicht mehr gezeigt, weil das von den

Met-Übertragungen verwöhnte Publikum sich über die technische Mängel der Bayreuther Opernfilme beklagte – der braucht nicht zu darben: Den

Premieren-Parsifal aus Bayreuth gibt es am Montag um 16 Uhr kostenlos als Livestream auf BR Klassik und am 30. Juli um 20.15 Uhr auf 3SAT kostenlos im Fernsehen – in beiden Fällen dann ohne den nur fürs Kino agierenden Moderator

Axel Brüggemann und Katharina Wagner. Letztere macht das offenbar nur für jenes

zahlende Publikum, von dem die BF Medien GmbH profitiert. Hier die entsprechenden Links: 

http://www.wagner-im-kino.de/

https://www.br-klassik.de/concert/ausstrahlung-775304.html

https://www.3sat.de/page/?source=/musik/187217/index.html

http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/festspiele-die-substanz-schwindet_496950

 

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Interview mit Dagny-Beidler auf der Homepage des WDR unter http://www1.wdr.de/kultur/musik/dagny-beidler-100.html

Ein Kino-Tipp

Unser Mitglied Inge Bayer-Melzer schickt uns folgenden Kino-Tipp: »Zur Zeit läuft im Odeon-Kino (Luitpoldstraße) ein sehr interessanter, wunderschön authentisch gemachter Film, den ich Ihnen sehr empfehlen möchte: Lou Andreas-Salomé,

ein Film über eine sehr bemerkenswerte Frau, die schon sehr jung die überlieferte

Rolle der Frau und die nur von Männern bestimmte Welt Ende des 19. Jahrhunderts

ablehnte, statt dessen eine philosophische Karriere einschlug, Gedichte schrieb, sich in intellektuellen Kreisen bewegte und nicht zuletzt die Muse berühmtester Männer dieser Zeit gewesen ist, wie zum Beispiel Rainer Maria Rilke, Friedrich Nietzsche, um nur diese zu nennen. Sie lernte Freud kennen, wandte sich der Psychoanalyse zu und verkehrte auch im Hause Malwida von Meysenbugs, kurzum – eine absolut

außergewöhnliche, bemerkenswerte und viel zu wenig bekannte Frau, die stets die

Fahne der Gleichberechtigung hoch hielt. Dazu ist an der Kasse eine Bildbiographie

mit vielen Originalfotos aus dieser Zeit für zehn Euro zu erhalten. Ebenfalls

grandios. Hoffe sehr, dass Sie diesen Film anschauen können, gibt er doch ein

wunderbares Zeitzeugnis wieder!«

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Schon wieder eine Dirigenten-Absage

Keine vier Wochen vor der Eröffnung haben die Bayreuther Festspiele keine Dirigenten mehr für ihre Parsifal-Premiere. Andres Nelsons hat um Auflösung seines Vertrags gebeten. Mehr dazu unter http://www.bayreuther-festspiele.de/news/170/details_44.htm und unter http://www.welt.de/kultur/buehne-konzert/article156704933/Eklat-in-Bayreuth-Parsifal-ohne-Dirigent.html

http://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Uebersicht/Dirigent-Andris-Nelsons-sagt-Premiere-bei-Wagner-Festspielen-in-Bayreuth-ab

 

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Albert Giers Schwanengesang

Prof. Dr. Albert Gier, der unserem Verband lange als aktives Mitglied verbunden ist, also immer wieder auch als Referent und Kooperationspartner wirkte, hält am Dienstag, 12. Juli um 18 Uhr, unter dem Titel Schwanengesang von Sirenen seine Abschiedsvorlesung an der Bamberger Universität (Gebäude U 7/01.05 in der Austraße), zu der alle Interessenten willkommen sind. Seit 1988 war Albert Gier Inhaber der Professur für Romanische Literaturwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und forschte hier zur französischen und italienischen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart sowie zum Text im Musiktheater und zu den Beziehungen zwischen Literatur und Musik. 1994 gründete er das Dokumentationszentrum für Librettoforschung; ein Schwerpunkt war die Sammlung von Primär- und Sekundärliteratur auf dem gesamten Gebiet der Libretto-, Opern- und Operettenforschung von den Anfängen bis zur Gegenwart. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zum Text in Oper und Operette. Mit den Bamberger Vorträgen zum (Musik-)Theater begann 2003 auch die Zusammenarbeit mit unserem Richard-Wagner-Verband.
In seiner Abschiedsvorlesung widmet Gier sich den Sirenen. Sind es Mädchen, Vogel- oder Fischfrauen? Verheißen sie intellektuelle und erotische Lust, oder müssen Seefahrer, die sich ihnen nähern, ihre Kühnheit bitter bereuen? Schon seit der Antike ranken sich um die Figur der Sirene zahlreiche Mythen – und auch heute noch beschäftigt sich die kollektive Phantasie mit dem rätselhaften Geschöpf. Woher diese Faszination für Sirenen rührt und was sie so einzigartig macht, erfahren wir beim Gier'schen Schwanengesang.
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Unsere Veranstaltung am 4. Juli

Es gab Zeiten, aber das ist Gott sei Dank schon länger her, da wurden Wagnerianer-Nasen gerne gerümpft, wenn mittlere oder gar kleinere Theater sich an die Werke des »Meisters« wagten. Dabei gab es schon immer Wagner-Aufführungen an Häusern, die weder eine große Bühne noch ein so großes Orchester hatten, wie es die Originalpartitur vorschreibt. Richard Wagner selbst hatte aus naheliegenden Gründen nichts dagegen, wenn seine Opern mit einer reduzierten Orchesterbesetzung aufgeführt wurden, denn nur dann konnten mehr Tantiemen fließen. Weithin bekannt sind vor allem die Fassungen von Alfons Abbass, einem Musiker der Meininger Hofkapelle, dessen Ring-Bearbeitung erstmals 1906/07 am damaligen Herzoglichen Sächsischen Hoftheater Coburg-Gotha aufgeführt wurde.

 

Doch es wird nicht nur um die »Coburger Fassungen« gehen, wenn Bodo Busse (Foto: Andrea Kremper), seit der Spielzeit 2010/11 Intendant des Landestheaters und designierter neuer Chef am Staatstheater Saarbrücken, bei uns über Wagner in Coburg: damals und heute spricht. Bei seinem Nachholtermin am 4. Juli um 19.30 Uhr wird Busse im Hotel Bamberger Hof unter anderem über die Besuche Wagners in Coburg berichten, über die Bühnenbildwerkstatt der Gebrüder Brückner, Wagners Lieblingssängerin Wilhelmine Schröder-Devrient, die in Coburg gastierte und dort auch starb – und nicht zuletzt über die Wagner-Aufführungstradition an seinem Haus, die mit dem Tannhäuser 1854 begann und mit dem auch von weitgereisten Wagnerianern gefeierten Lohengrin in der Saison 2013/14 garantiert noch nicht zu Ende ist.

 

Zur Person: Nach seinem Abitur in Filderstadt studierte Bodo Busse

Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft und Rhetorik in Tübingen. Er besuchte mehrere Meisterkurse für Opernregie bei Ruth Berghaus. Nach diversen Praktika und Assistenzen an der Staatsoper Stuttgart und am Opernhaus Zürich ging er als Musikdramaturg an das Staatstheater Mainz. Später wechselte er als Musikdramaturg und Assistent des Generalintendanten John Dew an das Theater Dortmund. Am Stadttheater Gießen war er Geschäftsführender Dramaturg mit Regieverpflichtung, bevor er von Dr. Manfred Beilharz als Musikdramaturg und Mitglied der Opernleitung an das Hessische Staatstheater Wiesbaden berufen wurde. Bodo Busse ist langjähriges Jury-Mitglied des internationalen Gesangswettbewerbs »German-Australian Opera Grant«, der jährlich in Melbourne ausgetragen wird. Seit der Spielzeit 2010/11 und noch bis zum Ende des Saison 2016/17 ist Bodo Busse als Intendant am Landestheater Coburg tätig, wobei er pro Saison auch mindestens eine Regiearbeit einbringt, darunter die Uraufführung der Musicaloper Dorian Gray, die Lohengrin-Oper von Salvatore Sciarrino, die szenische Collage Der Welt abhanden gekommen mit Musik von Gustav Mahler und Claude Vivier und zuletzt im Januar dieses Jahres Schuberts Winterreise (in der Orchesterfassung von Hans Zender und der Ausstattung unseres Mitglieds Karlheinz Beer). Bodo Busses Intendanz in Coburg sollte ursprünglich bis Sommer 2019 andauern; nachdem er erst kürzlich und ab der Saison 2017/18 zum neuen Intendanten des Staatstheaters Saarbrücken gekürt wurde, hat er zwangsläufig um vorzeitige Auflösung seines Vertrags in Coburg gebeten.

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Veranstaltungen & Vorschauen

Nachholtermin am 4. Juli um 19.30 Uhr im Hotel Bamberger Hof: Spätestens seit dem Lohengrin in der Spielzeit 2013/14 wissen nicht nur Opernfreunde aus Nordbayern, dass Coburg aktuell ein kleines, aber feines Wagner-Mekka ist. Bodo Busse, noch für eine Saison Intendant des Hauses, spricht über Wagner in Coburg: damals und heute, also die Coburger Fassungen, die Besuche Wagners, die Bühnenbildwerkstatt der Gebrüder Brückner, Wagners Lieblingssängerin Wilhelmine Schröder-Devrient, die in Coburg gastierte und dort auch starb, sowie die aktuelle Wagner-Pflege am Landestheater. 

 

Mittwoch 6. Juli 2016, 14.45 Uhr, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg:

Richard Wagners Originalpartitur der Meistersinger und Meisterwerke zum Thema Musik. Der Chefrestaurator des GNM präsentiert uns exklusiv die berühmte Reinschrift der Meistersinger-Partitur im Original. Um für die Handschrift einen Klimaschock zu vermeiden, wird er sie im 9. Stock des Bibliotheksturmes vorlegen. Wir erhalten dadurch auch einen Blick hinter die Kulissen des Hauses. Danach betrachten wir gemeinsam Meisterwerke, in denen Musik eine Rolle spielt.

Eigene Anfahrt. Es besteht die Möglichkeit, mit dem Regionalexpress um 13:36 Uhr ab Hauptbahnhof Bamberg nach Nürnberg zu fahren, Ankunft 14:19 Uhr (Änderungen vorbehalten). Bitte nutzen Sie für Mäntel und Taschen die Schließfächer im Museum und finden Sie sich zehn Minuten vor Führungsbeginn, d.h. um 14:35 Uhr, am Treffpunkt in der Eingangshalle des GNM ein. Der Eintritt und die Exklusiv-Präsentation sind im Preis von 20 Euro inbegriffen. Anmeldeschluss ist der 29. Juni. In Kooperation mit der VHS Bamberg Stadt; Anmeldung bei der VHS unter Nr. 8310, Gruppengröße maximal 15 Personen.

 

Einblick in Richard Wagners »Meistersinger«

Mittwoch, 6. Juli 2016, 14.45 Uhr im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (GNM): Unter dem Titel Richard Wagners Originalpartitur von »Die Meistersinger von Nürnberg« und Meisterwerke zum Thema Musik präsentiert der Chefrestaurator des GNM die berühmte Reinschrift der Meistersinger-Partitur im Original. Treffpunkt GNM Nürnberg, Eingangshalle, 14.35 Uhr. (In Kooperation mit der VHS Bamberg Stadt; Anmeldung bei der VHS unter Nr. 8310, Gruppengröße max. 15 Personen, individuelle Anfahrt) 

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Wagnerischer Geburtstagsgruß

Bekanntlich hat sich Richard Wagner auch selbst zum Geburtstag gratuliert, in humorvoller Gedichtform, die in seinen gesammelten Schriften gleich in zwei Versionen überliefert ist. So schrieb er am 19. Mai 1855 von London aus seiner Frau Minna nach Zürich:

Im wunderschönen Monat Mai

kroch Richard Wagner aus dem Ei:

ihm wünschen, die zumeist ihn lieben,

er wäre besser drin geblieben.

 

Und ebenfalls in den achtzehnhundertfünfziger Jahren überlieferte Wagners Freund Ernst Benedikt Kietz folgende Variante:

Im wunderschönen Monat Mai

kroch Richard Wagner aus dem Ei;

es wünschen Viele, die ihn lieben,

er wäre lieber drin geblieben.

 

Heutzutage geht natürlich alles anders, zum Beispiel reichlich tristanesk: http://www.classicfm.com/composers/wagner/guides/happy-birthday/#21odwagCxk9W8iQA.97

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Happy Birthday, Richard!

Am 22. Mai 2016 ist der 203. Geburtstag von Richard Wagner. Unter Beers Tipps finden Sie zwei Glückwunsch-Artikel. Und als ob der »Meister« persönlich ein Auge drauf gehabt hätte, veröffentlichen wir an seinem Ehrentag unter Reisen erstmals alle Details zu unserer diesjährigen großen Musik & Kunstfahrt im September! 

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Am 18. Mai gibt es ab 14 Uhr online wieder Festspielkarten zu kaufen, nachdem der Online-Kartenverkauf schon nach dem Erstverkaufstag am 1. Februar 2016 wieder geschlossen worden war. Angekündigt wurde die Aktion sehr kurzfristig heute auf der Homepage der Bayreuther Zeitung und des Bayerischen Rundfunks. Alles Weitere unter http://ticketshop.bayreuther-festspiele.de/de

 

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Künstlerisch aktive Mitglieder

Auch im Juni sind einige unserer Mitglieder künstlerisch aktiv: Das von Bühnen- und Kostümbildner Karlheinz Beer ausgestattete Schauspiel Die Grönholm-Methode steht nach der Premiere am 28. Mai noch am 5., 15. und 23. Juni 2016 im Großen Haus des Landestheaters Coburg auf dem Programm und wird  dort auch in der kommenden Saison zu erleben sein.  (Szenenfoto mit den vier Protagonisten, die bei ihrem Vorstellungsgespräch in einer surreal-abstrakten Szenerie unter anderem auch gemeinsam eine Pyramide bauen und dabei singen müssen: Andrea Kremper). 

audida, der Chor der Bamberger Kreismusikschule, den Harald Schneider gegründet hat und seither leitet, gibt am Samstag, 11. Juni, um 18 Uhr im Saal des  Frensdorfer Bauernmuseums gemeinsam mit dem Chor Reichwein Singverein aus Berlin sein heuriges Sommerkonzert. Unter der Leitung von Harald Schneider und Christian Höffling singen die beiden Chöre Liebeslieder aus drei Jahrhunderten und vielen Ländern. Sie besingen die Liebe, die man genauso braucht wie die Luft zum Atmen (All I need is the air that I breathe), die verlorene und wieder gefundene Liebe und das große Glück. Aber auch die Dramen wie Eifersucht und die unglückliche Liebe, die das ganze Leben wertlos scheinen lässt, dürfen in diesem abwechslungsreichen Programm nicht fehlen. Gemeinsame Konzertabende mit anderen Chören haben bei audida eine lange Tradition. Dieses Mal wird sie besonders gerne gepflegt, da Christian Höffling selbst jahrelang audida-Mitglied war, bevor er über Bremen nach Berlin ging und jetzt selbst als Chorleiter arbeitet. Der Eintritt zum Konzert ist frei, die Chöre freuen sich aber über Spenden zur Deckung der Unkosten.

Hugo Scholter (im Foto rechts) probt als Regisseur aktuell mit dem Bariton Christoph von Weitzel (links), der Sopranistin Margriet Buchberger und dem Tenor Christian Bauer für einen ganz besonderen Mozart-Abend am Samstag, 25. Juni um 19 Uhr im Rahmen der Orangerie-Konzerte im Hof von Schloss Unternzenn (bei Bad Windsheim): Im ersten Teil gibt es szenisch die frühe Mozart-Oper Bastien und Bastienne, mit Arieneinlagen aus anderen Mozartopern und unter der musikalischen Leitung von Ulrich Pakusch: Ein Schäferspiel um amouröse Verwirrungen und Irrungen, mit zauberischen Instruktionen wie damit umzugehen sei. Im zweiten Teil und der anbrechenden Abenddämmerung wird dann Eine kleine Nachtmusik in kammermusikalischer Besetzung mit dem Ensemble Rebekka Hartmann und Freunde, einem Streichquintett mit sechs Bläsern, zu hören sein. Bei schlechtem Wetter findet der Mozart-Abend in der Kirche St. Maria in Unternzenn statt. Kartenvorverkauf unter www.orangerie-konzerte.de

 

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Pfingstmontags-»Meistersinger«

Nicht vergessen: Am 16. Mai um 16 Uhr wird auf BR Klassik live die Premiere der Meistersinger-Neuinszenierung aus der Bayerischen Staatsoper München übertragen – eine exzellent besetzte Produktion unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko, deren erste Aufführungen bis zur Sommerpause binnen weniger Minuten ausverkauft waren. Weitere Infos unter https://www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-684858.html und unter

https://www.staatsoper.de/staatsoper/stueckinfo/die-meistersinger-von-nuernberg/2016-05-16-16-00.html?tx_sfstaatsoper_pi1%5BfromSpielplan%5D=1&tx_sfstaatsoper_pi1%5BpageId%5D=545&cHash=914aa2a3dd9c8e93f6d540293ae606b1

Das äußerlich und inhaltlich hochwertige Max Joseph-Magazin der Staatsoper beschäftigt sich in seiner jüngsten Ausgabe ebenfalls mit Wagners Meistersingern, unter anderem mit einer Frageaktion an Künstler und Kulturschaffende. Es liest sich spannend, wie die Antworten zum Teil einhellig, zum Teil unterschiedlich ausfallen auf die Frage, wie vermessen Kunst sein darf, welche Regeln sie braucht, wonach sich ihr Wert bemisst wo Kunst irrt – und was Oper ist, kann und muss. Eine hilfreiche Lektüre für Anfänger und Fortgeschrittene. Download unter https://www.staatsoper.de/maxjoseph.html frei nach Hans Sachsen Fliedermonolog:

 

»Ich fühl's – und kann's nicht versteh'n –

kann's nicht behalten – doch auch nicht vergessen;

und fass ich es ganz – kann ich's nicht messen!

Doch wie wollt' ich auch messen,

was unermesslich mir schien?

Kein' Regel wollte da passen

und war doch kein Fehler drin.«

 


Wagner in zeitgenössischen Fotos

»Besseres«, schrieb der Journalist, Bayreuth- und Wagnerkenner Dieter David Scholz in der Neuen Musikzeitung über das im Sommer 2015 erschienene Standardwerk von Gunther Braam, »ist zu Wagner-Fotografien nie vorgelegt worden.« Ein Satz, der Autor und Verlag gleichermaßen adelt – und das vollkommen zu Recht. Richard Wagner in der zeitgenössischen Fotografie beleuchtet zwar nur einen ziemlich kleinen und scheinbar nicht so wichtigen Ausschnitt aus dem Leben des Dichterkomponisten, aber das so gründlich, dass kaum noch Fragen offen bleiben. Wer vor dem Kauf des Buches erst mal reinschnuppern will, hat dazu jetzt Gelegenheit: Gunther Braam kommt auf unsere Einladung nach Bamberg und zeigt am 13. Juni um 19.30 Uhr in seinem Vortrag im Saal der Katholischen Hochschulgemeinde (Friedrichstraße 2), worauf es bei der Porträt-Fotografie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ankam und was bei den Sitzungen mit berühmten Zeitgenossen und speziell mit Wagner herauskam. Das Buch aus dem ConBrio Verlag stellt in einer ausführlichen, reich bebilderter Einleitung die Wagner-Bilder in den Kontext der frühen Porträtfotografie, dokumentiert die 68 Fotografien Wagners in chronologischer Reihenfolge durchgehend farbig reproduziert und mit entsprechenden Informationen aus den verschiedensten Quellen. Im Anhang wird illustriert, wie sich die Fotos schon zu Lebzeiten des Komponisten in den unterschiedlichsten Formen, bis hin zur Karikatur, verbreiteten. Zahlreiche Klapptafeln ermöglichen die Zusammenschau ganzer Aufnahmesitzungen und somit den Vergleich von Gesichtsausdrücken und Haltungen. (Eine ausführlichere Buch-Rezension finden Sie unter Beers Tipps.)

 

Zur Person: Gunther Braam ist hauptberuflich Studienrat für Mathematik und Physik am Pestalozzi-Gymnasium in München, ist aber in der Musikwelt kein Unbekannter. Als ein Spezialist für französische Musikgeschichte hat er unter anderem für die neue 26-teilige Hector-Berlioz-Edition den Abschlussband mit Berlioz-Porträtfotos gestaltet. Es versteht sich von selbst, dass er sein musikalisches Fachwissen auch Schülern näher bringt - und zwar auf eine faszinierende Weise, von der zu erfahren sich lohnt. In den Projektseminaren unter Braam edieren die Schüler jeweils ein in Vergessenheit geratenes Werk eines Komponisten des 19. Jahrhunderts, so dass aus der mit Hilfe des computergestützten Notensatzprogrammes SIBELIUS erstellten Dirigierpartitur, den zugehörigen Stimmen und des Klavierauszugs das Werk von einem Ensemble zur Aufführung gebracht und nach Möglichkeit auch als CD vertrieben werden kann. Bislang sind so in moderner Form Werke von Jacques Offenbach, Félicien David, Étienne-Nicolas Méhul und Charles Gounod überarbeitet worden. »Projekt 1«, so Braam, »wurde von uns noch ganz alleine gestemmt und im Rahmen eines Konzerts hier am musischen Pestalozzi-Gymnasium München von Schülern aufgeführt. Seit Projekt 2 arbeiten wir mit der französischen Stiftung Palazzetto Bru Zane (Venedig) zusammen, die sich vergessenen Werken der französischen Musik der Jahre 1780 bis 1920 widmet. Diese schlägt uns Werke vor, die in den nächsten Jahren zur Aufführung gebracht werden sollen. Wir wählen entsprechend der Schülerzahl ein uns genehmes Werk aus, erstellen die Partitur, die Stimmen und den Klavierauszug und stellen diese über die Stiftung jedermann kostenlos zur Aufführung zur Verfügung. Im Gegenzug werden die Schüler nach Möglichkeit zu Proben der beteiligten Musikformationen und zur Aufführung des von Ihnen wiederbelebten Werkes bzw. zum Sitz der Stiftung in Venedig eingeladen.« Projekt 2 wurde in Versailles, Gent und auf dem Berlioz-Festival in La Côte Saint-André unter der Leitung von Francois-Xavier Roth, GMD in Köln, aufgeführt; die CD wird 2017 erscheinen. Projekt 3 wird im Oktober 2016 im Rahmen des Beethovenfests in Bonn (ebenfalls unter Roth) und danach in weiteren europäischen Städten aufgeführt werden und läutet in der Saison 2016/2017 das Méhul-Jahr 2017 ein (200.Todestag), die CD wird 2018 erscheinen. Für Projekt 4 laufen noch die Verhandlungen mit international bekannten Dirigenten über Aufführungen in der Saison 2017/2018 und im Gounod-Jahr 2018 (200. Geburtstag) mit anschließender CD-Veröffentlichung. Der Vortrag Richard Wagner in der zeitgenössischen Fotografie in Kooperation mit der Katholischen Hochschulgemeinde ist nicht nur für Wagnerianer und Musikfreunde interessant, sondern füllt garantiert auch manche Bildungslücke bei Profi- und Hobbyfotografen. Der Eintritt ist, frei, Nicht-Mitglieder sind willkommen.

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Montag, 13. Juni 2016, 19.30 Uhr, KHG-Saal Friedrichstraße 2: Über die Bildnisse Richard Wagners gibt es immerhin drei Standardwerke, aber erst der jüngste, im  Sommer 2015 erschienene Band kann für sich auch in Anspruch nehmen, sogar drucktechnisch hervorragend zu sein. Gunther Braam, ein Münchner Gymnasiallehrer, der bisher in Publikationen vor allem als Kenner von Hector Berlioz und anderer französische Komponisten hervorgetreten ist, hat sich Richard Wagner in der zeitgenössischen Fotografie gewidmet und stellt die 68 Fotografien in den Kontext der frühen Portrait-Fotografie. (In Kooperation mit der Katholischen Hochschulgemeinde)

 


Sonntag, 29. Mai 2016, 16.00 Uhr, GNM Nürnberg: Von Krummhörnern zur Klavierharfe. In der Sammlung historischer Musikinstrumente im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg gibt es ungewöhnliche und kuriose Instrumente aus fünf Jahrhunderten zu bestaunen. Auf dem Weg begegnen wir auch der Dame mit dem Clavichord und Spazierstockinstrumenten. Treffpunkt GNM, Eingangshalle, 15.50 Uhr. (In Kooperation mit der Volkshochschule Bamberg Stadt; Anmeldung bei der VHS unter Nr. 8308)

 


Festspielkarten gibt's wieder online

Am 18. Mai gibt es ab 14 Uhr online wieder Festspielkarten zu kaufen, nachdem der Online-Kartenverkauf schon nach dem Erstverkaufstag am 1. Februar 2016 wieder geschlossen worden war. Angekündigt wurde die Aktion sehr kurzfristig heute auf der Homepage der Bayreuther Zeitung und des Bayerischen Rundfunks. Alles Weitere unter http://ticketshop.bayreuther-festspiele.de/de 

 


Seit Montag wird wieder gemahlert!

Wer einmal dabei war, macht es immer wieder und besucht alle öffentlichen Runden im Mahler-Dirigenten-Wettbewerb der Bamberger Symphoniker, denn das ist eine wunderbare Schule des Hörens. Wann und wo sonst hat man die Gelegenheit zum direkten Interpretationsvergleich? Hier die Termine:

Montag, 9. Mai
10.00 bis 12.30 Uhr: Hauptrunde
17.00 bis 19.30 Uhr: Hauptrunde

Dienstag, 10. Mai
10.00 bis 12.30 Uhr: Hauptrunde

Mittwoch, 11. Mai
10.00 bis 12.30 Uhr: Semifinale
17.00 bis 19.30 Uhr: Semifinale

Donnerstag, 12. Mai
10.00 bis 11.00 Uhr: Semifinale 
17.00 bis 20.00 Uhr: Finale

Freitag, 13. Mai
19.00 Uhr: Abschlusskonzert, dirigiert vom ersten Preisträger oder dem Wettbewerbsgewinner

 

Aktuelle Termine finden Sie unter https://www.bamberger-symphoniker.de/the-mahler-competition/ablauf.html

 


Busse-Vortrag am 10. Mai fällt aus

Leider musste Intendant Bodo Busse aus Coburg den heutigen Vortrag bei uns wegen einer akuten Erkrankung absagen. Er wird den Vortrag aber gerne zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Wir hoffen sehr, dass diese Nachricht Sie noch rechtzeitig erreicht und Sie heute Abend nicht umsonst zum Bamberger Hof kommen, denn so kurzfristig sind wir nicht in der Lage, einen Ersatz aufzutreiben. Wir melden uns gerne wieder, sobald wir den Nachholtermin wissen und/oder sonstige Neuigkeiten für Sie haben.

 


Maistersingermonat

Einige unserer Mitglieder sind im Monat Mai vor allem in Sachen Die Meistersinger von Nürnberg unterwegs: Eine Fahrgemeinschaft besucht am 8. Mai die Derniere der Inszenierung am Opernhaus in Chemnitz (Regie: Michael Heinicke, Dirigent: Frank Beermann), die am 19. März 2016 zum ersten Mal gezeigt wurde.

Am 16. Mai folgt die Premiere der Meistersinger-Neuinszenierung an der Bayerischen Staatsoper (Regie: David Bösch, Dirigent: Kirill Petrenko, mit Wolfgang Koch als Sachs, Jonas Kaufmann als Stolzing und Markus Eiche als Beckmesser), die um 16 Uhr auch live im Radio auf BR Klassik übertragen wird. Und zum Monatsende, am 29. Mai, gibt es in Erfurt eine weitere Meistersinger-Premiere (Regie: Vera Nemirova, Dirigentin: Joana Mallwitz), eine Produktion, die im Herbst unter der musikalischen Leitung von Kirill Karabits, der Konzertfreunden schon von seinen Auftritten in Bamberg her ein Begriff ist, auch in Weimar aufgeführt wird. Mehr dazu später unter Beers Tipps.

 

 


Sehen wir uns am Samstag im Kino?

Am 30. April 2016 um 19 Uhr steht im CineStar Bamberg als Live-Übertragung aus der New Yorker Met Elektra von Richard Strauss auf dem Programm, in einer genialen Inszenierung von Patrice Chéreau, der die Übernahme dieser seiner letzten Regiearbeit an das berühmte amerikanische Opernhaus nicht mehr erleben durfte. Chéreau, der im Alter von nur 32 Jahren durch seine Ring-Inszenierung 1976 in Bayreuth auf einen Schlag in der ganzen Welt bekannt wurde, hat Elektra 2013 beim Festival von Aix en Provence inszeniert und starb wenige Monate nach der Premiere an Krebs siehe Nachruf in meinem Wagner-Jahr-Blog auf http://www.infranken.de/ueberregional/infrankenblog/Ein-Theatergenius-mit-Charme-und-Feuer;art61321,542299

Die Produktion wurde mit denselben Solisten ins Programm der Mailänder Scala übernommen und wird nach der Met u.a. auch noch an der Berliner Staatsoper Station machen. Wie bei der Premiere dirigiert Esa-Pekka Salonen, aus der ursprünglichen Besetzung sind außerdem Waltraud Meier als Klytämnestra und Adrianne Pieczonka als Crysothemis dabei. Die Titelpartie singt und spielt Nina Stemme, Orest ist der amerikanische Bass Eric Owens. Es lohnt sich garantiert – auch wenn dieser Opernabend vergleichsweise kurz ist.  

 


Bamberger Vorträge zum Musiktheater

Am 19. April um 19.15 Uhr ist an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg die achteilige Reihe Bamberger Vorträge zum Musiktheater gestartet, die der RWV Bamberg mit unterstützt. Zum Auftakt sprach Initiator Prof. Albert Gier zum Thema Französische und deutsche Operette (An der Universität 5, Raum 01.18). Es ging dabei vor allem um die Unterschiede, wobei laut Gier die Franzosen schon wegen der unterhaltsameren und sprachwitzigeren Librettos besser abschneiden. Wie seine Beispiele untermauerten, hatten die französischen Autoren einfach mehr Mut zu Kalauern, Albernheit und Anzüglichem! Im nächsten Vortrag am Dienstag, 26. April um 19.15 Uhr spricht Adria La Salvia über Orientalismus im Musiktheater des 17. und 18. Jahrhunderts. Armida, Xerxes, Bayezid und Süleyman – orientalische Stoffe prägen die Geschichte des Musiktheaters. Der größtenteils imaginäre Orient dient dabei immer auch als Projektionsfläche für europäische Ängste und Sehnsüchte. Der Vortrag zeigt unterschiedliche Konstruktionen des Orients im Musiktheater des 17. und 18. Jahrhunderts: den wunderbaren, den pseudo-historischen und den komischen Orient. Zur Person: Adrian La Salvia ist 1966 in Dresden geboren, studierte Romanistik, Germanistik und Philosophie in Erlangen, Parma und Paris. 1992–2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg. Lehraufträge und Vertretungen an den Universitäten Bamberg, Bayreuth, Bochum, Leipzig, Weimar-Jena, Würzburg und Basel. Promotion über den italienischen Lyriker Giacomo Leopardi, Habilitation über »Die Tragédie en musique im europäischen Kontext«. Ausstellungen: »Iconografia Leopardiana. L'Infinito – Das Unendliche«, »Himmel und Hölle. Die Göttliche Komödie in der Bildenden Kunst der Moderne«, »Salvador Dalí. Das graphische Abenteuer« u. a.; Leiter der Wolfenbütteler Übersetzergespräche (2004–2008) und der Erlanger Übersetzerwerkstatt. Initiator und Jury-Vorsitzender des Erlanger Literaturpreises für Poesie als Übersetzung sowie Herausgeber der Website http://librettoforschung.de/> Seit 2015 ist er Leiter der Anhaltischen Landesbücherei Dessau. Weitere Vorträge der Reihe, die der RWV Bamberg unterstützt, unter Termine

 


Faszinierender »Tristan«  in Landshut

Ensembleszene vom Ende des 1. Akt der "Tristan"-Inszenierung von Stefan Tilch im Bühnenbild des Bamberger Künstlers Karlheinz Beer    Foto: Peter Litvai
Ensembleszene vom Ende des 1. Akt der "Tristan"-Inszenierung von Stefan Tilch im Bühnenbild des Bamberger Künstlers Karlheinz Beer    Foto: Peter Litvai

Begeistert waren am Ende alle: Unsere Kunst- und Opernfahrt nach Landshut am 10. April war ein voller Erfolg. Beeindruckend schon die kundige Führung durch das in einen Bergstollen gebaute Skulpturenmuseum von Fritz Koenig, die Lust aufs Wiederkommen machte. Auch das anschließende Mittagessen im Schlosshotel Schönbrunn war ein Genuss. Ganz zu schweigen von der Neuinszenierung von Wagners Tristan und Isolde im Theaterzelt des Niederbayerischen Landestheaters, einem Renovierungsprovisorium, in dem außer der übermäßigen Heizung nichts provisorisch war – entgegen mancher Befürchtung selbst die Akustik nicht. Im Gegenteil: Keiner der 28 Tristan-Besucher aus dem durch das A-Orchester der Symphoniker verwöhnten Bamberg merkte, dass die um immerhin über zwanzig Musiker aufgestockte Niederbayerische Philharmonie zumindest, was den Tariflohn betrifft, nur ein D-Orchester ist.

 

Zudem gab es am Sonntag eine Ausnahme- und Notsituation: GMD Basil Coleman, der noch am Freitag die umjubelte Premiere dirigiert hatte – bei der Premierenfeier erzählte Intendant Stefan Tilch, dass ein Landshuter Opernfreund, der seit über vierzig Jahren alle Premieren miterlebte, ihm sagte, dass es noch nie einen solchen Beifall gegeben habe – musste wegen einer plötzlichen Erkrankung absagen. Uwe Sandner, GMD am Pfalztheater Kaiserslautern, der erst am Samstag dort die Premiere einer Tristan-Neuinszenierung dirigiert hatte, sprang ein und löste die schwierige Aufgabe mit den quasi auf der Stuhlkante sitzenden Musikern und den noch konzentrierteren Sängern so souverän, dass man nur staunen konnte. Eine einzigartige Gesamtleistung.

 

Dass die rundherum überzeugende Annette Seiltgen nur zwei Tage zuvor ihre erste Isolde, der sängerdarstellerisch unter die Haut gehende Stephan Bootz seinen ersten König Marke und Anne-Theresa Møller ihre erste Brangäne gesungen hatten, dass George Humphrey an diesem Abend sein Tristan-Debüt überhaupt feierte, merkte man den Interpreten nicht an. Bleibt noch zu berichten, dass auch szenisch der Funken übersprang. Die Inszenierung von Intendant Stefan Tilch im sich von Akt zu Akt verändernden Museumsraum von Karlheinz Beer mit den Videos von Florian Rödl und den Kostümen von Ursula Beutler ist ein bannendes Kammerspiel mit einigen Szenen, die man so noch nicht gesehen, verstanden und nachempfunden hat. Termine und Fotos von Peter Litvai zur Aufführung gibt es unter http://www.landestheater-niederbayern.de/events/128

 

Unser RWV-Mitglied Karlheinz Beer arbeitet in Passau konkret längst an seinem nächsten Opernbühnenbild. Am 14. Mai 2016 hat in der Dreiländerhalle Passau – auch das ein größerer Spielort des Theaters als sonst – Giuseppe Verdis Aida in der Regie des britischen Regisseurs Stephen Medcalf Premiere. In Landshut wird die Inszenierung bei gutem Wetter als Freilichtaufführung im Prantlgarten gezeigt, also just dort, wo auch das eingangs erwähnte Skulpturenmuseum situiert ist.

 

Wagnerurenkelin Daphne Wagner und "Tristan"-Bühnenbildner Karlheinz Beer bei der Premierenfeier im Landshuter Theaterzelt am 8. April 2016  Foto: Monika Beer 
Wagnerurenkelin Daphne Wagner und "Tristan"-Bühnenbildner Karlheinz Beer bei der Premierenfeier im Landshuter Theaterzelt am 8. April 2016  Foto: Monika Beer 

Tagesreise zu »Tristan« nach Landshut

Sonntag, 10. April 2016, ca. 10 Uhr bis 24 Uhr: Tagesreise per Bus nach Landshut zum Besuch der Neuinszenierung von Wagners Tristan und Isolde im Theaterzelt des Landestheaters Niederbayern in der Regie des Intendanten Stefan Tilch und im Bühnenbild unseres Mitglieds Karlheinz Beer inklusive eines Abstechers in das Fritz Koenig gewidmete Skulpturenmuseum. Der Preis von 90 Euro für Mitglieder und 110 Euro für Nichtmitglieder umfasst die Busfahrt, Opernkarte und Museumseintritt mit Führung. Anmeldungen bitte per E-Mail an info@rwv-bamberg.de oder telefonisch unter 0951/3918499. Es gibt noch wenige Restkarten. Reservierungen zu unseren Fahrten erfolgen jeweils nach Eingang der verbindlichen Anmeldung. 

 

Besetzung

Musikalische Leitung: Basil H. E. Coleman

Regie: Stefan Tilch

Bühnenbild: Karlheinz Beer

Videos: Florian Rödl

Kostümbild: Ursula Beutler

 

Tristan: Hans-Georg Wimmer

König Marke: Stephan Bootz

Isolde: Annette Seiltgen

Kurwenal: Peter Tilch

Melot/Junger Seemann: Albertus Engelbrecht

Brangäne: Anne-Therese Møller

Ein Hirt/Junger Seemann: Christos Kechris

Ein Steuermann: Kyung Chun Kim

 

Niederbayerische Philharmonie 2015/2016

Statisterie des Landestheaters Niederbayern

 

Für das Landestheater Niederbayern (mit seinen Spielstätten in Landshut, Passau und Straubing) ist diese Produktion ein außergewöhnliches Ereignis, denn es handelt sich um die niederbayerische Erstaufführung. Regisseur und Intendant Stefan Tilch schreibt wie folgt zu seineFr Inszenierung:

 

Vordergründig ist Richard Wagners »Handlung« Tristan und Isolde eine der rätselfreiesten Opern überhaupt – nichts hält Wagner uns verborgen, die Vorgeschichte wir minutiös nacherzählt, die »Handlung« bleibt überschaubar, kein Wort des Librettos und kein Takt der Musik werfen Fragezeichen auf.

 

Andererseits ist das Stück Mythos und Rätsel selbst. Tatsache ist, dass die »Handlung« über sich selbst hinausweist: von einem Überwinden der Welt des Relativen ist die Rede, vom Eintritt in eine Welt der Nacht, in der unbedingte Liebe jenseits eines physischen Todes möglich ist. Wie schlicht die Handlung der Oper sich also auch gerieren mag, sie bedarf eines interpretierenden Ansatzes, die metaphysischen Aspekte des Werkes zu greifen.

 

Tristan und Isolde streben, wie alle Menschen, nach bedingungsloser Liebe. In der Welt des Relativen ist ihre Beziehung extrem schwer belastet. Erst durch die Einnahme eines Getränkes, das beide für einen »Todestrank« halten, gelingt es ihnen, die Last ihrer Vergangenheit zu überwinden: Sie entdecken bedingungslose Liebe und bezeichnen diese fortan als »Nacht« im Gegensatz zur Welt der Bedingungen, die sie als Schein durchschauen und »Tag« nennen.

 

Tristan und Isolde haben die Last ihrer Vorgeschichte überwunden, erkennen aber, dass sich ihre bedingungslose Liebe in der Welt der Bedingungen dennoch nicht leben lässt: Sie planen die endgültige Überwindung der Welt des Relativen, physisch gedeutet ein Doppelselbstmord, spirituell gesehen den Aufbruch in einen transzendentalen Raum endloser »Nacht«.

  


Bamberger Vorträge zum Musiktheater

Sommersemester 2016 an der Otto-Friedrich Universität Bamberg

Zeit: jeweils dienstags um 19.15 Uhr, Dauer ca. eine Stunde

Ort:  An der Universität 5, Raum 01.18 im 1. Stock

Veranstalter: Prof. Dr. Albert Gier – Professur für Romanische Literaturwissenschaft (mit Unterstützung des RWV Bamberg)

 

19. April: Albert Gier (Bamberg) Französische und deutsche Operette

26. April: Adrian La Salvia (Dessau) Orientalismus im Musiktheater des 17. und 18.

Jahrhunderts

24. Mai: Tina Hartmann (Bayreuth/Stuttgart) Zeitgenössische Librettistik zwischen neuer Erzählkunst, Avantgarde und Formsuche. Analytisch-programmatische Überlegungen

31. Mai: Norbert Abels (Oper Frankfurt) Zur Künstleroper

14. Juni: Sylvia Tschörner (Innsbruck) „Er/sie Blätter, der ich nicht mein rohes Glück, Und das seufzt die Freiheit?“ Barocklibretti übersetzen – ein Abenteuerbericht

22. Juni: Richard Armbruster (NDR Hamburg) Offenbach in der frz. Karikatur: Orphée, Le Roi Carotte, Robinson Crusoe

28. Juni: Frank Piontek (Bayreuth) „der Musick gehorsame Tochter“? Mozarts Librettisten

5. Juli: Ursula Moser (Innsbruck) Librettoforschung – Textmusikforschung: Gedanken zu kommunizierenden Gefäßen 

 


Dagny Beidler ist Symphoniker-Fan

Wagner-Urenkelin Dagny Beidler, die Enkelin von Isolde Beidler, der ersten gemeinsamen Tochter von Richard und Cosima Wagner,  und Musikologin und Wagnerkennerin Professor Eva Rieger kamen zu ihrem Vortrag in Bamberg schon einen Tag früher, um die Bamberger Symphoniker, die sie unter anderem schon von etlichen Auftritten beim Luzern-Festival kannten und bewunderten, auch in ihrer eigenen Konzerthalle erleben zu können. Nach dem Konzert am 4. April schrieb die Wagner-Urenkelin aus dem schweizerischen Familienzweig über ihre unvergesslichen Eindrücke wie folgt: »Noch immer klingt das Konzert der Bamberger Symphoniker in mir nach. Die Interpretation der 3. Mahler war eine Offenbarung. Diese Hingabe des Orchesters und dieses einfühlende Dirigat von Jonathan Nott waren ein Höhepunkt in meinem Konzertleben. Es war einfach überwältigend. Es war auch festzustellen, wie stolz die Bamberger auf ihr Orchester sind.«

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Ein Blaustrumpf als Bildungslücke

Die feministische Musikologin Eva Rieger (links), Wagner-Urenkelin Dagny Beidler (rechts) und im Hintergrund ein Bildnis von Malwida von Meysenbug  Foto: Anja Hartmann
Die feministische Musikologin Eva Rieger (links), Wagner-Urenkelin Dagny Beidler (rechts) und im Hintergrund ein Bildnis von Malwida von Meysenbug  Foto: Anja Hartmann

Dass Richard Wagner die unterschiedlichsten Menschen in seinen Bann ziehen konnte, ist bekannt. Für viele eine Bildungslücke schloss sich am 5. April mit dem gemeinsamen Vortrag von Wagner-Urenkelin Dagny Beidler aus dem schweizerischen Winterthur und der feministischen Musikologin Eva Rieger

aus Vaduz in Liechtenstein über Malwida von Meysenbug (1816–1903). Die aus Kassel stammende Schriftstellerin war nicht nur eine sehr erfolgreiche Autorin, deren Memoiren einer Idealistin sich zum Missfallen Wagners besser verkauften als dessen Autobiografie, sondern war eine politisch aufgeklärte, demokratisch und liberal gesinnte Frau, die aus gutem Grund als eine Vorläuferin der Frauenemanzipation gilt. Dass sie eine Idealistin war, lässt sich schon daran ablesen, dass sie sich trotz ihrer adeligen Herkunft mit Herz und Hirn der 1848er Revolution verschrieb und als unverheiratetes Fräulein zeitlebens für das Recht der Frauen auf Bildung und Arbeit kämpfen sollte.

 

»Noch sah ich meinen Weg nicht klar«, schrieb sie in ihren Erinnerungen über ihre jungen Jahre, »wusste noch nicht, wie ich verwirklichen sollte, was sich in meinen

Gedanken bewegte, aber ich fühlte, dass das Ziel meines Lebens hinfort sein werde, an der Emanzipation der Frauen von den engen Grenzen, welche die Gesellschaft ihrer Entwicklung gesteckt hat, und von den Kleinlichkeiten und der Unwissenheit, welche die Folgen davon waren, arbeiten zu helfen.« Was das konkret im 19. Jahrhundert bedeutete, schilderten die Referentinnen einprägsam am Beispiel von Malwidas Brotberuf in ihrem britischen Exil als Hauslehrerin und Gouvernante.

 

Erstaunlicherweise war sie schon aufgrund einiger theoretischer Schriften und noch in Unkenntnis der Musik eine Wagnerianerin. Auf das erste, noch kühle Treffen der beiden in London, wo Malwida zeitweise lebte, folgten viele weitere, darunter zur ausgepfiffenen Tannhäuser-Uraufführung in Paris und den ersten Festspiel-Aufführungen in Bayreuth. Sie fand Aufnahme in den engsten Freundes- und Familienkreis, obwohl Wagner gebildete und emanzipierte Frauen wie sie sonst gerne als Blaustrümpfe bezeichnete, war in Wahnfried ebenso gerne gesehen wie bei diversen Aufenthalten der Wagners in Italien, wo Malwida sich zuletzt niederließ.

 

Der informative und inspirierende Vortrag gewann seine Lebendigkeit auch durch die abwechselnd, mit unterschiedlichen Stimm- und Dialektfarben sprechenden Referentinnen, die anschließend einige ihrer Bücher signierten und sich mit den Besuchern, die in den schönen Dachgeschoss-Saal der Stadtbücherei gekommen waren, noch länger angeregt austauschten. Beidler und Rieger waren übrigens schon tags zuvor gekommen und konnten unter anderem auf Einladung der Bamberger Symphoniker das legendäre Dutilleux- und Mahlerkonzert mit der Sopranistin Barbara Hannigan und der Altistin Gerhild Romberger unter Jonathan Nott erleben, was die nicht erst seit dem halbkonzertanten Ring in Luzern schon vorhandene Begeisterung der beiden für unser Orchester nur noch größer machte. Apropos Luzern: In Bamberg fand die Premiere ihres Meysenbug-Vortrags statt, die nächste Station wird im November die Wagnervilla in Tribschen sein.

Dagny Beidler (rechts), Eva Rieger (links) und RWV-Vorsitzende Jasenka Roth nach dem Meysenbug-Vortrag in Saal der Stadtbücherei   Foto: Anja Hartmann
Dagny Beidler (rechts), Eva Rieger (links) und RWV-Vorsitzende Jasenka Roth nach dem Meysenbug-Vortrag in Saal der Stadtbücherei   Foto: Anja Hartmann

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Idealistinnen am laufenden Band

Dagny Beidler (2. von links) und Eva Rieger (2. von rechts) sind am 5. April unsere nächsten Referentinnen . Unser Foto zeigt insgesamt vier Wagner-Urenkelinnen im Sommer 2012 bei der Buch-Präsentation von Eva Riegers Biografie über deren Tante Friedelind vor dem Haus Wahnfried (von links): Daphne Wagner, Dagny Beidler, Nike Wagner, Eva Rieger und die 2014 verstorbene Iris Wagner.                                                                                           Foto: Karlheinz Beer 

 

Wagner-Urenkelin Dagny Beidler und die feministische Wagnerautorin Eva Rieger sprechen am 5. April über die in vielerlei Hinsicht aus dem Rahmen fallende Wagnerianerin Malwida von Meysenbug.

 

Schon wieder wird erstmals eine Wagner-Urenkelin in Bamberg zu erleben sein: Nach Nike Wagner im Februar kommt am 5. April 2016 Dagny Beidler zu uns, die Enkelin von Isolde Beidler, der unehelichen und aus Erbfolgegründen zugunsten Siegfried Wagners auch später nicht legitimierten ersten Tochter von Richard und Cosima Wagner. Gemeinsam mit der Musikwissenschaftlerin, Wagnerautorin und Feministin Prof. Dr. Eva Rieger spricht sie um 19.30 Uhr im Saal der Stadtbücherei Bamberg (Obere Königstraße 4a) über Malwida von Meysenbug, Wagner und seiner Familie.

Die durchaus enge Beziehung zwischen der Schriftstellerin Malwida von Meysenbug (1816–1903) und der Familie Wagner ist bislang kaum aufgearbeitet worden. Schließlich lebte Malwida, die bekannt wurde durch ihre erstmals 1869 anonym auf Französisch erschienenen und später immer wieder aufgelegten autobiographischen Memoiren einer Idealistin, zeitweilig sogar auf Wunsch von Cosima und Richard Wagner in Wahnfried mit der ganzen Familie zusammen.

 

Wer war Malwida von Meysenbug überhaupt? Auf jeden Fall keine Frau, die Wagners Vorstellungen entsprach, denn er mochte keine gebildeten Frauen und sprach von Blaustrümpfen. Sie stellte sich schon in ihrer Jugend gegen ihre konservativ-aristokratische Familie und kämpfte für das Recht auf Bildung für Frauen und war auf Seiten der Revolution. Sie dachte zeitlebens demokratisch-liberal im Gegensatz zu Wagner, der sich unter Ludwig II. der Monarchie verschrieben hatte. Ihr Motto war: »Von wenigen geliebt, von allen geachtet.«

 

Richard Wagners erstes Treffen mit ihr verlief denkbar schlecht. Er merkte jedoch – und das schmeichelte ihm auch –, dass sie seine Schriften genau gelesen hatte und von seiner Idee einer Förderung der Bevölkerung durch »gehobenen kulturellen« Genuss begeistert war. »In den Schriften Wagners hatte ich die vollendete Theorie dessen gefunden, was ich in unbestimmten Zügen empfunden und geahnt hatte«, schrieb sie. Bis dahin hatte sie noch keine Note seiner Musik gehört.

 

Sie nahm an der Grundsteinlegung in Bayreuth genauso teil wie an der Eröffnung der Festspiele 1876 – und ihre Berichte werden Gegenstand des Vortrags sein. Die Wagner- und Cosima-Kinder liebten sie abgöttisch und nannten sie »Mutter«. Sie kümmerte sich sehr um Siegfried und versuchte, ihn von seinem Antisemitismus abzubringen. Für sie waren alle Völker gleich, dadurch unterschied sie sich auch von der Familie Wagner. Dennoch vertrug man sich und die lebhaften Auseinandersetzungen führten nie zu einem Abbruch der Freundschaft.

 

Zwischen Cosima und Malwida entwickelte sich eine große Verbundenheit. Es war wohl Malwidas Feingefühl und ihre aristokratische Kindheit, die ihr den Zugang zu und den Umgang mit Cosima erleichterte. Freilich trafen sich die zwei doch sehr unterschiedlichen Frauen in einigen Punkten, und diese waren ihnen wichtig genug, um an ihrer Freundschaft festzuhalten: den Komponisten, Richard Wagner, in seiner Schaffenskraft um jeden Preis zu unterstützen und die Idee eines Festspielortes für seine Werke zu realisieren.

 

Zur Person/Die Referentinnen

 

Dagny Ricarda Beidler, geboren in Zürich 1942, Ausbildung zur Primarlehrerin, anschliessend Studium der englischen Sprache und Geschichte. Studienaufenthalte in Grossbritannien und den USA. Laufbahn als Studienrätin MBA an Gymnasium in Zürich bis zur Pensionierung 2004. Intensive Beschäftigung mit der Familie ihrer Großmutter Isolde und der Familie Beidler. Veröffentlichte einen Beitrag zur Freundschaft ihres Vaters, Franz W. Beidler, mit Thomas Mann für den Ausstellungskatalog in Lübeck über Thomas Mann und Wagner und ein Buch über Isoldes Illustrationen zu Wagners 67. Geburtstag: Für Richard Wagner! Die »Rosenstöcke-Bilder« seiner Tochter Isolde. Köln et al.: Böhlau 2013. Weitere redigierende und recherchierende Arbeit an diversen wissenschaftlichen Arbeiten. Sie lebt mit ihrem Mann in Winterthur, Schweiz.

 

Eva Rieger, geboren auf der Insel Man 1940, studierte Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Anglistik in Berlin. Sie war als Akademische Rätin an den Universitäten Göttingen und Hildesheim tätig, 1990 Ernennung zur Professorin für Sozialgeschichte der Musik an der Universität Bremen. Sie hat einige Bücher zu Richard Wagner und dessen Umfeld veröffentlicht, u.a. Minna und Richard Wagner. Stationen einer Liebe. Düsseldorf: Artemis & Winkler 2003, Taschenbuch-Ausgabe 2007, zweite, überarbeitete Auflage in Vorbereitung; Leuchtende Liebe, lachender Tod. Richard Wagners Bild der Frau im Spiegel seiner Musik. Düsseldorf: Artemis & Winkler 2009 (engl. Übersetzung Boydell 2011); zus. mit Hiltrud Schroeder: Ein Platz für Götter. Richard Wagners Wanderungen in der Schweiz. Köln: Böhlau 2009; Friedelind Wagner. Die rebellische Enkelin Richard Wagners. München: Piper 2012 (engl. Übersetzung Boydell 2013). Im Juli erscheint ihre Biographie der Sängerin Frida Leider, die in der NS-Zeit als »jüdisch Versippte« in Bayreuth sang, aber dann entfernt wurde: Frida Leider – Sängerin im Zwiespalt ihrer Zeit. Hildesheim: Olms 2016.

  

Die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Bamberg am 5. April im

Saal der Stadtbücherei im Dachgeschoss beginnt um 19.30 Uhr; der Einlass ist um

19 Uhr, es gibt eine kleine Auswahl an Getränken. Im Anschluss an den Vortrag

besteht die Möglichkeit zum ungezwungenen Meinungsaustausch auch mit den beiden Referentinnen; einige Bücher mit Autogrammen der Autorinnen gibt es auch zu kaufen. Der Eintritt ist frei, Nicht-Mitglieder sind willkommen.

 

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Dienstag, 5. April 2016, 19.30 Uhr, Saal der Stadtbücherei Bamberg: Und gleich noch eine Wagner-Urenkelin: Dagny Beidler aus Winterthur ist die Enkelin von Isolde Beidler, der ersten unehelichen und aus Erbfolgegründen auch später nicht legitimierten Tochter von Richard und Cosima Wagner. Gemeinsam mit der Musikwissenschaftlerin, Wagnerautorin und Feministin Prof. Eva Rieger aus Liechtenstein spricht sie über Malwida von Meysenbug und deren intensive Beziehungen zur Familie Wagner. Meysenbug war es, die Isolde riet, Berufssängerin zu werden, und die versuchte, dem jungen Siegfried seine antisemitischen Parolen abzugewöhnen. (In Kooperation mit der Stadtbücherei Bamberg) 

 


Perlen aus der Tiefe der »Winterreise«

Laut Kurt Tucholsky hat jedes Glück einen kleinen Stich: Der wunderbare Winterreise-Abend am 21. März 2016 von und mit Hugo Scholter im Bamberger Hof schlug die Besucher, darunter Winterreise-Interpret und Bariton Christoph von Weitzel aus Bad Windsheim, nachhaltig in Bann. RWV-Bamberg-Vorsitzende Jasenka Roth resümierte denn auch: »Hugo Scholter hat für uns die Perlen aus der Tiefe geholt.« Nur bedauerten all jene, die im Januar den 24-teiligen Liederzyklus in Coburg erleben konnten, dass es die kenntnisreiche Einführung erst jetzt gab. Schon die von Scholter ausgewählten Musikbeispiele machten klar, wie unterschiedlich Sänger und Pianisten das Schubert-Werk angehen. Was den Referenten aber nicht davon abhielt, inhaltlich klare Aussagen und Kommentare zu geben. Und wer weiß: Vielleicht wird die von ihm inszenierte Winterreise mit Christoph von Weitzel nach über hundert Vorstellungen 2017 endlich auch in Bamberg zu erleben sein? Unser Bild zeigt den Bariton und vielmaligen Winterreise-Interpreten Christoph von Weitzel (links) und unser Mitglied Hugo Scholter, seines Zeichens Schauspieler, Regisseur, Rezitator, Musiker und Gesangspädagoge. Foto: Eva-Suzanne Bayer

 

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Winterreise-Abend mit Hugo Scholter am 21. März

Nachdem die szenische Winterreise Mitte Januar in Coburg unsere Gruppe von zwanzig Teilnehmern sehr beeindruckt hat, legen wir nach, denn es gibt unter unseren Mitgliedern einen, der den berühmten Liederzyklus inhaltlich und musikalisch wahrscheinlich besser kennt als jeder andere in Bamberg: Hugo Scholter, seines Zeichens Schauspieler, Musiker, Gesangspädagoge und Regisseur, hat das Schubert-Opus im Jahr 1997 mit dem Bariton Christoph von Weitzel szenisch gewissermaßen als Ein-Mann-Oper einstudiert und war seither bei jeder der inzwischen über achtzig Aufführungen mit dabei. Scholter wird das 24-teilige Originalwerk erläutern und Musikbeispiele mit verschiedenen Sängern zu Gehör bringen.  Die Veranstaltung am Montag, 21. März um 19.30 Uhr im Hotel Bamberger Hof ist als Nachbereitung gedacht, aber natürlich offen für jeden Interessenten.

 


Wagner, Verdi und vor allem wir!

Prof. Dr. Holger Noltze (links) im Gespräch mit Matthias Hain   Foto: D. Schunk-Assenmacher
Prof. Dr. Holger Noltze (links) im Gespräch mit Matthias Hain   Foto: D. Schunk-Assenmacher

Unser Gast aus Dortmund, der Journalist, Wagnerbuch-Autor und Professor Holger Noltze, überraschte die Zuhörer am 11. März 2016 mit seiner relativ spät erwachten hohen Wertschätzung für Giuseppe Verdis Opern, machte aber im Gespräch mit Matthias Hain, dem kundigen Fragesteller, PR-Referenten der Bamberger Symphoniker und zeitweiligen RWV-Bamberg-Vorsitzenden, klar, dass Wagner natürlich auch seine Meriten hat. Aber eben andere. Was die animierten Zuhörer in der Nachbereitung gerne zu seinem hochgelobten Buch Liebestod. Wagner, Verdi, Wir (Verlag Hoffmann und Campe) greifen lässt. Und er verdeutlichte vor den nicht nur darob erfreuten Zuhörern immer wieder, dass es bei aller Musik-, Opern-, Gesangs- und Inszenierungskunst vor allem darauf ankommt, was sie aktuell bei jedem einzelnen auslöst. Was für ein inspirierender und auf hohem Niveau auch unterhaltsamer Abend!

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Freitag, 11. März 2016, 19.30 Uhr, Hotel Bamberger Hof: Sein Buch Liebestod. Wagner, Verdi und wir wurde von der Fachzeitschrift Opernwelt 2013 zum Buch des Jahres gekürt. Auch mit gesellschafts- und kulturkritischen Veröffentlichungen hat Prof. Dr. Holger Noltze für Aufsehen gesorgt. Der auch als TV-Moderator aktive Kulturjournalist ist seit 2005 hauptberuflich Professor für Musik, Medien und Musikjournalismus an der TU Dortmund. Im Gespräch mit Matthias Hain wird er nicht nur Substanzielles über Verdi und Wagner, sondern sicher auch zum Konzertleben.

 

Wagner, Verdi und wir!

Ein Abend mit dem Musikjournalisten und Musikwissenschaftler Holger Noltze am 11. März in Bamberg

 

»Selten ist so erhellend, selten so gut über das, was im Maschinenraum des Musiktheaters geschieht, geschrieben worden«, konstatierte Uwe Schweikert in der internationalen Fachzeitschrift Opernwelt, wo wenig später das so gepriesene Werk zum »Buch des Jahres« gekürt wurde. Und Wolfram Goertz bezeichnete das 2013 erschienene Buch Liebestod. Wagner, Verdi, Wir von Holger Noltze gar als einen Quantensprung: »Wie Noltze Wagner und Verdi vergleicht, wie er anhand des Phänomens vom Liebestod Gegensätze und Gemeinsamkeiten der Komponisten aufspürt – das ist eine Oase in der literarischen Wüste.«

 

Wenn man Kritikern glaubt – und die eben Zitierten gehören gewiss zu jenen wenigen, denen man tatsächlich glauben darf –, dann ist dem Musikjournalisten und Medienwissenschaftler Professor Holger Noltze mit diesem seinem sechsten Buch etwas ganz Besonderes gelungen. Was auch den Richard-Wagner-Verband Bamberg auf den Plan gerufen hat. Auf unsere Einladung kommt Noltze (Foto: David Ausserhofer/Körber Stiftung) am 11. März nach Bamberg und wird im Gespräch mit Matthias Hain, dem Wagnerkenner und PR-Manager der Bamberger Symphoniker, sicher nicht nur über Wagner und Verdi sprechen, sondern auch darüber, welchen Stellenwert die Kultur in unserer Gesellschaft, in der Politik und in den Medien hat.

 

Holger Noltze ist 1960 in Essen geboren, studierte Alt- und Neugermanistik und Hispanistik in Bochum und Madrid und promovierte zum Dr. phil. mit einer Dissertation über den Parzival-Roman Wolframs von Eschenbach. Seine journalistische Ausbildung erfolgte beim WDR, wo er als Redakteur und Moderator vieler Kultursendungen wirkte, ab 1995 auch über die Bayreuther Festspiele berichtete und von 2001 bis 2015 die Gesprächsrunde West.art Talk moderierte. Von 1996 bis 2004 war er Gastdozent im Studiengang »Literaturvermittlung und Medienpraxis« an der Universität Essen, von 2000 bis 2005 Ressortleiter für aktuelle Kultur beim Deutschlandfunk. Seit 2005 ist Holger Noltze Professor für Musik und Medien an der TU Dortmund, wo er den Studiengang Musikjournalismus aufgebaut hat und die Vortragsreihe »Dortmunder Lektionen zur Musikvermittlung« im Konzerthaus Dortmund begründete. Er ist Mitglied im Fachausschuss Medien des Deutschen Musikrats und seit 2013 nicht nur Mitglied, sondern auch Sprecher des Rats für Kulturelle Bildung deutscher Stiftungen.

 

Daneben ist er mit Features und Beiträgen vor allem im WDR zu hören und schreibt unter anderem für die Frankfurter Rundschau, die Neue Zürcher Zeitung und Fono Forum. Noltze veröffentlichte bisher Bücher über Goethe, Wagner und Verdi sowie über musik- und mediengeschichtliche Themen. Sein jüngstes Buch, das im April im Verlag der Körber-Stiftung erscheinen soll, ist ein Gesprächsband mit Menachem Pressler, dem über 90-jährigen Konzert- und langjährigen Pianisten des Beaux Arts Trios. Die Neuerscheinung heißt Dieses Verlangen nach Schönheit. Es ist das erste Werk mit und über Menahem Pressler in deutscher Sprache, in dem der Künstler auf die Stationen seines epochalen Musikerlebens zurückschaut und über Interpretation und Stilempfinden ebenso diskutiert wie über die Entwicklungen des Musikbetriebs und die Kunst des Übens.

 

Der Gesprächsabend mit Holger Noltze und Matthias Hain findet am Freitag, 11. März um 19.30 Uhr in den Seminarräumen des Hotels Bamberg Hof am Schönleinsplatz statt. Der Eintritt ist frei, wie immer sind auch Nicht-Mitglieder willkommen.

 

 

Nike Wagner bei uns in Bamberg

Erstmals war Wagner-Urenkelin Nike Wagner am Samstag, 6. Februar 2016, in Bamberg zu erleben und sprach auf Einladung des Richard-Wagner-Verbands  im vollbesetzten großen VHS-Saal zum Thema Wagners BeethovenWeitere Texte und Berichte zu dieser Veranstaltung finden Sie unter Presse und unter Rückblick.

Nike Wagner (ganz links) mit Jasenka Roth, 1. Vorsitzende des RWV Bamberg, Christine Sünkel, stellv. Leiterin der VHS Bamberg Stadt, RWV-Mitglied Christiana Schmidt und 3. Bürgermeister Wolfgang Metzner, sowie (rechts) ein Blick in den vollbesetzten Saal der Volkshochschule Bamberg Stadt  Fotos: Dietlinde Schunk-Assenmacher 

6. Februar 2016, 19 Uhr, Großer Saal der Volkshochschule Bamberg: Wagner-Urenkelin Prof. Dr. Nike Wagner, Kulturwissenschaftlerin und Autorin, vormalige Intendantin des Kunstfests Weimar und seit 2014 Intendantin des Bonner Beethovenfests (wohin u.a. unsere Musik- und Kunstfahrt im September 2016 geht), spricht über Wagners Beethoven. Die in Wahnfried aufgewachsene Tochter Wieland Wagners gilt als die intellektuelle Speerspitze unter den Wagner-Nachkommen. (In Zusammenarbeit mit der VHS Bamberg).

 

Nike Wagner bei uns

in Bamberg

 

Erstmals war Wagner-Urenkelin Nike Wagner am Samstag, 6. Februar 2016, in Bamberg und sprach vor einem äußerst interessierten Publikum im vollbesetzten Großen VHS-Saal zum Thema Wagners Beethoven.

 

Sie gilt als die intellektuelle Speerspitze unter dem Nachkommen Richard Wagners: Prof. Dr. Nike Wagner, Autorin und Kulturwissenschaftlerin, von 2004 bis 2013 erfolgreiche Festivalleiterin in Weimar und seit 2014 Intendantin des Beethovenfests Bonn. Die Tochter des genialen Opernregisseurs und Bayreuther Festspielleiters Wieland Wagner wird als Vortragsrednerin erstmals auch in Bamberg zu erleben sein.

 

Wagners bedingungslose Verehrung für Ludwig van Beethoven ist bekannt. Welchen Beethoven aber konnte Wagner meinen? Nichts scheint die beiden Musiker zu verbinden: hier der geborene Theatraliker und Komponist ausladender Opern und Musikdramen, dort der »Wiener Klassiker« – genuiner Instrumentalkomponist,

den Fidelio einmal beiseitegelassen. Beethoven ist Repräsentant des 18. Jahrhunderts und seiner aufklärerischen Ideale, Wagner steht für das 19. Jahrhundert und seine Mythen und Ideologien. Die Frage nach Wagners Beethoven wird also eine perspektivische sein: Was ist es denn, was Wagner in Beethoven sieht? Was lernt er von ihm, wie deutet er ihn, wie »benutzt« er ihn möglicherweise?

 

Nike Wagner wurde als drittes Kind von Gertrud und Wieland Wagner 1945 in Bayreuth geboren und ist in der Villa Wahnfried aufgewachsen, dem früheren Wohnhaus ihres Urgroßvaters Richard Wagner und heutigen Wagner-Museum. Sie studierte Musik-, Theater- und Literaturwissenschaft in Berlin, Chicago, Paris und Wien und promovierte über Karl Kraus und die Erotik der Wiener Moderne  (Suhrkamp 1981). Seit 1975 arbeitet Nike Wagner als freiberufliche Kulturwissenschaftlerin und wirkt an internationalen Symposien und Kolloquien mit.

 

Als Autorin wurde sie bekannt durch ihre Arbeiten zur Kultur- und Geistesgeschichte der europäischen Jahrhundertwende, als Kritikerin und Essayistin durch ihre Auseinandersetzung mit Richard Wagner und Bayreuth. Wagners Werk im Kontext der deutschen Zeitgeschichte sowie die Verflechtung von Familien-, Werk- und Kulturgeschichte sind Thema ihrer im Insel Verlag erschienenen  

Publikationen Wagnertheater (1998) und Traumtheater (2001).


Zwischen 1985 und 1987 war Nike Wagner Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin,
1999 wurde sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Ab 2003 gehörte sie zu den Sachverständigen der Enquête-Kommission »Kultur in Deutschland« des Deutschen Bundestages, 2012 wurde sie mit der Honorarprofessur der Pädagogischen Hochschule Heidelberg geehrt. Von 2004 bis 2013 war Nike Wagner die künstlerische Leiterin des Kunstfestes Weimar pèlerinages, wo sie besonders das Werk ihres Ururgroßvaters Franz Liszt pflegte. Für eine Dramaturgie, die im Zusammenspiel von Musik, Tanz, Bild und Wort künstlerische Maßstäbe gesetzt hat, erhielt sie im November 2013 den Thüringer Verdienstorden. Seit 2014 ist sie Intendantin und Geschäftsführerin des Beethovenfestes Bonn.

 

(Foto: Stephen Lehmann) Weitere Texte und Berichte zu dieser Veranstaltung finden Sie unter Presse.

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16. Januar 2016, 20 Uhr, Landestheater Coburg: Premierenbesuch der szenischen Realisierung von Schuberts Winterreise in der Orchesterfassung von Hans Zender unter GMD Roland Kluttig in der Inszenierung von Bodo Busse mit Bühnenbild und Kostümen unseres Mitglieds und in Bamberg lebenden Künstlers Karlheinz Beer.

 

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Frank Piontek aus Bayreuth, der schon mehrfach als Referent zu Gast bei uns war, hat seinen Weihnachtswunsch mit einem Link begleitet, der niemandem vorenthalten werden darf. Die begeisternde Zugabe beim Schlussapplaus der Rameau-Oper Les Indes galantes (bitte auf den Link klicken!) unter William Christie an der Pariser Garnier-Oper ist ein wunderbares Heilmittel gegen jeglichen Kulturpessimismus! 

Dienstag, 12. Januar 2016, 19.30 Uhr, Hotel Bamberger Hof: Richard Wagner hat

keinen Dramatiker so vorbehaltlos geschätzt, ja geliebt wie Shakespeare. Im

Jahr des 400. Todestags des Mannes, dem die Allgemeinheit trotz überzeugender

Gegenargumente noch immer die Autorschaft der berühmten Dramen, Versepen und Sonette zuspricht, hält Dr. Frank Piontek (Bayreuth) unter dem Titel Wagners Shakespeare einen Vortrag mit Musikbeispielen über dieses höchst produktive Verhältnis. Shakespeare gehörte zu Wagners dramatischen Urvätern, wovon sein interessantes Trauerspiel Leubald, die komische Oper Das Liebesverbot und sogar Die Meistersinger von Nürnberg zeugen. Spuren des Lear finden sich noch in seinem Ring des Nibelungen; in Wagners letzten Jahren identifizierte sich Wagner selbst mit

Falstaff – nachdem sich Wagner auch theoretisch an Shakespeare abgearbeitet

hatte.

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 2015

 Unser Stipendiat

Felix Uttenreuther (Percussion) 

 

12. Januar 2015, 19.30 Uhr, Hotel Bamberger Hof: „Ein guter Meister…“. Ein Vortrag mit Musikbeispielen von dem Bayreuther Wagnerkenner Dr. Frank Piontek über Wagners Beziehungen zum Komponisten Christoph Willibald Gluck, dessen 300. Geburtstag 2014 gefeiert wurde.

 

2. Februar 2015, 19 Uhr, Hotel Bamberger Hof: Steffen Wick, derzeit Stipendiat im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia, berichtete über seine Arbeit am „Rheingold“-Film, der im November bereits im Bamberger Lichtspiel-Kino gezeigt wurde, und über seine weiteren Projekte, in denen bei einigen Bezüge zum Schaffen von Richard Wagner zu erkennen sind. Anhand von Werkbeispielen zeigte der junge Komponist und Pianist auf, wie dies im Detail jeweils erreicht wurde.  

 

24. März 2015, 19.30 Uhr, Hotel Bamberger Hof: Wagner, immer nur Wagner? Nein, wir beschäftigen uns nicht nur mit unserem Namensgeber. Jón Philipp von Linden, Musikdramaturg am Chemnitzer Theater, gab in Wort, Ton und mit Szenenfotos eine Einführung in die Oper „Paradise Reloaded (Lilith)“ des 71-jährigen ungarischen Komponisten Peter Eötvös – ein Werk, das am 21. März in Chemnitz seine deutsche Erstaufführung feierte und das auch bei der Musik- und Kunstfahrt des RWV und des Kunstvereins Bamberg am 18. und 19. April auf dem Programm steht. Die Neuheit wurde inszeniert von Helen Malkowsky, die weibliche Titelrolle singt Frances Pappas, beides Künstlerinnen, an deren Wirken in Nürnberg sich Opernfreunde aus der Region gerne erinnern.

 

8. April 2015, 18 Uhr, Opernhaus Nürnberg, Glucksaal: Im Rahmen von „Oper aktuell“ gab es zunächst ein Gespräch mit Dirigent Marcus Bosch und dem Regieteam unter Georg Schmiedleitner zur bevorstehenden "Siegfried"-Neuinszenierung am Staatstheater Nürnberg, ab 19 Uhr folgte bis  20.15 Uhr eine öffentliche Bühnenorchesterprobe (BO). Eine seltene Gelegenheit, konkrete Regie- und Probenarbeit mit den Solisten und Instrumentalisten zu erleben!

  

18./19. April 2015, Chemnitz: Musik- und Kunstfahrt nach Chemnitz  mit der Opernaufführung „Paradise Reloaded (Lilith)“ von Peter Eötvös, sowie Besuch mit Führungen in der Jugendstil-Villa Esche, den Kunstsammlungen, dem Museum Gunzenhauser und einem Stadtrundgang zu den architektonischen Highlights von Chemnitz (in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Bamberg).

 

6. Mai 2015, 19.30 Uhr, Hotel Bamberger Hof: Richard Wagner und die Filmkunst stand im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Jasenka Roth. Auch anhand von Filmausschnitten zeigte unsere 1. Vorsitzende auf, warum und wie Wagner die Filmkunst nachhaltig beeinflusste, angefangen beim Stummfilm bis hin zum Zeichentrickfilm, über Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ bis hin zu den aktuellen Fantasy-Sagas.

 

1. Juni 2015, 19.30 Uhr, Hotel Bamberger Hof:  Vortrag von Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich über das neue Richard-Wagner-Museum Bayreuth, das er in seiner Entstehung, Gegenwart und Zukunft vorstellte. Bekanntlich wurde das bisherige Museum in Wagners Wohnhaus, der Villa Wahnfried, Ende 2010 geschlossen, um nach umfangreicher Sanierung, nach Um- und Neubauten ein neu konzipiertes Museum einrichten zu können, das am 26. Juli offiziell eröffnet wird. (Für August planen wir einen ersten gemeinsamen Museumsbesuch in Bayreuth, mit Führung, eventuell auch zu einem Konzert in Wahnfried.)

 

7. Juli 2015, 19.30 Uhr, Hotel Bamberger Hof: Cosima Wagner abzulehnen, ist leicht und fast Konsens, ihr gerecht zu werden hingegen schwer. Sabine Zurmühl, die gerade an einer Biographie über Wagners zweite Ehefrau arbeitet, versucht genau das. „…Theuerste Freundin!“ heißt ihr Vortrag, in dem die Mediatorin, Buchautorin, Journalistin und Mitbegründerin der feministischen Zeitschrift Courage über das spannungs- und widerspruchsvolle Leben Cosimas spricht.   

  

19. August 2015,  Fahrt nach Bayreuth zum neuen Richard-Wagner-Museum mit Konzert. Eigens für unsere Gruppe erhalten wir um 16 Uhr eine Führung und besuchen um 19.30 Uhr den Liederabend mit der Sängerin Mirella Hagen im Wahnfried-Saal. Die junge Sopranistin gab 2013 ihr Debüt als Waldvogel und Woglinde beim Jubiläums-„Ring“ der Bayreuther Festspiele. Begleitet wird sie von Kerstin Mörk, einer der vielseitigsten Musikerinnen der jungen Pianisten-Generation. Kosten für Eintritte und Führung 34 €. Der Richard-Wagner-Verband Bamberg bietet Fahrgemeinschaften an. Bitte melden Sie sich bald bei unserem Vorstandsmitglied Franz-Xaver Stanglmeier per E-Mail an unter fxstanglmeier@web.de

  

15. September 2015, 19.30 Uhr, Hotel Bamberger Hof: Saisonrückblick und -vorschau mit der langjährigen Kulturredakteurin und Festspielkritikerin  Monika Beer. Dass Musiktheater ein Abenteuer für fast alle Sinne sein kann, ist hinlänglich bekannt. Manchmal reicht schon ein herausragender Solist, um aus einem Abend eine Sternstunde zu machen, umgekehrt kann eine uninspirierte Regie zu trostlosen Ergebnissen führen. Nach der Sommerpause lässt unsere 2. Vorsitzende wichtige Wagner- und Operninszenierungen der Saison 2014/15 Revue passieren, berichtet unter anderem über den Bayreuther „Tristan“ und aktuell von der „Rheingold“-Premiere vom 12. September bei der Ruhrtriennale (wohin Ende September eine RWV-Busreise geht), und gibt eine Vorschau auf die Spielzeit 2015/16 und Tipps, welche Produktionen sich lohnen könnten. 

 

 26./27. September 2015, Bochum und Hagen: Musik- und Kunstreise zur Ruhrtriennale mit Wagners Oper „Das Rheingold“ (Regie: Johan Simons, Dirigent: Teodor Currentzis, Elektronische Musik: Mika Vainio) in der Jahrhunderthalle sowie Besuchen des Bergbaumuseums in Bochum und des Emil-Schumacher-Museums in Hagen. 

 

16. Oktober 2015, 19 Uhr, Spiegelsaal der Harmonie: Stipendiatenkonzert mit Felix Uttenreuther, unserem Stipendiaten 2015. Der junge Bamberger Musiker, Jahrgang 1990, studierte von 2011 - 2015  an der Musikhochschule Nürnberg klassisches Schlagzeug und schloß es mit dem Bachelor erfolgreich ab. 2015 absolvierte er ein Jahrespraktikum bei den Nürnberger Symphonikern. In seinem Solokonzert stellte er seine Percussions-Instrumente einem begeisterten Publikum vor. Schülerinnen und Schüler des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums moderierten den Abend. (Mit Unterstützung der Stadt Bamberg/Kulturförderung). 

 

Dienstag 10. November 2015, 19.30 Uhr, Hotel Bamberger Hof: Dr. Markus Kiesel, künstlerischer Leiter der Essener Philharmonie, Autor des neuesten Standardwerks über das Bayreuther Festspielhaus und u.a. Mitglied des Fachbeirats für die Neugestaltung des Wagner-Museums in der Villa Wahnfried, spricht über Wagners Festtheater für München. Man darf gespannt sein, ob und was der Gesamtkunstwerker aus den Münchener Festspielhausprojekten für seinen Theaterbau in Bayreuth gelernt hat.

 

Dienstag 8. Dezember 2015, 19 Uhr, Hörsaal 00/24 der U 5 im Erdgeschoss, An der Universität 5: Prof. Dr. Udo Bermbach, emeritierter Politologe, Autor vieler wichtiger Wagner-Bücher, Dramaturg bei Jürgen Flimms Bayreuth-„Ring“, Gründer und Mitherausgeber der Fachzeitschrift Wagnerspectrum, spricht mit Prof. Dr. Friedhelm Marx, dem Bamberger Literaturwissenschaftler, über Wagners Schwiegersohn und Hitlers Vordenker Houston Stewart Chamberlain. Im Sommer 2015 ist Bermbachs rund 600 Seiten starke Chamberlain-Werkbiographie erschienen. (In Zusammenarbeit mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg)

 

2014

Unsere Stipendiaten 

Ralitsa Ralinova (Sopran) und Jan Szurgot (Bass)  (Sommeroper Bamberg) 

 

13. 1. 2014, 19 Uhr Montagstreff/Brudermühle: Der neue Vorstand stellt sich vor mit Matthias Hain als 1. Vorsitzenden. 

 

3. 2. 2014, 19 Uhr Montagstreff/Bischofsmühle:  Rückblick von Monika Beer auf das Wagner-Jahr 2013 und Ausblick auf Bevorstehendes, ganz nach dem Motto der Nornen "Weißt Du, wie das wird?".

 

3. 3. 2014, 19 Uhr Montagstreff/Brudermühle: Hintergründig-Amüsantes über Richard Wagner,  zusammengestellt von Monika Beer und Matthias Hain.

 

7. 4. 2014, 19 Uhr Montagstreff/Brudermühle: Monika Beer und Hugo Scholter geben einen Einblick in den Wagnerkosmos eines Tages, am Beispiel des 7. April. An diesem Tag ist allerhand passiert, was sich zum Beispiel in Cosima Wagners Tagebüchern widerspiegelt oder in den Geburts- und Sterbetagen von Menschen, die in Wagners Leben von Bedeutung waren - auch in seinem Arbeits- und Liebesleben.

 

5. 5. 2014, 19 Uhr, Montagstreff/Brudermühle, "Giacomo Meyerbeer zum 150. Todestag"

  

2. 6. 2014, 19 Uhr, Montagstreff in der Brudermühle, "Richard Wagner und Hermann Helmholtz"

 

6. 10., 19.30 Uhr,  Einführung zum 1. Akt Walküre mit Tonbeispielen in Vorbereitung auf die konzertante Aufführung der Bamberger Symponiker in der Konzerthalle am 8.10.2014 von Monika Beer, 2. Vorsitzende des Richard-Wagner-Verbandes Bamberg.

 

3.11.2014, 19.30 Uhr,  "Das Gralsritual in Wagners Oper PARSIFAL, die Gralsritterschaft als Männerbund, die Eucharistie und der Vegetarismus", Referent Prof. Dr. Albert Gier, Professor für Romanische Literaturwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

 

1.12.2014,19.00 Uhr, Jahres-Mitgliederversammlung, anschließend um 20 Uhr Vorstellung der Stipendiaten für 2014 und 2015 vor: Ralitsa Ralinova (2014), Jan Szurgot (2014) und Felix Uttenreuther (2015).

  

 2.12.2014, 19.00 Uhr: Stipendiatenkonzert mit der Sopranistin Ralitsa Ralinova (Bulgarien) und dem Bassisten Jan Szurgot (Polen) im Spiegelsaal der Harmonie. Auf dem Programm stehen Werke von W.A. Mozart, Vincenzo Bellini, Gaetano Donizetti, Charles Gounod und Franz Lehár. Am Klavier begleitet sie Beate Roux. Schülerinnen und Schüler des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums moderieren das Konzert. Es steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Starke. Der Eintritt ist frei.

 

Bamberger Bürgernadel für Ingrid Huther-Thor

Für ihre besonderen Verdienste um den Richard-Wagner-Verband Bamberg hat Oberbürgermeister Andreas Starke am 24. Juli 2014 unserer langjährigen Vorsitzenden Dr. Ingrid Huther-Thor die Bamberger Bürgernadel verliehen. Sie sorgte dafür, dass der vor Jahrzehnten »eingeschlafene« Verband wieder gegründet wurde und leitete ihn mit großem Erfolg von 2003 bis 2013!

 

 

Nachruf 

Wir trauern um unsere Ehrenmitglieder  Margaretha Krackhardt (19232013) und Rudolf Krackhardt (1925–2015).